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Frischer Wind

Sanierung einer Wohnanlage in Bochum
Frischer Wind

In Bochum wird ein in die Jahre gekommenes Wohnquartier nach und nach modernisiert. Der erste Schritt erfolgte an 42 Wohneinheiten, die im bewohnten Zustand unter anderem neue und größere Balkone erhielten. Eine thermisch entkoppelte 2-Stützen-Lösung vermeidet dabei bisherige Wärmebrücken.

Das Wohnquartier „Vogelsiedlung“ im Bochumer Stadtteil Grumme soll in den nächsten Jahren nach neuestem Stand der Technik modernisiert und aufgestockt werden. Der erste der drei geplanten Bauabschnitte umfasst insgesamt 42 Wohneinheiten und etwa 2 700 m² Wohnfläche und wurde bereits realisiert. Die energetische Modernisierung der Gebäude erfolgte als KfW 60 Haus nach der EnEV 2007.

Die Fertigstellung noch vor dem geplanten Endtermin erfreute die Bewohner, denn während der gesamten Bauphase waren die Wohnblocks komplett bewohnt. Dieser Zustand ist für den Bauherren, VBW Bauen und Wohnen GmbH, und besonders für die Mieter eine besondere Herausforderung und verlangt den bauausführenden Unternehmen eine gute Organisation und eine Menge Fingerspitzengefühl ab.
Zusätzlicher Wohnraum
Für den reibungslosen Ablauf rund um das Thema Balkone sorgte die Komplettlösung der Schöck Balkonsysteme. Denn bei der Komplettsanierung in Bochum standen neben dem energetischen Aspekt auch die Schaffung zusätzlichen Wohnraums sowie die optische Aufwertung des Areals auf dem Programm. Die Häuser aus den 60er Jahren waren zweistöckig und ohne Dachausbau. Durch ein zusätzliches Stockwerk und neue großzügige Balkone sollte eine neue Lebensqualität in Grumme einziehen. Deshalb wurde der alte Dachstuhl komplett abgetragen und entkernt, die Gebäude wurden um ein Stockwerk erweitert und mit einer Pultdachkonstruktion ergänzt. Die Häuser wurden komplett neu isoliert und gedämmt. Das betraf sowohl die Dämmung der Kellerdecken und den Austausch aller Fenster als auch die energetische Fassadensanierung. Der Heizenergiebedarf konnte durch die Modernisierungsmaßnahmen halbiert werden.
Über einen Komplettabriss und eine Nachverdichtung des Areals wurde im Vorfeld lebhaft diskutiert. Schließlich entschied man sich jedoch dafür, die Bestandsgebäude zu erhalten und umfangreich zu modernisieren. Die durchbetonierten alten Balkone stellten eine extreme Wärmebrücke dar und die Frage, wie diese geschlossen werden kann, kam auf. Wohneinheiten ohne Balkone kamen natürlich nicht in Frage. Auch hatte der Bauherr Anforderungen an Funktion und Design der neuen Balkone. Um diesen gerecht zu werden, ohne den Zeitablauf zu beeinträchtigen, wurde die thermisch entkoppelte 2-Stützen Lösung der Schöck Balkonsysteme eingesetzt.
Schadensursache Wärmebrücken
Die Modernisierung von Balkonen an Bestandsgebäuden ist bei jedem Projekt eine neue Herausforderung. Die bestehenden Balkone sind meist optisch nicht mehr zeitgemäß und bilden zudem auch extreme Wärmebrücken. Besonders hoch ist der Wärmeabfluss, wenn beide Bauteile – Balkon und Geschosszwischendecke – aus einem Material mit hoher Wärmeleitfähigkeit bestehen oder der Bauteil-anschluss aufgrund der statischen Tragfähigkeit große Stahl-Querschnitte hat. Gerade im Winter entsteht beim Balkonanschluss meist eine große Temperaturdifferenz zwischen der Balkonplatte im Außenbereich und der inneren Decke der beheizten Räume. Das Bauteil wirkt an dieser Stelle wie eine Kühlrippe und leitet die Wärme ungestört von innen nach außen, so dass bei nichtvorhandener Dämmung viel Wärme verloren geht. Dies führt zum einen zu höherem Energieverbrauch und somit zu höheren Heizkosten, zum anderen gefährdet der Wärmefluss die Bausubstanz und verursacht feuchte Wände und Schimmelpilzbildung.
Bei einer Modernisierung müssen zunächst die Bausubstanz sowie der Baubestand, wie beispielsweise die Deckendicke, genau analysiert werden. Da die Gebäude in Bochum während der Bauphase bewohnt waren, war der Anspruch an einen planmäßigen, schnellen Ablauf besonders hoch. Die Organisation und Koordination der einzelnen Bauabschnitte musste exakt getaktet werden. Die Ingenieure der Schöck Balkonsysteme übernahmen bei diesem Projekt alles rund um das Thema Balkone: Von der ersten Bestandsuntersuchung und der Entwicklung der thermisch getrennten Anschlussvariante, über die Erstellung von Montagekonzepten und Terminplänen bis zur Endabnahme.
Exakt entkoppelt
Die Lösung der Schöck Balkonsysteme klingt simpel: Alte Balkone werden abgesägt, es werden Anschlüsse montiert und neue Balkone werden eingehängt. Die Kunst steckt hier jedoch im Detail: Bei der Analyse des Altbestands stellte sich heraus, dass die Betondecken nur eine Stärke von cirka 10 cm aufwiesen. Es musste also absolut exakt gearbeitet werden. Denn um die Zugkräfte des späteren Balkons aufnehmen zu können, mussten zunächst ca. 50 cm tiefe Löcher in die Decken gebohrt werden, in denen dann die Zuganker eingemörtelt wurden. Spezielle Anschlüsse mit integrierter Schöck Isokorb Technologie entkoppeln das Gebäude thermisch von der Balkonplatte und schließen damit die Wärmebrücke.
Durch den Einsatz der Isokorb Technologie erzielt man über die punktuellen Anschlüsse eine Verbesserung des Wärmedurchflusses von ca. 90 % im Vergleich zum komplett durchbetonierten Anschluss.
Da die Höhen des Fußbodenaufbaus unterschiedlich waren, mussten die Anschlüsse für jeden der 28 Balkone auf die vorgegebene Austrittshöhe ausgerichtet werden. Dies bedeutete in diesem Fall das Rangieren innerhalb der 10 cm dicken Decken. Nach Abschluss dieses Vorgangs ragen die Anschlusselemente, an denen später die neuen Balkone befestigt werden können, nur noch dezent aus der Wand. Erst danach kann die Fassadendämmung vorgenommen werden. Bei der Anbringung des WDVS musste besondere Aufmerksamkeit auf die Ausrichtung bzw. Einstellung der Dämmtiefe an den Balkonanschlusselementen und die Balkonvorsprünge, die eine Nische für die Balkonplatten vorgaben, gelegt werden. Nur so konnte die spätere einwandfreie Anbringung der Balkone garantiert werden. Dafür entwickelten die Ingenieure der Schöck Balkonsysteme spezielle Schablonen, die die Anbringung der 14 cm dicken WDVS vorgaben.
Wie ein fehlendes Puzzlestück wurden zum Schluss die neuen modernen Balkone auf die am Gebäude montierten Anschlüsse und zwei in den vorderen Balkonecken angeordnete Stützen aufgelagert. Die bisherigen Balkone verdoppelten sich durch diese Maßnahme auf eine durchschnittliche Größe von 4,00 m x 1,85 m und das neue Stockwerk wurde mit gleichen Balkonen ausgestattet.
Statik: Sterk Ingenieure, Baden-Baden
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