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Ablauf bei Hebeanlagen mit Schallschutz

Richtig geplante Entwässerungstechnik
Kann auch leise sein

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Schallschutz ist wichtige Voraussetzung für das Wohlbefinden in gewerblichen, öffentlichen und besonders in privaten Gebäuden. Eine große Rolle spielen dabei Geräusche von Abläufen und haustechnischen Anlagen. Die Anforderungen an den Schallschutz sind hier entsprechend hoch und sollten bei der Planung unbedingt berücksichtigt werden. Dazu sind neben richtigem Einbau auch Aufstellungsort und Produktart für einen leisen Betrieb entscheidend.

Anforderung:

Schallschutz bei Ablauftechnik und bei Hebeanlagen

Lösungen:

Ablauf aus Verbundwerkstoff mit Durchgangsdichtung, Hebeanlage mit Körperschallentkopplung, Hybrid-Hebeanlage


Jan Martin, Produktmanager Pumpentechnik, und Rainer Kübler, Produktmanager Ablauftechnik, | be

Im Bereich von Duschabläufen kann durch aufprallendes Wasser auf den Duschplatz Körperschall entstehen. Deshalb muss für den fachgerechten Schallschutz sichergestellt sein, dass die verbauten Abläufe die maximal zulässigen Pegel in schutzbedürftigen Räumen nicht überschreiten. Diese Werte und das Vorgehen beim Ermitteln des Geräuschniveaus ergeben sich aus der Norm DIN 4109. Die Richtlinie VDI 4100 empfiehlt noch strengere Richtwerte.

Schallschutz beim Ablauf

Einen wesentlichen Einflussfaktor stellt auch die Gebäudestruktur dar. Neben der Schallschutzwirkung der Abläufe selbst sollten geeignete Bodenaufbauten gewählt werden. Hier ist es besonders wichtig, eine Körperschallübertragung vom Duschplatz in die umhüllenden Bauteile wie Wände und Geschossdecke zu vermeiden.

Abläufe aus Verbund- und Kunststoffwerkstoffen haben von Haus aus eine schallschluckende Wirkung und unterstützen somit bereits bei der Installation die Reduzierung von Schallübertragungen. Der Schallschutz sollte daher bereits bei der Grundrissplanung beachtet werden, indem Abwasserleitungen nicht durch schutzbedürftige Räume geführt werden und die Anordnung von schutzwürdigen und nicht-schutzwürdigen Räumen sorgsam im Grundriss berücksichtigt wird. Zudem wird Planern empfohlen, Decken und Wände mehrschalig auszuführen, Rohrleitungen gegebenenfalls vor der Wand beziehungsweise ohne Stemmen von Schlitzen und Aussparungen zu verlegen sowie Rohrschellen fachgerecht zu platzieren und zu montieren.

Messungen des Fraunhofer-Instituts bestätigen Kessel-Abläufen einen optimalen Schallschutz. Die ermittelten Werte liegen weit unter den höchsten Anforderungen der Norm DIN 4109 und der Richtlinie VDI 4100. Mit der Durchgangsdichtung „Quick-Fit“ kann der Installations-Schallpegel um ca. 6 bis 7 dB(A) reduziert werden.

Regelungen für Hebeanlagen

Betrachtet man Hebeanlagen, sind die Vorschriften weniger eindeutig. Die Maximalwerte der DIN 4109 überschreiten sie um ein Vielfaches. Denn sobald ein bestimmter Füllstand im Sammelraum erreicht ist, beginnen die Pumpen zu laufen und nehmen keine Rücksicht auf Tages- oder Nachtzeiten. Auch in der DIN 1986–100 und EN 12056–4 sind die Schallschutzanforderungen nur vage geregelt. Allein die Produktnorm DIN EN 12050–1 benennt Bereiche von 70 dB oder 80 dB. Diese Größenordnung liegt jedoch deutlich über einem angenehmen Bereich.

Ziel muss es sein, die Lärmbelastung von Hebeanlagen auf ein Minimum zu reduzieren. Dabei haben schon die Auswahl, Auslegung und letztendlich die korrekte Abstimmung einer Hebeanlage an das jeweilige Entwässerungssystem später Einfluss auf die Geräuschentwicklung. Betriebspunkte wie die Schalthöhen und Laufzeiten der Hebeanlage sollten zum Gesamtsystem abgestimmt sein. Die Wahl der geeigneten Fördereinrichtung beeinflusst zusätzlich die Betriebslautstärke. Freistromlaufräder beispielsweise zeichnen sich durch Robustheit und Laufruhe aus.

Richtiger Aufstellort und sorgfältiger Einbau vermeiden Lärm

Eine Hebeanlage sollte so weit wie möglich von schutzbedürftigen Räumen wie Schlaf- oder Kinderzimmern entfernt aufgestellt werden, um Störungen durch Schall zu minimieren. Ideal ist der Einbau außerhalb von Gebäuden. Das spart obendrein Wohnraum und vermeidet Geruchsbelästigungen bei der Wartung.

Neben dem Aufstellort ist auch die fachgerechte Installation entscheidend. Dabei spielt die Auswahl eines schallgedämmten Rohrsystems bzw. der Einsatz von Dämmschläuchen oder Schutzrohren eine wichtige Rolle. Bei der Dimensionierung der Druckleitung ist zu beachten, dass die Fließgeschwindigkeit in der Druckleitung zwischen 0,7 m/s und maximal 2,3 m/s liegt. Zu hohe Geschwindigkeiten erhöhen unnötig den Energieverbrauch und tragen wesentlich zur Geräuschentwicklung bei.

Überdies sollte bei der Befestigung der Hebeanlage eine Körperschallentkopplung vorgenommen werden, indem zwischen Boden(platte) und Hebeanlage elastische, schalldämmende Matten zum Einsatz kommen. Zusätzlich müssen alle Leitungsanschlüsse an der Anlage flexibel ausgeführt werden, um eine direkte Schallübertragung durch den Betrieb der Pumpen zu vermeiden. Das gilt ebenfalls für die Verbindung zwischen Hebeanlage und Druckleitung. Auch eine schallentkoppelte Lagerung oder Aufnahme der Pumpe(n) kann zur Schallreduzierung beitragen.

Ein weiterer Punkt ist überdies die Sorgfalt bei der Montage. Schon eine einzige Schallbrücke wie Mörtelreste oder eine falsch installierte Rohrschelle können die Schallüberbrückung um mehr als 10 dB verschlechtern.

Ebenfalls relevant ist die regelmäßige Wartung. Ablagerungen und Anhaftungen reduzieren die Leistungsfähigkeit und verlängern damit die Zeit der Lärmeinwirkung. Auch die entstehenden Geräusche nehmen zu, da ungleichmäßige Belastungen der rotierenden Teile den Schallpegel deutlich erhöhen.

Fachgerechter Rückstauschutz = bester Schallschutz für den Ablauf

Abwasser unterhalb der Rückstauebene muss über eine Rückstausicherung entwässert werden. Dies kann bei ausreichendem Gefälle zum Kanal auch ein Rückstauverschluss sein, der im Normalbetrieb und im Rückstaufall kaum zu hören ist. Andernfalls sind Hebeanlagen erforderlich. Immer wieder kommen sie aber auch dann zum Einsatz, wenn es gar nicht notwendig ist. Sofern das Gefälle zum Kanal ausreichend ist, sollte Abwasser oberhalb der Rückstauebene niemals gepumpt werden.

In diesem Zusammenhang sind schalltechnisch besonders Hybrid-Hebeanlagen interessant. Im Normalbetrieb pumpen sie nicht und es entstehen keine Geräusche. Kommt es zu einem Rückstau, schließen die Rückstauklappen, was ebenfalls kaum Geräusche verursacht. Erst bei gleichzeitigem Rückstauereignis und Abwasseranfall erzeugen die integrierten Pumpen Geräusche. Da dieses Ereignis aber selten eintritt, ist die resultierende Schallbelästigung minimal und Hybrid-Hebeanlagen tragen zu einer erheblichen Lärmreduzierung in Gebäuden bei.


Hybrid-Hebeanlagen tragen zur erheblichen Lärmreduzierung in Gebäuden bei, da ihre Pumpen nur bei gleichzeitigem Rückstauereignis und Abwasseranfall Geräusche erzeugen.


Sorgfalt bei der Montage: Schon eine einzige Schallbrücke wie Mörtelreste oder eine falsch installierte Rohrschelle können die Schallüberbrückung um mehr als 10 dB verschlechtern.



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