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Künstlerisches Trägermaterial

Neubau eines Firmen-Glasgangs in Basel
Künstlerisches Trägermaterial

Wesentliche Bestandteile des Eingangsbereichs des Novartis-Campus in Basel sind eine überdachte Fußgängerpassage und vier Parkhaus- Ausgänge, von der Künstlerin Eva Schlegel konzipiert und umgesetzt. Der Walkway besteht aus Glasplatten, die buchseitengleich mit un- scharfen, unlesbaren Texten bedruckt sind.

Jörg Pfäffinger

Die Künstlerin Eva Schlegel dazu: „Mein Konzept war es, den Gang wie einen langgezogenen japanischen Pavillon zu realisieren, der an beiden Seiten überlagerte Schiebetüren aufweist. Die Glasplatten sind bedruckt mit unscharf fotografierten Texten aus Büchern meiner Bibliothek. Dabei geht es mir um die Textstruktur und um die Frage nach der Wahrnehmung, was passiert, wenn Text vom primären Informationsgehalt befreit ist. Wird er zum Bild, oder nimmt man ihn weiterhin als Text wahr? Ich habe dazu unterschiedliche Texte verwendet: Interviews, wissenschaftliche Texte, Gedichte – also ganz unterschiedliche Textstrukturen mit verschiedenen Typografien. Wenn man durch den Gang geht, schweben die Texte in der Luft und der Park scheint beschriftet.“
Bei schräger Sonneneinstrahlung fällt der Schriftschatten auf den Boden und „beschreibt“ den Weg. Insgesamt 43 Gläser mit je 290 x 160 cm Abmessung sind in Schienen gelagert, die wie ein liegendes „E“ mit Mittelsteg und zwei Randstegen funktionieren, sich sich jedoch nicht verschieben lassen. Die Glastafeln sind auf der Ganglänge von 47,7 m unregelmäßig platziert, es gibt Gruppen von zwei und drei Gläsern, die sich teilweise überlappen, und auch einzeln stehende Elemente. Es handelt sich um VSG, 2 x ESG je 15 mm, Diamant weiß; der fassadentaugliche Siebdruck wurde auf Ebene 2 aufgebracht.
„Die ursprüngliche Idee des Ganges war, dass nur Gläser für die Statik zuständig sein sollten. Für die Schwerelasten wäre das auch möglich gewesen, aber auf Grund starker Windlasten hat man 13 schlanke Edelstahlstützen von 12 x 14 cm eingeführt, die auf dem Grundriss des Ganges irregulär verteilt sind, im Abstand von maximal 8,40 m. Und nur weil das Glas in diesem kombinierten System die Schwerelasten mit trägt, konnte ein derart dünnes Dach realisiert werden“, sagt Christoph Haas vom Ingenieurunternehmen Ernst Basler + Partner AG, Leiter Spezialtragwerke, über das nur 15 cm starke Edelstahl-Dach, das Abstände von bis zu 8,40 m überspannt.
Es war hohe Genauigkeit der Stahlkonstruktion gefordert: Da die Glastafeln mit ihren fast perfekt geraden Kanten teilweise sehr nahe bei den Stützen stehen, würde eine Abweichung leicht sichtbar sein. Die Beherrschung des Verzugs beim Schweißen ist gerade bei rostfreiem Stahl eine besondere Herausforderung. Eine weitere war der gewünschte Exzenterschliff als Oberflächenbehandlung des Edelstahls, der auf allen Flächen, inklusive Untersichten, aufzubringen war.
Künstlerische Gestaltung: Atelier Eva Schlegel, Wien, Eva Schlegel, Erika Ratvay Generalplaner: Ernst Basler + Partner AG, Zürich, Christoph Haas, Fred Steiner, Beat Weiss
Stahlbauausführung: Neuweiler AG, Kreuzlingen
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