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Mehrgeschossige Holzrahmenbauweise

Neubau eines Wohngebäudes in Isny
Mehrgeschossige Holzrahmenbauweise

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Ein viergeschossiges Wohngebäude in Isny im Allgäu wurde in Holzbauweise und zwar im Passivhausstandard realisiert. Dabei kam eine individuelle Brandschutz-Ausführung gemäß Landesbauordnung zur Verwendung. Dank der Material- verbindung aus Holz und Beton vereint die Hybridbauweise die positiven Eigenschaften beider Systeme.

Eva Mittner | be

Die technischen, ökologischen und gestalterischen Möglichkeiten des Baustoffes Holz gewinnen rasant an Bedeutung. Deshalb etablieren die Manufakturen der Gruppe ZimmerMeisterHaus den Holzbau über mehrere Geschosse deutschlandweit auch im städtischen Wohnungsbau. Gebäude mit bis zu fünf Geschossen sind problemlos realisierbar. Mit tragfähigen und nachhaltigen Konzepten hinsichtlich Statik, Brandschutz und Akustik wird gezeigt, dass die innovative Hybridbauweise mit der Materialverbindung aus Holz und Beton die positiven Eigenschaften beider Systeme optimal vereint.
Für ein aktuelles Projekt-Beispiel in Isny im Allgäu entwickelte die Manufaktur Jarde aus Gestratz eigens eine individuelle Brandschutz-Ausführung. Gemäß der Gebäudeklasse 4 der Landesbauordnung Baden-Württemberg verwendete man ausschließlich nichtbrennbare Dämmstoffe. Für die brandschutztechnisch wirksame Bekleidung der Holzkonstruktion setzte man Gipsfaser-Platten ein (Kapselkriterium K²30). Jede Wohnung wurde als eigener Brandabschnitt ausgeführt. Hierbei entsprechen die Wohnungstrenndecken der Feuerwiderstandsklasse F90 B ebenso wie der Holzständerbau. Die Wahl der Materialien ist dabei Programm: Stahl-Beton im Treppenhaus und Liftschacht, alles andere in bewährter Holzkonstruktion. Holzbau Jarde legte besonderes Augenmerk auf einheimische Hölzer, natürliche Oberflächen und besonders viel Sonneneinstrahlung. So sind alle großen Fenster im Gebäude nach Süden ausgerichtet, das Treppenhaus dagegen zur Minimierung der thermischen Verluste im Norden angelegt.
Maßgeschneidert für 50+
Matthias Jarde und sein Team konzipierte das Gebäude speziell für die Ansprüche der Personengruppe 50 Plus. „Wir haben hohen Wert auf die Grundsätze des barrierefreien Bauens gelegt“ sagt er, „um eine lange Nutzung der Wohnung und des Hauses für die Eigentümer allein und ohne fremde Hilfe zu ermöglichen.“
Den Blick für das Wesentliche teilt er mit dem beteiligten Architekten Erwin Keck aus Ochsenhausen, der sich auf den Passivhausstandard in Holzbauweise spezialisiert hat. In dem viergeschossigen Mehrfamilienhaus befinden sich acht Wohnungen auf einer Grundfläche von 270 m². Aus der Tiefgarage gelangt man direkt in die gewünschte Etage, oberirdische Stellplätze kann man zusätzlich nutzen. Elektrische Jalousien und Rollläden sowie die Türsprechanlage mit Video-Funktion bieten Sicherheit und besonderen Komfort.
Alle Einheiten haben Fußbodenheizung mit Einzelraumregelung für optimale Wärmeverteilung und Behaglichkeit. Zudem bestehen Standortvorteile durch die zentrale Lage – Stadtzentrum, Ärzte und auch Supermärkte sind gut zu Fuß erreichbar.
Energieeffizienz mit eingebaut
Besondere Aufmerksamkeit erfährt das Bauvorhaben durch das regionale Energie-Forum, denn die Stadt Isny hat sich das Ziel gesetzt, energieautark zu werden. So verwundert es nicht, dass sie den Bau energieeffizienter Holzgebäude – speziell wie hier mit Passivhausstandard – unterstützt. Garantiert sind bei diesem Bauvorhaben auf lange Sicht fünf- bis sechsfach geringere Kosten für Heizung und Warmwasser – im Vergleich zum gesetzlichen Mindeststandard.
Der Einsatz von thermischer Solaranlage und Photovoltaik erhöht den Anteil der regenerativen Energien erheblich und erreicht damit nahezu energetische Autarkie. Zum guten Klima trägt auch die automatische Be- und Entlüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung bei. An kalten Tagen sorgt eine Holzpellet-Heizung zusätzlich für Wärme.
„Die Vorteile der Holzbauweise sehe ich in der Reduzierung des Energiebedarfs, der zeitsparenden Vorfertigung der Bauteile und in der heimischen Wertschöpfung.“ erläutert Matthias Jarde. „Die Nachhaltigkeit des nachwachsenden Rohstoffs ist ohnehin unschlagbar.“
Konstruktion im Detail
Die vier Geschosse des Wohngebäudes in Isny mit drei Mal zwei Wohnungen (125 m²) und einmal zwei Wohnungen (105 m²) haben eine Nettogeschossfläche von 1 210 m² plus 300 m² Tiefgarage. Es wird ein mittlerer U-Wert von 0,12 W/m²k erreicht.
Treppenhaus und Tiefgarage sind aus Stahlbeton konstruiert. Die Kellerumfassung basiert auf Stahlbeton-Fertigteilwänden plus Perimeterdämmung.
Die Außenwände bestehen aus Holzrahmenbauweise mit Steinwolledämmung (Klemmrock von Rockwool). Beplankungen innen und außen erfolgten durch Fermacell Gipsfaserplatten, ergänzt durch die Dampfbremse Vapor. Verkleidet wurde die Fassade mit der Zementfaserplatte Textura von Eternit; aus brandschutz- und wartungstechnischen Gründen wurde hierfür kein Holz verwendet.
Die Dachkonstruktion sieht folgendermaßen aus: Es kam eine EPDM-Flachdachabdichtung zum Einsatz, die Holzschalung stammt vom Holzwerk Schneider, für die Hinterlüftungsebene wurde die Holzfaserplatte DWD von Glunz verbaut und für die Dämmung Steinwolle. Unter dem Dachtragwerk aus Brettschichtholzbalken folgt die Dampfbremse Intello von ProClima, nach innen abgeschlossen von der Diamant Gipskartonplatte von Knauf, verputz mit dem Dekorputz Keim Intact.
Auch die Innenwände sind in Holzrahmenbauweise erstellt, und zwar mit Konstruktionsvollholz von Schneider, beplankt von Gipsfaserplatten und wiederum gedämmt mit Steinwolle. Bei den Holzdecken kam – abhängig von der statischen Erfordernis Brettschichtholz- und Brettsperrholz von Binderholz zum Einsatz.
Architekturbüro: Erwin Keck, Ochsenhausen Brandschutzkonzept: IngPunkt Ingenieurgesellschaft für das Bauwesen mbH, Augsburg Statik: Dipl.-Ing. FH Josef Müller, Kirchdorf


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