Planung am Steildach

Sicher bedacht

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Dächer müssen extremen Witterungsbedingungen standhalten. Entsprechend kommt der Wahl der Eindeckung und des passenden Unterdaches eine große Bedeutung zu. Doch welche Maßnahmen zum Schutz vor Wind, Sturm und Schnee sollten Planer treffen? Wie verändern sich die Anforderungen je nach Dachneigung und wie lassen sich diese erfüllen?

Rainer Balkenhol, Leiter Anwendungstechnik, Creaton AG | be

Wie kein anderes Bauteil müssen Dächer extremen Witterungsbedingungen wie Regen, Wärme, Hitze, Kälte, Wind, Schnee und Benutzungsfeuchte standhalten. Auch die Tatsache, dass Steildächer immer flacher werden, stellt Planer vor eine besondere Herausforderung. Der Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks (ZVDH) definiert in seiner „Fachregel für die Dacheindeckung mit Dachziegel und Dachsteinen“ auch erhöhte Anforderungen an das Dach, bei denen technische Zusatzmaßnahmen erforderlich sind. Dies ist zum Beispiel der Fall bei einer Unterschreitung der Regeldachneigung, bei konstruktiven Besonderheiten, bei der Nutzung des Dachgeschosses als Wohnraum sowie bei speziellen klimatischen Verhältnissen und örtlichen Bestimmungen.

In seinem Regelwerk führt der ZVDH für alle Dachziegelformen und Dachsteine die Regeldachneigung auf. Diese ist abhängig von der Art und dem Design des Deckungsmaterials (Form, Schnitt, Verfalzung) sowie der Deckart (Reihe/Verband, Überdeckungen). Generell lassen sich alle Dächer mit der vom ZVDH festgelegten Mindestdachneigung von 10° sowohl mit Tondachziegeln als auch mit Betondachsteinen eindecken. Bei Tondachziegeln besteht keinerlei Einschränkung hinsichtlich des gewählten Modells. Allerdings sollte je nach Dachneigung ein entsprechendes Unterdach gewählt werden.

Unterdach

Das Unterdach bildet die zweite wasserführende Ebene unter der Dachdeckung. Hier können je nach Anforderung Unterspannbahnen oder Unterdeckbahnen sowie ein regensicheres und wasserdichtes Unterdach zum Einsatz kommen. Alle Unterdacharten haben die Aufgabe, den Dachraum vor Wind, Regen oder Flugschnee zu schützen. Das Regelwerk des ZVDH legt fest, welche Art von Unterdächern bezogen auf das individuelle Bauvorhaben erforderlich sind.

Generell gilt: Je flacher die Dachneigung, desto höher sind die Anforderungen an das Unterdach.

Als Systemanbieter bietet Creaton Unterdach-Lösungen für verschiedene Anwendungsbereiche. Das Modell „Duo“ ist einsetzbar bei belüfteten und unbelüfteten Dachkonstruktionen und kann auch auf einer Schalung verlegt werden. Die „Duo comfort pro“ zeichnet sich zusätzlich durch eine hohe UV-Beständigkeit und Widerstandsfähigkeit gegen Chemikalien aus. Für eine besonders hohe Beanspruchung, z. B. aufgrund der geografischen Lage, hat Creaton die Unterspannbahn „Trio“ entwickelt, die in Kombination mit dem passenden Zubehör auch als regendichtes Unterdach geeignet ist. Das Modell „Trio comfort extend“ ist nicht nur für das Dach, sondern auch für Fassaden geeignet und kann direkt auf der Wärmedämmung oder dem Holz aufgebracht werden. Die „Quattro“ ist besonders beständig gegen chemische Imprägnierungen und kann auf einer druckstabilen Unterlage auch als wasserdichtes Unterdach eingesetzt werden. Umfangreiches Zubehör, z. B. Nageldichtband und Dunstrohre, runden das Sortiment ab.

Dächer schützen vor Wind und Sturm

Mit Inkrafttreten der Fachinformation Windsog im Jahr 2011 wurden die Anforderungen zur Windsogsicherheit am Dach und somit die Anzahl der benötigten Sturmklammern erhöht. Außerdem stellt die an die Normen DIN 1055–4 und DIN EN 1991–1–4 angelehnte Fachinformation höhere Anforderungen an Beratung und Ausführung. So wird für bestimmte Gebäudemerkmale die Hinzunahme eines Fachplaners vorgeschrieben. Drei Standardklammern (Einhängeklammer, Einschlagklammer und Biberklammer) sowie Sonderklammern, z. B. beim Ziegelmodell Etrusko, ermöglichen eine windsogsichere Verarbeitung des gesamten Ziegelsortiments von Creaton. Mit dem Sturmklammer-Assistenten für Tondachziegel unterstützt die Creaton AG die beauftragten Planungsbüros beim Erstellen von Klammer-Schemata und bei der korrekten Sicherung von Dächern.

Schneelasten sichern

Die Schneelast, die beim Standsicherheitsnachweis für ein Gebäude angesetzt wird, wird in kN/m2 angegeben und ist in der Norm DIN EN 1991–1–3 „Einwirkungen auf Tragwerke – Teil 1–3: Allgemeine Einwirkungen – Schneelasten“ geregelt. Unter Berücksichtigung des zugehörigen Nationalen Anhangs kann damit die Schneelast für jeden Standort eines Gebäudes in Abhängigkeit von der Schneelastzone und der Geländehöhe ermittelt werden. Dabei werden auch die Dachneigung und die Dachform berücksichtigt. Entsprechende Berechnungen lassen sich mit dem Creaton Schneelast-Assistenten online oder per App ausführen. Durch Eingabe der Postleitzahl errechnet das System die geografische Höhe, die Schneelastzone und die Schneelast auf Boden und auf Dach und gibt schließlich eine Schneeschutzempfehlung für das jeweilige Bauvorhaben. Besonders in schneereichen Regionen sollten Schneefangsysteme zum Einsatz kommen. Creaton bietet für alle Ziegelmodelle Schneefanggitter, Rundholzhalter, Schneenasen oder massive Gebirgsschneefangstützen, die sich einfach montieren lassen und sich gut in die Dachfläche integrieren.

Schneelastzonen in Deutschland.
Zeichnung: Creaton AG
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