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Von rund nach eckig

Umbau einer Fußballarena in Leverkusen
Von rund nach eckig

245 Tage währte das Exil der Bayer 04-Spieler. Nach einem zweijährigen Umbau der Sportarena wird sie nun modernsten Standards gerecht. Lichtdurchlässige Stegplatten sorgen für futuristische Akzente der neuen diskusförmigen BayArena-Überdachung.

Pünktlich zur neuen Bundesliga-Saison konnten die Bundesliga-Fußballspieler von Bayer 04 Leverkusen in ihr neu ausgebautes Stadion zurückkehren. Etwa 70 Millionen Euro wurden investiert und damit eine Arena mit internationalen Standards errichtet.

Sehenswert ist besonders die neue kreisrunde Dachkonstruktion des Stadions, die sich mit einem Durchmesser von 217 m in etwa 30 m Höhe über Spielfläche und Zuschauerränge spannt. Insgesamt beträgt die Dachfläche 28 000 m², dessen Tragkonstruktion auf dem Prinzip des Speichenrades beruht. Bei diesem Konstruktionsprinzip für weit gespannte Dächer hält ein außen liegender Druckring über radial verlaufende bis zu 70 mm dicke Stahlseile einen innen liegenden Zugring. Wie enorm die Kräfte sind, die bei einer derartigen Konstruktion wirken, machen folgenden Dimensionen deutlich: Der Druckring des Daches wird von acht 40 t schweren V-förmigen Pylonen, die selbst in einem tonnenschweren Betonfundament verankert sind, getragen.
Bei solchen Mengen schwergewichtigem Stahl und Beton sollte das Material für die Dacheindeckung ein Leichtgewicht sein. Es muss jedoch auch höchsten Ansprüchen hinsichtlich Bruchsicherheit, Schlagzähigkeit, Temperatur- und Wärmeformbeständigkeit sowie Form- und Bearbeitbarkeit genügen. Ausgewählt wurde der leichte, bruchsichere, mechanisch hoch belastbare und witterungsbeständige Kunststoff Makrolon.
Von rund nach eckig
Besondere Herausforderung für die Materialentwickler von Bayer Sheet Europe, aber auch für die Monteure vor Ort war in diesem Fall, dass das außen ringförmige Dach zum Innenraum in eine rechteckige Form übergeht. Außerdem stand für die Dacheindeckung, die etwa 3 Monate vor dem Fertigstellungstermin im Mai begonnen werden konnte, nur ein sehr kurzes Zeitfenster zur Verfügung. Entscheidend waren die gute Verarbeitungsfähigkeit sowie das geringe Flächengewicht der Kunststoffplatten. Die in den speziell notwendigen Abmaßen eigens angefertigten, transluzenten, weißen Dreifachstegplatten (1,5 m breit, 4,5 bis 12 m lang, 25 mm dick) wurden vor Ort am Boden an einer Stahlkonstruktion befestigt. Über Kräne gelangten die vormontierten Teile bis in 30 m Höhe und wurden hier von speziell ausgebildeten Industriekletterern schwebend an die Seilkonstruktion montiert.
Die Makrolon-Platten filtern das einstrahlende Sonnenlicht derart, dass einerseits die Zuschauer vor starker Sonneneinstrahlung geschützt werden, aber andererseits der Rasen genügend Licht zum Wachstum erhält.
Architekten: HPP (Hentrich, Petschnigg & Partner Bauservice & Co. KG) , Düsseldorf Tragwerksplanung: Schlaich Bergermann und Partner sbp gmbh, Stuttgart
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