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Aluminiumverbundplatten an Fassade verklebt

Technische Verklebungen ohne Einbußen bei Statik und Ästhetik
Windsogsicher verklebt

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Können technische Verklebungen alle ästhetischen und statischen Anforderungen an eine vorgehängte hinterlüftete Fassade erfüllen? Prüfungen und Anwendungen mit einem marktreifen Produkt zeigen: Diese Verklebung erreicht an mit Aluminiumverbundplatten bekleideten Fassaden Stabilität und Dauerhaftigkeit – ebenso, wie es traditionelle Befestigungstechniken tun. Ihre Alltagstauglichkeit ist damit erwiesen.

Anforderung:

Hinterlüftete vorgehängte Fassaden verkleben statt verschrauben oder -nieten

Lösung:

Mit speziellen Klebestreifen verklebte Alucobond-Fassaden können Kräfte von 5 – 10 kN/m² aufnehmen


Kay Rosansky | be

Technische Neuerungen haben es in der Baubranche mitunter ein wenig schwer, und es dauert für gewöhnlich recht lange, bis das nötige Vertrauen in sie gewachsen ist. Das ist auch gut so, denn so schützten sich die Verantwortlichen davor, jeder Mode und jeder Machbarkeit hinterherzurennen und Risiken zu vermeiden. Denn wenn eine Technik am Bau versagt, kann immer erheblicher Schaden entstehen. Andererseits wäre es natürlich fahrlässig, geprüfte und bewährte Techniken abzulehnen und die Bedenken über die Erfahrung triumphieren zu lassen. Und so braucht es auch an dieser Stelle Pioniere und Vorreiter, die allen anderen zeigen, was möglich ist und so allmählich das Neue in das Repertoire aller integrieren.

Mit Verklebungen am Bau verhält es sich hierzulande gerade in etwa so. Wer einmal gelernt hat, nur kraft- oder formschlüssigen Verbindungen zu vertrauen, dem fällt es möglicherweise schwer, sich auf die Adhäsionskräfte eines Chemieproduktes zu verlassen. Die größten Bedenken existieren meist hinsichtlich der Dauerhaftigkeit der Verbindung, denn wir haben alle schon erlebt, dass Kunststoffe altern, und zwar insbesondere durch Temperaturschwankungen und Umwelteinflüsse wie UV-Strahlung. Umso erstaunlicher ist, dass wir uns tagtäglich wie selbstverständlich auf dauerhafte Verklebungen verlassen, und zwar bei so einfachen Dingen wie Smartphones, aber auch bei lebenswichtigen Dingen wie den Frontscheiben unserer Autos; denn die sind auch „nur“ geklebt – und dabei extremen Belastungen ausgesetzt.

Während auf der anderen Seite des Atlantiks seit Jahrzehnten ein unbefangener Umgang mit diesem Thema vorherrscht, setzen wir Mitteleuropäer erfahrungsgemäß etwas mehr auf Sicherheit, was mir berechtigt erscheint (siehe oben). Und vor diesem Hintergrund ist erfreulicherweise zu berichten, dass professionelle technische Verklebungen, zum Beispiel an einer mit Aluminiumverbundplatten bekleideten Fassade, inzwischen eine Stabilität und Dauerhaftigkeit erreichen, die den traditionellen Befestigungstechniken in nichts mehr nachstehen und insofern ihre Alltagstauglichkeit beweisen.

Unsichtbare Befestigung der Auminiumverbundplatten

Verklebungen haben den Vorteil, dass sie in der Regel nicht sichtbar sind. Natürlich existieren auch andere Techniken, Fassadenelemente nicht sichtbar zu montieren, allerdings ist dazu ein meist erhöhter Aufwand bei der Formgebung der Kassetten nötig, der sich auf das Flächengewicht sowie die Aufbauhöhe auswirkt.

Die Firma 3A Composites, Hersteller der Aluminiumverbundplatten für Fassaden Alucobond, ist in der eigenen Forschungs- und Entwicklungsabteilung ständig auf der Suche nach neuen technischen Lösungen und erweiterten Anwendungsbereichen. Um das Thema Verklebung voranzutreiben, hat man sich mit der ebenfalls weltweit agierenden Firma Tesa unter dem Label Tesa by Alucobond zusammengetan. Dabei ging es vor allem um die Frage, ob und wie technische Verklebungen umzusetzen sind, während gleichzeitig alle ästhetischen und statischen Anforderungen an eine vorgehängte hinterlüftete Fassade ohne Abstriche erfüllt werden.

Die Antwort lautet: Tesa ACXplus, ein marktreifes Produkt in Form eines 30 mm breiten und 2 mm dicken Klebestreifens, der die auftretenden Kräfte auf der gesamten Fläche aufnimmt statt punktuell wie eine Schraube oder ein Niet. Das aus Acrylatschaum bestehende, doppelseitig wirkende Klebeband ist dabei so elastisch, dass es auf die doppelte Länge gedehnt werden kann, ohne an Festigkeit zu verlieren. Dadurch ist das Material dauerhaft in der Lage, auf die thermischen Längenveränderungen von Baustoffen wie Metall, Glas usw. zu reagieren, ohne Beeinträchtigungen durch Umwelteinflüsse zu erfahren. Ein vor acht Jahren frei bewittert montierter Vorläufer des Klebebandes hat diese Eigenschaften gerade in einer Untersuchung bestätigt.

Im Technicum am Bodensee vorgenommene Windsogversuche ergaben, dass die solcherart verklebten Fassaden Kräfte von 5 – 10 kN/m² aufnehmen können; das entspricht ungefähr dem Doppelten der maximalen Belastung, der eine exponierte Fassade an einem hohen Gebäude hierzulande ausgesetzt sein kann.

Alle erforderlichen Tests für die beim DIBT (Deutsches Institut für Bautechnik) in Berlin anhängige allgemeine bauaufsichtliche Zulassung hat die moderne Verbindungstechnik inzwischen bei unabhängigen Instituten erfolgreich absolviert. Für Zulassungen im Einzelfall wurden beispielgebende Berechnungen mit einer speziellen Software durchgeführt, sodass Eilige auch diesen Weg beschreiten können.

Anwendungsbeispiel in Gstaad mit verspiegelten Aluminiumverbundplatten

Eine recht spektakuläre Anwendung der Klebetechnik wurde im schweizerischen Bergdorf Gstaad realisiert. Dort, wo einst Elizabeth Taylor und Fürstin Gracia Patricia für Aufsehen sorgten, ließ der amerikanische Künstler Doug Aitken von der Firma Nüssli einen Holzpavillon errichten, dessen äußere und zum Teil auch innere Oberflächen mit Aluminiumverbundplatten verspiegelt wurden. Da es sich bei dem temporären Bauwerk um ein Kunstwerk handelt, waren die ansonsten üblichen bauphysikalischen Belange nicht zu berücksichtigen. Gleichwohl sollte die Aufbauhöhe der nicht sichtbar montierten Fassade möglichst gering ausfallen und der Belastung durch den erwarteten Besucheransturm für einige Jahre problemlos standhalten, weshalb man sich für die Verklebung entschied.

Das „Mirage“ (Luftspiegelung) genannte Gebäude ist der Nachfolger eines in der südkalifornischen Wüste errichteten Vorgängers, welcher als Reminiszenz an die ab den 1920er Jahren in den USA im „ranch style“ errichteten Häuser gedacht war. In der aktuellen Variante wurden das eingeschossige Gebäude um ein schwach geneigtes Satteldach mit großem Dachüberstand, einen mittig aufgesetzten Schornstein sowie angedeutete Nebengebäude ergänzt, eine Annäherung an die Chalets der nachbarlichen Bebauung. Durch das Fehlen von Türen und Fenstern sowie durch die Verspiegelung versucht der Entwurfsverfasser, das Haus von seinem eigentlichen Zweck, dem Bewohnen, zu lösen und die abstrahierte Gebäudehülle mit der Landschaft verschmelzen zu lassen.


Tesa ACXplus ist ein marktreifer Klebestreifen, der die auftretenden Kräfte auf der gesamten Fläche aufnimmt, und nicht punktuell wie eine Schraube oder ein Niet. Das aus Acrylatschaum bestehende, doppelseitige Klebeband ist so elastisch, dass es auf doppelte Länge gedehnt werden kann, ohne an Festigkeit zu verlieren. Dadurch kann das Material dauerhaft auf die thermischen Längenveränderungen von Baustoffen wie Metall, Glas usw. reagieren, ohne Beeinträchtigungen durch Umwelteinflüsse zu erfahren.


Dr. Amin Emami, Leiter Forschungsabteilung bei 3A Composites: „Doppelseitiges Klebeband als Befestigungsmittel für Fassaden zu verwenden, hat einen riesigen Vorteil, denn ich habe sofort eine Mindestfestigkeit.“




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