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Stimmungssache

Siemens Restaurants in Zürich
Stimmungssache

Die Siemens Restaurants repräsentieren eine neue Generation von Verpflegungs-Einrichtungen. Das Gebäudekonzept basiert nicht nur auf der Idee der Essensversorgung, sondern spiegelt auch ein umfassendes Verständnis für menschliche Bedürfnisse während eines Arbeitstages wider.

Die Besucher können innerhalb eines Gebäudes aus einer großen Speiseauswahl sowie zwischen verschiedene Raumatmosphären wählen, was und wo sie essen möchten – ganz nach Stimmung. Das Architekturkonzept berücksichtigt Wünsche nach Erholung und mentaler Wiederherstellung in der Mittagspause. Vollverglaste Fassaden lassen das Gebäudeinnere mit dem Außenraum verschmelzen. Terrassen laden zum Essen und Entspannen ein.
Konzept
Der Restaurantkomplex gehört zum Schweizer Hauptsitz von Siemens in Zürich und ist auch für die Öffentlichkeit geöffnet. Er umfasst drei Restaurants namens „Move“, „Relax“ und „First“ ebenso wie die Cafeteria „Point“. Angeboten werden Plätze für 700 Personen.
Die Cafeteria ist den ganzen Tag über geöffnet und bietet drinnen und draußen Plätze für 150 Personen. Das Hauptrestaurant „Move“ hat eine Kapazität von 350 Plätzen und ist mit Selbstbedienung. Angeschlossen an diesen Hauptraum, aber getrennt durch Glaswände und mit einem eigenen Eingang ausgestattet, befindet sich das 150-Plätze-Restaurant „Relax“. Das formellere Restaurant „First“ mit 50 Plätzen bietet höchste Qualität an Speisen und Service mit eigenem Eingang und Gartenbereich.
Workflow
Da die Restaurants jeden Mittag 1500 Essen anbieten, war in den Entwurfsvorgaben ein reibungsloser und effizienter Arbeitsfluss von größter Bedeutung. Ein äußerst begrenztes Budget hielt das Bauvolumen sehr klein.
Demnach wurden drei Bereiche konzipiert, die untereinander verbunden wurden. Durch präzise Überlappungen der separaten Bereiche bilden sich die Eingangs- sowie Außen- und Innenbereiche wie von selbst.
Um die lang gestreckte Architektur zu betonen, werden alle Fassaden am Ende eines jeden Bereiches von komplett zu öffnenden Falt-Glastüren abgeschlossen. Diese verbinden die inneren Räume direkt mit den Terrassen bzw. Gartenanlagen.
Die Landschaftsgestaltung folgt der Gebäude-Gliederung und unterstützt sie durch die Schaffung charakteristischer Merkmale für jeden Außenbereich.
Konstruktion
Die Konstruktion basiert zentral auf einem doppelt befestigten biegesteifen Rahmen mit Auslegern, die die Seitenflügel überspannen.
Entlang der Fassade werden zwei zusätzliche dreifach befestigte Rahmen geschaffen durch konisch verlaufende Stahlträger. Um den Tageslichtfluss zu verstärken, wurden die Stahlträger so weit reduziert, dass sie den baulichen Minimalanforderungen noch entsprechen.
Bei der Dacheindeckung sollte das Baumaterial aus Kostengründen gleichzeitig die Sichtfläche bilden. Für die Geschäfts-Cafeteria im Nordflügel wurde ein Metalldach gewählt, das die 7,2 m Spanne zwischen den Stahlträgern überdeckt, während im Südflügel die Restaurants „Move“ und „Relax“ eine weniger industrielle Atmosphäre ausstrahlen.
Wegen des stark frequentierten Raumes (insgesamt 500 Plätze) musste hier die Decke sehr hohe akustische Anforderungen erfüllen. Die Lösung bestand aus einem vorgefertigten Holz-Akustikelement in Zellenbauweise von Lignatur, das in der Lage ist, sowohl die große Distanz zu überspannen als auch Wärmedämmung, Akustik und Licht zu integrieren. Außerdem war der 51 x 13 m große Raum schnell, nämlich innerhalb von zwei Tagen überdacht, einschließlich der abschließenden Dachhaut und dem kompletten Entwässerungssystem.
Technik
Wegen des hohen Grundwasserstands besitzt das Gebäude keinen Keller, so dass die gesamte Technik und Lagermöglichkeiten im Erdgeschoss untergebracht sind. Strenge Energievorschriften sahen in den Restaurants eine Lüftungs- anstelle einer Klimaanlage vor.
Die Hauptherausforderung zur Temperaturregelung ist die Körperhitze von mehr als 1 000 Besuchern während einer zweistündigen Mittagspause. Um Überhitzung an heißen Sommertagen zu vermeiden, kann das Gebäude sich selbst in ein überdachtes Freiluftrestaurant verwandeln durch Öffnung der Ost- und Westfassaden ebenso wie der großen Schiebefenster (2,4 x 4,5 m) auf der Südfassade.
So wird aus einem Gebäude ein Außenraum; mögliche aufgestaute Hitze kann entweichen. Die Siemens Restaurants sind ein gutes Beispiel für ein modernes Konzept von Mitarbeiterverköstigung, die nicht nur das körperliche, sondern hauptsächlich das emotionale Wohlgefühl von Berufstätigen anspricht.
Weitere Informationen
Holz-Akustik-Element bba 519
Architekten: Camenzind Grafensteiner, Zürich Tanya Bacheva, Stefan Camenzind, Stefan Forrer, Michael Grafensteiner, Philip Grepper, Nadia Mühlhaupt, Brigitta Würsch, Susanne Zenker.
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