Neubau eines Besucherzentrums für die „Gärten der Welt“ in Berlin-Marzahn

Grüne Vielfalt in der „Platte“

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Zur IGA 2017 entstand für die „Gärten der Welt“ im Erholungspark Marzahn ein neues Besucherzentrum. Mit Blick auf die Nachhaltigkeit entschieden sich die Architekten von WW+ für robuste und langlebige Materialien. Dies galt auch für die Abdichtung der begrünten Flachdachflächen. Hier kam eine homogen schweißbare EPDM-Dachbahn zum Einsatz.

Sven-Erik Tornow | jo

Zur Gestaltung des Besucherzentrums lobte der für die Gesamtmaßnahme verantwortliche Bauherr, die Grün Berlin GmbH, einen nichtoffenen Wettbewerb nach RPW aus. Daraus ging der mittlerweile realisierte Entwurf des luxemburgischen Architekturbüros WW+ als Sieger hervor. Das architektonische Konzept sieht eine kompakte Gebäudeform zur Reduzierung der bebauten Flächen zugunsten einer grünen Umgebung vor. Hierzu ist es harmonisch in den umliegenden Naturraum eingebettet. Mit seiner eigenständigen Form bildet das Gebäude einen klaren, identitätsstiftenden Abschluss zum Blumberger Damm.

Gleichzeitig versteht es sich als „Eingang“ und öffnet sich durch die besondere, sich ausweitende Anordnung des Baukörpers zum Erholungspark der „Gärten der Welt“. Über den begrünten Innenhof und den offenen Vorplatz entsteht eine fließende Verbindung zwischen dem Besucherzentrum und dem vorhandenen Naturraum. Unterstützt wird diese natürliche Integration durch die ebenfalls vom Büro Geskes Hack geplanten Außenanlagen des Besucherzentrums.

Lage an zentraler Position

Ein großzügiger, schräg ansteigender Vorplatz mit Treppenanlage an der Westseite des Gebäudes führt zum Haupteingang mit Ticketverkauf. Dem schließt sich unmittelbar ein offener Innenhof an, der als wichtige Schnittstelle alle weiteren Gebäudebereiche erschließt. Dazu zählen der zusammengefasste Funktionsbereich von Information, Shop, Ausstellung und die Gastronomie mit Außenbetrieb sowie der Veranstaltungsraum. Seine Sonderstellung als Raum für feierliche Anlässe, Vorträge und besondere Ereignisse tritt durch die Lage an zentraler Position zwischen dem abknickenden Bauteil und dem Eingangstor architektonisch hervor. Vom Innenhof aus gelangt der Besucher entweder direkt entlang der Gebäudekubatur oder indirekt über den Informations- und Ausstellungsbereich in die „Gärten der Welt“.

Harmonisch integriert

Aufgrund der bewusst aufgelösten Fassadenstruktur des Baukörpers kommt es räumlich und visuell zu einer Verflechtung von verschiedenen Raumzonen. Es entsteht eine Interaktion zwischen den Orten des Besucherzentrums untereinander sowie zwischen dem Besucherzentrum und den angrenzenden Quartieren. Hierzu strukturieren sich die zweischalig aufgebauten Fassaden abwechselnd zwischen tragenden Sichtmauerwerkflächen und feststehenden Glaselementen. Der helle Ziegelstein der Fassadenflächen fügt sich harmonisch in die Parklandschaft ein. Als ortstypisches Material nimmt der Fassadenziegel Bezug auf eine lange Reihe historischer und zeitgenössischer Gebäude Berlins.

Im Innenbereich dominieren die Materialien Glas und Putzflächen. In den Aufenthaltsbereichen schafft Holz als zusätzliches weiches Element eine freundliche und warme Atmosphäre. Der Terrazzoboden fügt sich in seiner Farbigkeit harmonisch in die Gesamtgestaltung ein. Mit Blick auf die Nachhaltigkeit entschieden sich die Architekten bewusst für robuste, langlebige und nachhaltige Materialien, da diese pflegeleicht sind und über einen langen Zeitraum ansehnlich bleiben. Das galt gleichermaßen für die Abdichtung der rund 2 000 m2 umfassenden Flachdachflächen des Besucherzentrums, die aufwändig begrünt wurden. Hier kam die nach Herstellerangaben „einzige“ homogen schweißbare EPDM-Dachbahn „Evalastic“ des Flachdachspezialisten alwitra zum Einsatz.

Eigenschaften

Seit vielen Jahren überzeugt diese EPDM-Dachbahn durch ihre Thermoelastizität, Bitumenverträglichkeit, Dämmstoffneutralität und Weichmacherfreiheit. Zu den produktspezifischen Eigenschaften zählen die hohe Chemikalienbeständigkeit, die FLL -geprüfte Durchwurzelungs- und Rhizomfestigkeit sowie die enorm hohe Kälteflexibilität. Als komplettes Flachdach-System hat sich Evalastic in allen Verlegearten und Flachdachbauweisen bewährt.

Auch die Verarbeitung der Dach- und Dichtungsbahn ist dank der Polymerbasis EPDM/PP so einfach wie bei fast allen Kunststoffbahnen. Durch Heißluftschweißen werden die Bahnen materialhomogen gefügt. Besonders praxistauglich zeigt sich die Bahn bei der Detailausbildung und in den Anschlussbereichen.

Aufgrund ihrer Warmverformbarkeit ist sie besonders geschmeidig, wodurch die Anschlussausbildung deutlich erleichtert wird.

Neben der homogenen Verschweißbarkeit ist es auch das ökologische Profil, mit dem die EPDM-Dachbahn zu überzeugen weiß. Sie ist chlorfrei und frei von jeglichen chlorierten organischen Verbindungen. Alle Evalastic-Bahnen sind mit dem CE-Zeichen als EPDM Dach- und Dichtungsbahn gemäß EN 13956 und EN 13967 gekennzeichnet. In der umfassenden Umwelt-Produkt-Deklaration (EPD) – vom Institut Bauen und Umwelt (IBU) e.V. erstellt – werden sowohl die Nachhaltigkeit als auch das ökologische Profil überprüfbar dokumentiert.

Dach als artenreicher Lebensraum

Auf die durchwurzelungs- und rhizomfeste Abdichtung folgte in Marzahn eine einzigartige Dachbegrünung.

Gemeinsam mit Kooperationspartnern aus Handwerk und Industrie installierte der Deutsche Dachgärtner Verband verschiedene Biodiversitätsmodule, die das knapp 2 000 m2 große Dach in ein Experimentierfeld für Artenvielfalt verwandelten.

Denn durch unterschiedliche Gestaltungsmaßnahmen und die Berücksichtigung grundlegender Biodiversitätsprinzipien kann die Biotop-Funktion begrünter Dachflächen gezielt gefördert werden.

Auf dem Dach des Besucherzentrums in Berlin wurde hierzu die herkömmliche Extensivbegrünung mit einem Mosaik verschiedener Biodiversitätsmodule ergänzt. Dazu zählen die Modulation der Substratoberfläche über unterschiedliche Höhen, die Verbesserung der Substratqualität, vegetationsfreie Bereiche wie Sandlinsen und Grobkiesbeete, temporäre Wasserflächen, spezielle Pflanzenauswahl, Nisthilfen für Insekten und das Auslegen von Totholz. Hierdurch soll sich das Dach des Besucherzentrums im Laufe der Zeit zu einem besonders artenreichen und ökologisch wertvollen Lebensraum entwickeln. Besucher haben die Möglichkeit, das Dach über eine neben dem Gebäude angeordnete Plattform zu besichtigen.

Attraktiver Lebensraum

Neben der Rückgewinnung von Lebensraum und dem Experimentierfeld für Artenvielfalt sorgt die Dachbegrünung auch für die von den Architekten gewünschte harmonische Integration des Neubaus in den Naturraum. Dies ist ein deutlicher Mehrgewinn für den Bezirk Marzahn-Hellersdorf, der sich selbst gerade aufgrund der stadtweiten Wohnungsknappheit sozial stärker mischt.

Die neue Infrastruktur und die damit verbundene, vermehrte Indentifikation der Anwohner unterstützen den beginnenden Aufschwung im Osten Berlins. So entstand mit der IGA und dem neuen Besucherzentrum für die „Gärten der Welt“ nicht nur ein neuer Besuchermagnet, sondern auch attraktiver Lebensraum für die Menschen vor Ort.

Architekten:

WW+ architektur + management,

Esch /Alzette, Luxemburg

www.wwplus.lu

Landschaftsarchitekten:

geskes.hack Landschaftsarchitekten GmbH, Berlin

www.geskes-hack.de

Hersteller
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