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In neuem Licht

Sanierung des Hauptbahnhofs Salzburg
In neuem Licht

Mit dem Umbau des Hauptbahnhofs Salzburg in einen reinen Durchgangsbahnhof ergaben sich neue Gestaltungsmöglichkeiten der denkmalgeschützten Tonnengewölbe über den Gleisanlagen. Lichteffekte, Wind- und Allwetterschutz und Ausrichtung an statischen Vorgaben sind Ergebnis der transluzenten Membraneindeckung.

Historische Tonnendächer aus dem Jahr 1908 waren die Herausforderung, galt es doch, diese zu erhalten, jedoch in ihrer Lage zu verschieben. Und: Die Umgestaltung, Neuorganisation und Sanierung des Salzburger Hauptbahnhofs sollte selbstverständlich parallel zum laufenden Bahnbetrieb erfolgen. Über ein Jahrhundert prägten die eleganten Tonnendächer des Hauptbahnhofs das Stadtbild von Salzburg: sanft geschwungen, dabei mit ihrer stählernen Fachwerkskonstruktion filigran aus Sicht der Reisenden.

Statische Vorgaben aus dem Durchgangsverkehr
Neue Beanspruchungen aus dem zukünftig reinen Durchgangsverkehr sowie die Auswertungen langjähriger Wetterbeobachtungen hinsichtlich Schnee- und Windlasten bedingten eine Veränderung des statischen Systems der Bedachung in Längsrichtung.
Vorgabe der Bauherren war deshalb die Errichtung eines Membrandaches inklusive Unterkonstruktion auf Basis der historischen Dachkonstruktion. So schrieb die ÖBB-Infrastruktur Bau AG für die bestehende Stahlkonstruktion eine transluzente Membraneindeckung aus einem PTFE-Gewebe aus, bei dem mit der Umsetzung nur äußere Lasten, also Schnee und Wind an ganz gezielten Punkten auf die Bestandskonstruktion abgeleitet werden sollten.
Tonnendach
Die Wahl fiel auf das Sefar Architecture Tenara Gewebe 4T40HF, das die Aachener Architekten kadawittfeldarchitektur und Auftraggeber Zeman & Co aus Wien hinsichtlich Brandschutz, Wetterfestigkeit und Beständigkeit überzeugte. Mit der Demontage der Stahlhalle – rund 2 500 Einzelteile mit einem Gesamtgewicht von 250 t – und dem Wiederaufbau durch Zeman liegen die ursprünglich durch ein Restaurationsgebäude getrennten, genieteten Fachwerkkonstruktionen der beiden Tonnendächer über den Gleisen 2 und 3 heute direkt nebeneinander. Sie sind mit 1 400 lfm Sefar-Gewebe ausgestattet, aufgeteilt auf 24 Einzelflächen. Dabei sind die Membranen in Bahnen angeordnet, die von der Traufe zum First verlaufen und in der Breite jeweils den Abstand Binder – Zwischenbinder bzw. Zwischenbinder – Zwischenbinder aufgreifen. An den Traufen sind Schneefang-Systeme in zwei Ebenen angeordnet und auf die Membrankonstruktion aufgesetzt.
Die unter Denkmalschutz stehende Stahlkonstruktion aus dem Jahr 1909 wurde von Zeman demontiert, im Werk saniert, wo eine Restaurierung nicht mehr möglich war, durch neue Teile ersetzt und wieder errichtet. Die Stahlhalle besteht aus rund 2500 Einzelteilen, hat ein Gewicht von 250 t, ist 79 m lang und 24,6 m breit.
Fakten Architekturgewebe
  • Material: Fluorpolymer beschichtetes Gewebe aus PTFE Faser Gewebebreite: 1,575 m Gewebestärke: 0,55 mm Flächengewicht: 1 080 g/m²
  • Höchstzugkraft ASTM D4851: Kette: 4000 N/5 cm Schuss: 4 000 N/5 cm
  • Trapezreißkraft: Kette: 798 N Schuss: 752 N
  • Brandverhalten: EN 13501 B-s1, D0 ASTM E84 – Class A NFPA 701 – Small Scale – Pass
  • Lichttechnische Spezifikationen: Transmissionsgrad: 38 % (ASTM E903, Durchschnitt 450–650 nm)
Unverwechselbar historisch mit mehr Komfort
Entstanden ist eine überdachte Fläche von 1 700 m² mit stabilem Wetterschutz und natürlicher Belichtung, die gleichzeitig den neuen statischen Gegebenheiten gerecht wird und den Hauptbahnhof Salzburg in eine einladende internationale Ladenpassage mit spürbarem Komfort für die Reisenden verwandelt.
Und das unverwechselbare historische Erscheinungsbild konnte gewahrt werden. Endete bisher ein Großteil der Züge am Salzburger Hauptbahnhof, können mit dem neuen Durchgangsbahnhof nun mehr Zugverbindungen durchgeführt werden. Die West-Ost-Verbindung ist verbessert und der Hauptbahnhof Salzburg wirkungsvoll in das transeuropäische Netz von Paris und Stuttgart über Wien nach Bratislava eingebunden.
Architekten: kadawittfeldarchitektur, Aachen Ingenieure: TSB Tichelmann & Barillas Ingenieure, Darmstadt
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