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Karbonisierung der Holzfassade eines Wohngebäudes

Neubau Wohngebäude in Regensburg
Rauchschwarz karbonisiert

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Neue Wege in der ressourcenschonenden Architektur geht der Bayerische Staatsforsten bei einem Neubau: Mitten in Regensburg entstand ein Wohngebäude in Holzbauweise mit Karbonisierung der Fassade. Der Flächenverbrauch konnte durch miteinander verknüpftes Parken und Wohnen in der innerstädtischen Nachverdichtung reduziert werden.

Anforderung:

Leuchtturmprojekt in Regensburg: ganzheitlich nachhaltiges Wohngebäude

Lösung:

Nachverdichtet durch verknüpftes Parken und Wohnen. Hybrid-Holzbauweise mit verkohlten Fassadenprofilen.


Elke Hirsch | be

In der Innenstadt von Regensburg zieht ein neues Wohngebäude die Aufmerksamkeit auf sich. Der moderne vierstöckige Holzbau steht auf Stelzen, zudem prägen rauchschwarze Fassadenprofile das markante Erscheinungsbild in besonderer Weise. Doch vor allem setzt das Bauprojekt auf dem ehemaligen Parkplatz der Unternehmenszentrale der Bayerischen Staatsforsten auch durch nachhaltige und klimafreundliche Architektur neue Maßstäbe für Gebäude in Holzbauweise. 500 t CO2 konnten hier durch die Verwendung von zirka 700 m3 Holz eingespart werden.

Zudem wurde durch die Überbauung des vorhandenen Parkgeländes das Nutzungspotenzial der Fläche erheblich gesteigert. Mit einem ideenreichen architektonischen Konzept war es möglich, Parken und Wohnen für eine innerstädtische Nachverdichtung zu vereinen und den Flächenverbrauch für dringend benötigten Wohnraum zu reduzieren.

Ganzheitliche Nachhaltigkeit

Beim Wachstumsprozess von Holz wird der Atmosphäre CO2 entzogen und langfristig gespeichert. Auch verbraucht der Einsatz von Holz im Vergleich zu konventionell erstellten Gebäuden 50 % weniger Primärenergie. Vor diesem Hintergrund nimmt der nachwachsende Rohstoff beim Bauen zunehmend einen hohen Stellenwert ein. Wurden in der Vergangenheit hauptsächlich einfache und kleinere Gebäude in Holzbauweise realisiert, so ergeben sich heute aufgrund innovativer Bauweisen und Technologien vielfältige neue Möglichkeiten. Das zeigt das Leuchtturmprojekt der Bayerischen Staatsforsten.

Zu den Zielen des ganzheitlichen ressourcenschonenden Baukonzeptes gehört es ebenso, Natur in das stark versiegelte urbane Umfeld der Stadt zurückzuholen. Auf dem Flachdach des vierstöckigen Gebäudes ist die Anlage eines Gartens mit Bäumen, Sträuchern und verschiedenen Pflanzbeeten als „Urban Gardening“ geplant. Dieser attraktive Freizeitbereich über den Dächern von Regensburg soll den Bewohnern als gemeinschaftlich genutzte Grünfläche und zentraler Treffpunkt dienen.„Es wird in Zeiten stets höher werdender Temperaturen immer wichtiger, mit begrünten Dächern einen Beitrag zur Verbesserung des städtischen Mikroklimas zu leisten“, so Thomas Feigl.

Auch zur Wärmeversorgung und Beheizung des Gebäudes wird Holz als regenerativer und klimaneutraler Rohstoff eingesetzt. Verbunden über eine Nahwärmeleitung mit dem angrenzenden Verwaltungsgebäude der Bayerischen Staatsforsten, versorgt eine zentrale Holzpelletanlage die Wohnungen mit nachhaltiger Wärmeenergie.

Holz-Hybridbauweise mit Karbonisierung der Fassade

Durch individuelle Kombination von Holz mit verschiedenen Materialien entstehen gute Lösungen. Die Holz-Hybridbauweise vereint unterschiedliche Materialeigenschaften, sodass die jeweiligen Stärken genutzt und Schwächen ausgeglichen werden. Diese Symbiose erweitert die Einsatzmöglichkeiten, die im klassischen Holzbau bisher nicht möglich waren.

Um die tragenden Bauteile bei dieser Überbauung besonders zu stabilisieren, kam hier folgende Materialkombination zum Einsatz: Speziell das Sockelgeschoss mit seinen V-förmigen Stützen und dem Trägerrost, auf dem der Wohnungsbau steht, wurde wegen der hohen Gebäudelasten in Holz-Hybridbauweise mit Buche-Elementen und Stahlträgern errichtet.

Hohe Wohnqualität mit Vollholz

Angeordnet um einen massiven Erschließungskern mit Treppenhaus und Aufzug, sind über der tragendenden Plattform aus Bau-Buche und Stahl auf drei Etagen 33 komfortable Wohnungen komplett in Holzmassivbauweise entstanden – mit Wänden aus CLT-Elementen und massiven Brettstapeldecken. Im Verhältnis zu seinem Gewicht ist das ein sehr leistungsfähiges Konstruktionsmaterial und ideal geeignet für mehrstöckige Wohngebäude sowie nachträgliche Aufstockungen im städtischen Raum.

Die massiven Fertigteile aus Vollholz bieten einen hohen Grad an Vorfertigung, was eine schnelle und sichere Bauweise ermöglicht. Auch haben diese schall- und wärmedämmende Eigenschaften, regulieren die Raumluftfeuchtigkeit und schaffen so ein gesundes und behagliches Wohnklima.

Feuer-veredelt: dauerhaft geschützt durch Karbonisierung

„Wir hatten über die Fachmedien erfahren, dass durch Mocopinus die jahrhundertealte, traditionelle japanische Methode Yakisugi, die Holzoberflächen mit einem Verbrennen witterungsbeständig macht, weiterentwickelt wurde. Von der Idee, die karbonisierten Fassadenprofile ‚Carboris‘ für unser Projekt einzusetzen, waren wir von Anfang an begeistert. Zumal deren edlen rauchschwarzen Oberflächen den puristischen Architekturstil des Wohngebäudes hervorragend ergänzen würden. Dass die neuartigen Fassadenelemente ohne Einsatz von chemischen Stoffen einen sicheren und langlebigen Holzschutz bieten, hat uns mehr als überzeugt. (…)“, kommentiert Thomas Feigl.

Mocopinus hat in intensiver Forschungsarbeit spezielle Technologien für die Karbonisierung verschiedener Holzarten entwickelt. „Die Yakisugi-Methode war für uns Neuland und wir haben in aufwendigen Versuchsreihen zahlreiche Anwendungslösungen getestet. Ausschlaggebend für die optimale Karbonisierung der Oberflächen ist die exakt passende Gradzahl und Verbrennungsdauer. Heute bieten wir als einziger Hersteller eine Auswahl von Profil- und Holzvarianten in industrieller Fertigung. Die Parameter der Beflammungsprozesse passen wir an die jeweiligen Materialanforderungen individuell an.“, erklärt Geschäftsführer Eric Erdmann.

Die Oberflächen der hier eingesetzten Fassadenprofilen „Carboris“ aus Nordischer Fichte wurden unter speziell entwickelten Bedingungen mit Feuer veredelt. Das Verkohlen bewirkt eine Verdichtung der Holzzellen und es bildet sich so ein langlebiger natürlicher Schutz vor Wasser, Verwitterung, Schimmel und Insektenbefall. Auf chemische Holzschutzmittel oder Farbanstriche, die in regelmäßigen Abständen zu erneuern sind, kann somit dauerhaft verzichtet werden. Bei der kontrollierten Verbrennung umhüllt die Oberflächen zugleich eine Ascheschicht.

Durch das Verbinden der gegensätzlichen Elemente Holz und Feuer prägt die Fassade eine unverwechselbare Optik, die mitunter an Leder erinnert und jedes Objekt zu einem Unikat macht. Die schwarz schimmernden, hochwertigen Oberflächen erzeugen ein edles Erscheinungsbild für die Gebäudehülle des Vorzeigeobjektes der Bayerischen Staatsforsten.


Projekt: Wohngebäude, Tillystraße,
Regensburg

Bauherrschaft: Bayerische Staatsforsten, Regensburg

Architektur: Architekt Thomas Feigl, Bayerische Staatsforsten, Regensburg
www.baysf.de

Umsetzung: Holzbau Hasl, Bodenwöhr


Architekt Thomas Feigl: „Wir haben zur Unterbringung von kleinen Wohnungen und Appartements mit rund
900 m2 Wohnfläche einen hölzernen Baukörper entworfen, der wie auf Stelzen über dem Boden schwebt. Dadurch konnten die Parkplätze zu ebener Erde weitgehend erhalten bleiben.“


Das Verkohlen bewirkt verdichtete Holzzellen; es bildet sich ein langlebiger natürlicher Schutz vor Wasser, Verwitterung, Schimmel und Insektenbefall. Auf chemische Holzschutzmittel kann dauerhaft verzichtet werden.



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