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Keine Höhe zu verschenken

Dämmung von Tiefgaragendecken
Keine Höhe zu verschenken

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Tiefgaragen gehören in der Regel zu nicht beheizten Gebäudevolumen, weshalb ihre Decke zum ersten beheizten Geschoss wärmegedämmt werden muss. Zu beachten sind vor allem die verbleibende Nutzhöhe der Garage und der Brandschutz.

Anforderung:

Wärmedämmung der Tiefgaragendecke zum beheizten Gebäudevolumen darüber

Lösung:

Geklebte, gedübelte oder anbetonierte Dämmsysteme mit robusten, wahlweise auch farbigen Oberflächen


Markus Hoeft

Das Auto hat in den gesellschaftlichen Diskussionen der letzten Zeit nicht unbedingt einen einfachen Stand. Kritisiert werden primär die CO2-Emissionen der Verbrennungsmotoren, die sich mit einer Umstellung auf elektrische Antriebe und der verstärkten Aufladung der Stromspeicher mit erneuerbarer Energie immerhin reduzieren und längerfristig eventuell auch beseitigen lassen.

Gerade Bewohner städtischer Ballungsräume tragen jedoch zunehmend einen weiteren Aspekt in den Diskurs: den Platzbedarf des motorisierten Individualverkehrs in Relation zu dem Raum, der den Fußgängern und Fahrradfahrern sowie der allgemeinen Öffentlichkeit zur Verfügung steht. Diese Kritik ist unabhängig von der Antriebsart und zielt sowohl auf den fahrenden als auf den ruhenden Verkehr. Noch ist nicht abzusehen, wie der Konflikt künftig aufgelöst wird. Aber er wird voraussichtlich zu einer Stellplatzverknappung führen, was die Bedeutung von Tiefgaragen steigen lässt – für Büro- und Geschäftsgebäude ohnehin, aber auch für jeden innerstädtischen Wohnungsbau.

Wärmetechnische Betrachtung

Die Tiefgarage verändert die wärmetechnische Betrachtung des unteren Gebäudeabschlusses im Vergleich zu einer klassisch unterkellerten Bauweise. Denn beim Keller hat man immerhin die Wahl, ob er zum kalten oder zum warmen Gebäudebereich gehören soll, ob er also außerhalb oder innerhalb der Wärmedämmung liegen wird. Fahrzeugabstellplätze müssen wegen der Abgase gut durchlüftet werden, sodass sie in aller Regel nicht in das beheizte Gebäudevolumen einbezogen werden. Dadurch entsteht für den Wärmeschutz der Hüllfläche die Aufgabe, die Decke zwischen der (kalten) Tiefgarage und dem darüberliegenden (beheizten) Geschoss zu dämmen.

Keinesfalls unter Mindesthöhe

Wärmetechnisch gesehen lässt sich die Decke zwischen der Tiefgarage und dem untersten Geschoss von oben oder von unten dämmen. Die Dämmung von oben führt allerdings zu erheblichen Dämmstoffdicken im Fußbodenaufbau und ist meist nicht praktikabel. Die Dämmung von unten ist einfacher auszuführen und hat den bauphysikalischen Vorteil, eine äußere Wärmedämmung zu sein, bei der die Decke im warmen Bereich liegt.

Die unterseitige Deckendämmung „verbraucht“ jedoch Höhe, die bei der Tragwerksplanung für einen Neubau berücksichtigt werden muss und bei der energetischen Sanierung eines vorhandenen Gebäudes mit Tiefgarage zu einem Zwängungspunkt werden kann.

Die erforderliche Mindesthöhe einer Tiefgarage ergibt sich aus der Garagenverordnung des jeweiligen Bundeslandes. Die Muster-Garagenverordnung (M-GarVO) verlangt bei Mittel- und Großgaragen für die zum Begehen bestimmten Bereiche mindestens 2,00 m Höhe, was ausdrücklich auch unter Unterzügen, Lüftungsleitungen und anderen Bauteilen gilt. Dies lässt sich aber tatsächlich nur als absolute Mindesthöhe verstehen.

Bestimmte Nutzungsvorstellungen des Bauherrn oder auch die Gültigkeit anderer Normen und Regelwerke können andere Höhen verlangen. So sind zum Beispiel im barrierefreien Bauen nach DIN 18040 mindestens 2,20 m Durchgangshöhe über Verkehrsflächen vorzusehen. Auch für das subjektive Sicherheitsgefühl der Nutzer können lichte Höhen oberhalb von 2,00 m sinnvoll sein.

Flachdecke oder Unterzüge

Bei einer Flachdecke ohne Unterzüge muss die berechnete Dämmstoffdicke zur Ausbauhöhe addiert werden, um die erforderliche Rohbauhöhe zu ermitteln. Das Referenzgebäude im Gebäudeenergiegesetz GEG setzt bei Decken zu unbeheizten Räumen sowohl bei Wohn- als auch bei Nichtwohngebäuden einen U-Wert von 0,35 W/m²K an. In bestehenden Gebäuden sind bei Ersatz oder erstmaligem Einbau 0,30 W/m²K zu erfüllen. Die schärfste Anforderung ergibt sich, wenn das vereinfachte Nachweisverfahren für Wohngebäude mit der besten Wärmeschutzvariante A verwendet wird, dann muss der U-Wert sogar 0,20 W/m²K betragen.

Je nach Art der Rohdecke und jeweilger Wärmeleitfähigkeit des verwendeten Dämmstoffs werden sich angesichts dieser U-Werte Dämmstoffdicken in Größenordnungen um 12 bis 20 cm ergeben. Um diesen Wert muss der Tiefgaragen-Rohbau bei einer Flachdecke also höher gebaut werden, was sich finanziell bemerkbar macht.

Da wirkt es auf den ersten Blick sinnvoller, statt einer flachen Decke eine Decke mit Unterzügen auszuführen. Die Wärmedämmung liegt dann weitgehend konfliktfrei in den Feldern zwischen den Unterzügen und die ganze Höhendiskussion scheint sich in Luft aufzulösen. Allerdings bilden die ungedämmten und damit kalten Unterzüge dann erhebliche Wärmebrücken im Deckenaufbau. In einem wärmetechnisch optimierten Aufbau müssen deshalb auch alle Deckenversprünge, Unterzüge oder ähnlichen geometrischen Unregelmäßigkeiten des Rohbaus gedämmt werden. Am Untergurt der Unterzüge holt einen dann die oben besprochene Höhenproblematik wieder ein. Eine Lösung kann sein, hier weniger dick und/oder mit besonders geringer Wärmeleitfähigkeit zu dämmen. Hochleistungsdämmstoffe sind zwar teurer, aber es handelt sich an den Untergurten auch um eine vergleichsweise kleine Fläche.

Wärmebrücken entschärfen

Als Wärmebrücken zu berücksichtigen sind außerdem die aufgehenden Wände und Stützen des Tragwerks. Sie bestehen meist aus gut wärmeleitendem Stahlbeton oder Mauerwerk und durchstoßen die Dämmebene der Tiefgaragendecke. Diese Wärmebrücken lassen sich entschärfen, wenn die betreffenden Wände und Stützen im oberen Bereich zusätzliche seitliche Dämmstreifen erhalten. Bei tragenden Wänden, die von der Garage bis ins erste Geschoss durchlaufen, ist auch eine thermische Trennung in der Wand denkbar, etwa mit ISO-Kimmsteinen oder anderen Wärmedämmelementen, die die Mauerwerksindustrie anbietet. Zu beachten ist jedoch der Einfluss dieser Elemente auf die Standsicherheit und den Brandschutz der Wand.

Brandschutzanforderungen

Neben der nutzbaren Höhe und der damit zusammenhängenden Dämmstoffdicke ist der Brandschutz ein weiteres wichtiges Planungskriterium. Maßgeblich sind wiederum die jeweils zutreffenden Garagenverordnungen der Bundesländer, die sich an der M-GarVO orientieren, aber in Details auch abweichende Anforderungen formulieren. Die M-GarVO unterscheidet die drei Kategorien der Kleingarage (bis 100 m² Nutzfläche), die Mittelgarage (bis 1 000 m²) und die Großgarage über 1 000 m². Kleingaragen dürften im innerstädtischen Bauen eher die Ausnahme sein, weshalb hier nur Mittel- und Großgaragen betrachtet werden.

Für Bekleidungen und Dämmschichten unter Decken und Dächern werden in Großgaragen nicht brennbare Baustoffe verlangt. Bekleidungen dürfen jedoch auch schwer entflammbar sein, wenn die Bestandteile volumenmäßig überwiegend nicht brennbar sind und der Abstand zur Decke höchstens 2 cm beträgt. Zulässig sind also jedem Fall die klassischen mineralischen und nicht brennbaren Dämmstoffe wie Mineralwolle oder auch Mineralschaumplatten. Möglich sind aber auch Holzwolle-Mehrschichtplatten, sofern ihr größerer Volumenanteil nicht brennbar ist – also in der Regel aus Mineralwolle besteht.

Etwas weniger streng sind die Anforderungen bei Mittelgaragen bis 1 000 m², wo auch schwer entflammbare Dämmungen eingesetzt werden dürfen. Dies ermöglicht neben den schon genannten Dämmstoffen auch den Einsatz von Kunststoff-Hartschäumen. Speziell PU-Dämmstoffe mit ihrer sehr geringen Wärmeleitfähigkeit führen eventuell zu einer schlankeren Dämmung mit weniger Höhenproblemen.

Befestigung

Dämmsysteme für Tiefgaragendecken zeichnen sich durch eine robuste Oberfläche und eine vergleichsweise einfache Verarbeitung aus. Die häufigste Variante ist die Direktbefestigung an der fertigen Decke mit Klebern, Dübeln oder einer Kombination aus beidem. Bei Neubauten ist außerdem eine baubegleitende Dämmung möglich, wenn die Dämmstoffe vor dem Betonieren in die Schalung eingelegt werden (verlorene Schalung). Für den Wärme- und Feuchteschutz ist die hohlraumfreie Deckendämmung als die überzeugendste Lösung anzusehen.

Es werden auch Schienensysteme angeboten, mit denen die Dämmung nach Art einer abgehängten Decke angebracht wird. Die Systeme wirken optisch elegant und können durch Reduzierung des Halls die Raumakustik in der Tiefgarage verbessern. Der entstehende Deckenhohlraum lässt sich für die nicht sichtbare Führung von Installationen nutzten. Im Hinblick auf den Wärmeschutz sind Schienensysteme jedoch problematisch, wenn wegen der unvermeidlichen Leckstellen und Undichtigkeiten nicht von einer ruhenden Luftschicht zwischen Decke und Dämmung ausgegangen werden kann. Dann lässt sich die Dämmung nur mit einem Malus (schwach belüftet) oder sogar gar nicht (stark belüftet) im Wärmeschutznachweis berücksichtigen.

Komfort und Sicherheitsgefühl

Brandschutz und Dämmschichtdicke bzw. Raumhöhe sind die wichtigsten Kriterien bei der Auswahl einer Tiefgaragendämmung. Darüber hinaus gibt es weitere Planungsaspekte, die teilweise schon angedeutet wurden. Tiefgaragen sind zwar keine Aufenthaltsräume, trotzdem sollte auch hier im Sinne der Nutzerfreundlichkeit die raumakustische Qualität beachtet werden. Die Wände und der Boden bestehen oft aus sehr schallharten Materialien wie Sichtbeton oder unverputztem Mauerwerk, sodass eine Reduzierung des Nachhalls an der Decke sinnvoll sein kann. Gegebenenfalls muss auch ein bestimmter Schallschutz zu den darüber liegenden Räumen gewährleistet sein.

Es werden strapazierfähige Oberflächen benötigt, die aber im Hinblick auf das subjektive Sicherheitsgefühl der Benutzer eine helle und freundliche Atmosphäre schaffen sollen. Farbliche Beschichtungen können bei ausgedehnten Tiefgaragen zudem als Orientierungs- und Leitsystem verwendet werden. Dämmsysteme für Tiefgaragendecken werden teilweise farblich vorbeschichtet angeboten. Typisch sind auch Vlieskaschierungen der Platten, die sich dann vor Ort farblich anpassen lassen.

Neben den Oberflächen und Farben ist die Beleuchtung ein zentrales Kriterium, um Ängsten oder Beklemmungen bei der Benutzung der Tiefgarage entgegenzuwirken. Die Leuchten lassen sich unter die Decke und ihre Dämmung hängen, verbrauchen dann aber ebenfalls Raumhöhe. Darum sollte auch eine Integration der Lichtquellen in die Dämmung geprüft werden. Bei den Dämmplatten Tektalan Lumax ist diese Lösung bereits werkseitig ausgeführt. Sie lässt sich aber auch bauseits realisieren, sofern der Hersteller der Leuchte den versenkten Einbau, ggf. mit einem speziellen Einbaugehäuse oder einem Abstandhalter, in seinen Anwendungsunterlagen zulässt.


Das Referenzgebäude im Gebäudeenergiegesetz GEG setzt bei Decken zu unbeheizten Räumen bei Wohn- und Nichtwohngebäuden einen U-Wert von 0,35 W/m²K an. Im Bestand sind bei Ersatz oder erstmaligem Einbau 0,30 W/m²K zu erfüllen. Die schärfste Anforderung ergibt sich, wenn das vereinfachte Nachweisverfahren für Wohngebäude mit der besten Wärmeschutzvariante A verwendet wird, dann muss der U-Wert 0,20 W/m²K betragen.


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