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Holz-Hybrid-Bauweise für Hochhäuser in der Stadt

Neubau eines Hochhauses mit Mischgewerbenutzung in Wien
Hoch hinaus mit Holz

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Wie der Name schon verrät, dreht sich im HoHo Wien – dem derzeit zweitgrößten Holz-Hybrid-Hochhaus der Welt – alles um den Werkstoff Holz. Nachhaltig, flexibel und mit dem Duft von Wald – so gestaltete sich auch der Innenausbau. Spezielle Systemaufbauten von Decke und Boden sorgen zudem für einen optimierten Schallschutz.

Anforderung:

Hochhaus als Statement für Innovation, Nachhaltigkeit und Moderne

Lösung:

Holz-Hybrid: Wände/Decken/Stützen unverkleidet aus Fichtenholz. Hohlbodensystem mit Nachhaltigkeitszertifikat.


Irene Hanig, Lindner Group | be

Das HoHo Wien ragt mit seinen 84 m weit über die Seestadt Aspern im 22. Gemeindebezirk hinaus. Auch im Bereich innovativer, nachhaltiger Holzbau gilt das 24-stöckige Gebäude als Leuchtturmprojekt weit über die Stadt- und Landesgrenzen hinweg. Dabei ist das HoHo Wien nicht nur in seiner Konstruktion als Hybrid aus Holz- und Betonfertigelementen aufgebaut, sondern ist auch in der Nutzung als ein Mix aus Bürofläche, Hotel und Serviced Apartments konzipiert. Weiter sind ein Fitness- und Beautybereich ebenso wie Arztpraxen im HoHo Wien zu finden. Insgesamt stehen 19 500 m² Mietfläche zur Verfügung, von denen bereits zwei Drittel vermietet sind.

Idee und Entwurf mit Holz-Hybrid-Bauweise

Zu Beginn hatten Investor Günter Kerbler und Baumeisterin Caroline Palfy die Idee zu einem „Holzturm“, der gemeinsam mit den Architekten von RLP Rüdiger Lainer + Partner als HoHo Wien realisiert wurde. Dabei handelt es sich um zwei Gebäude bzw. fünf Baukörper: Neben dem Tower – mit drei Gebäudeteilen mit Höhen zwischen 84, 57 und 40 m – befindet sich südlich das HoHo Next mit einem sechs- bzw. dreigeschossigen Gebäudeelement.

Das Untergeschoss mit Garage und Technikräumen verbindet Tower und Next. Nach Fertigstellung des Rohbaus und den letzten Elementen der Holz- bzw. Faserzementfassade konzentrierte man sich ab Sommer 2019 auf die Fertigstellung des Innenausbaus. Hier waren die Lindner GmbH, österreichische Tochtergesellschaft der Lindner Group, und die Handler Bau GmbH federführend verantwortlich.

Holz als tragendes Element

Auch im Innenausbau ist Holz der dominierende Werkstoff. Es wurde bewusst auf Tapeten und sogar Lackierungen verzichtet – die Räume sollen nach Fichtenholz bzw. nach Wald riechen. Zusätzlich zu den 14 cm dicken Decken- und Wandelementen bestehen auch alle tragenden Säulen aus Holz. Die Querschnitte der Stützen erstrecken sich von 40 x 40 cm bis zu 40 cm x 1,24 m. Insgesamt beträgt der Holzanteil im HoHo Wien 75 %. Neben Nachhaltigkeit stand vor allem Flexibilität im Mittelpunkt des Raumkonzeptes. Dank der flexiblen Grundrissgliederung können die Räume jederzeit umgenutzt und neu aufgeteilt werden. Die Mieter haben von Anfang an Mitspracherecht in der Raumgestaltung.

Flexibel und nachhaltig

Die Systemprodukte und Ausbauleistungen von Lindner verbinden Flexibilität und Nachhaltigkeit. Als Spezialist für Trockenbau war der Anbieter bereits im Grundausbau mit diversen Wand- und Deckenbekleidungen beteiligt.

Individuelle Gestaltungswünsche, wie unterschiedliche Bodenbeläge in Büros, im Hotel sowie im Fitnessbereich, wurden im Rahmen des Mieterausbaus durchgeführt.

Im gesamten Gebäudekomplex entschied man sich für das Cradle to Cradle Certified „Silver Floor and more“-Hohlbodensystem, im Fitnessbereich in der Variante „Power“ mit spezieller Plattenrezeptur und verstärkten Hohlbodenstützen. Die nahezu emissionsfreien Bodenplatten aus Calciumsulfat (Gips), einem nicht brennbaren Material, verfügen zudem über beste bauphysikalische Eigenschaften. Zusätzlich wurden im HoHo weitere Prüfungen in Bezug auf Schallschutz bei Hohlböden auf Holzdecken durchgeführt und die Akustik zusätzlich optimiert.

Besondere Holz-Hybrid-Bauweise mit Schallschutzprüfung

Zusätzlich zu den bauphysikalischen Standards erforderte die Sonderbauweise in Holz bzw. Holz-Beton-Hybrid (HBV) spezielle Prüfungen hinsichtlich (Tritt-)Schallschutz und der schalltechnischen Trennung von Nutzungseinheiten. Genauer gesagt zwischen den Hohlbodensystemen und den tragenden Deckenelementen. Hierfür arbeitete Lindner eng mit der TU Graz und der RWT PLUS ZT GmbH zusammen. In verschiedenen Prüfaufbauten wurden dabei Varianten des Fußbodenaufbaus mit dem „Floor and more“-Hohlboden – mit und ohne diverse Oberbeläge – betreffend Trittschall geprüft und optimiert, um so die Anforderungen gem. OIB Richtlinie 5, 2015 zu erfüllen.

Die verwendeten Lindner Systeme verbessern nicht nur die Akustik bzw. Schallschutz im HoHo Wien: Mit ihren sehr guten baubiologisch geprüften Eigenschaften und sehr hohen Umweltstandards sind sie auch Teil des strengen Nachhaltigkeitskonzepts. Das Holz-Hybrid-Hochhaus hat beim international anerkannten Bewertungssystem für umweltfreundliche Gebäude, LEED, bei Fertigstellung Gold erreicht. Das ÖGNB-Fertigstellungszertifikat kann sich ebenfalls sehen lassen: Die Österreichische Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen weist dem HoHo Wien 924 von 1000 Punkten zu.


Projekt: Hochhaus (24 Etagen) mit innovativer Holzbautechnik

Standort: Österreich, Wien, 1220, Österreich


Eigentümer seit 05/2021: Investmentgruppe AVV, Oberösterreich
Architektur: Univ.Prof. DI Rüdiger Lainer, Wien, AT | www.lainer.at
Ausführungsplanung: Architekt Gottfried Markom, Wien , AT | www.markom.cc
Tragwerksplanung, Bauphysik: Dipl.-Ing. Dr.techn. Richard Woschitz, Dr. Ronald Mischek ZT GmbH, AT
Brandschutzplanung: Baumeister Dipl.-Ing. Alexander Kunz, MSc, Kunz – die innovativen Brandschutzplaner, AT
Bauunternehmen: DI Markus Handler, Handler Group, Bad Schönau, AT
Holzlieferanten: Mayr-Melnhof Holz Holding AG im Joint Venture mit der Kirchdorfer Gruppe sowie Hasslacher Norica Timber, AT
Bruttogesamtfläche: 25 000 m²
Mietfläche: 19 700 m²
Grundstücksfläche: 3 920 m²


LEED-Zertifizierung in Gold

Das HoHo Wien hat in der Fertigstellung LEED Gold erreicht. Leadership in Energy and Environmental Design (LEED) ist ein international anerkanntes Bewertungssystem für umweltfreundliche Gebäude, entwickelt vom U.S. Green Building Council.

Bereits die Planung von HoHo Wien wurde mit Gold ausgezeichnet. Aufgrund der internationalen LEED-Zertifizierung musste das verarbeitete Holz einer Zertifizierung betreffend Nachhaltigkeit unterliegen. Diese Auszeichnung für das HoHo Wien zeigt, dass die hohen Leistungen nachhaltiger Bauten messbar werden.




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