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Internorm-Architekturwettbewerb entschieden

»Fenster im Blick«
Internorm-Architekturwettbewerb entschieden

Architekten und Planer aus aller Welt waren auch in diesem Jahr wieder zur Teilnahme am Internorm-Architekturwettbewerb »Fenster im Blick« aufgerufen. Nun hat die Jury die Gewinner gekürt.

„Ich freue mich, dass wir auch heuer beim sechsten Architekturwettbewerb von Internorm eine große Anzahl von hochwertigen Einreichungen verzeichnen konnten“, so Anette Klinger, Miteigentümerin von Internorm. „Die Projekte aus ganz Europa zeigen beeindruckend die gestalterischen Möglichkeiten durch gekonnten Einsatz von Fenstern und Türen. Das Ergebnis sind lichtdurchflutete, großzügige und energieeffiziente Gebäude.“

Gesucht wurden beim Internorm-Architekturwettbewerb herausragende Projekte aus dem Privat- oder Objektbau, die Fenster und Türen als besondere Gestaltungselemente einsetzen und im Bereich zukunftsweisendes Bauen eine Vorreiterrolle einnehmen. Die Jury kürte im Privatbau das Projekt „U-Haus“ von Juri Troy Architects und im Objektbau das Wiener Wohnbauprojekt „Nord 19“ der Superblock ZT GmbH zum Sieger. Der Anerkennungspreis ging an Attila Béres von Béres Architects aus Ungarn für ein einzigartige Architekturlösung im Einklang mit der Natur.

Gewinner Privatbau: Juri Troy Architects

Der mit 2.000 Euro Preisgeld dotierte Hauptpreis in der Kategorie Privatbau geht an das Architekturbüro Juri Troy Architects aus Wien für ihr Projekt „U-Haus“. Hier wurde von den Architekten ein zweigeschossiger Neubau in U-Form realisiert, bei dem der Baukörper einen Hof umschließt, zu dem sich wiederum die Wohnbereiche orientieren.

„Durch die Form des Gebäudes entsteht innenräumliche Vielschichtigkeit mit differenzierter Lichtführung, die begeistert“, beschreibt Jury-Mitglied Gerald Anton Steiner, Architekt aus Linz, das Neubauprojekt. Die großflächigen Verglasungen zum Hof ermöglichen Blickbeziehungen über den Außenraum zwischen Ess- und Wohnbereich. Der ein- bis zweigeschossige Baukörper öffnet sich zu den Stirnseiten. Über den dreiseitig umschlossenen Hof wird das Gebäude durch großflächige Öffnungen zusätzlich belichtet.

„Ein interessantes Weiterbauen innerhalb der Dorfstruktur – nach vorne diskret geschlossen, nach hinten öffnen sich die Gebäudetrakte in die Landschaft“, zeigt sich Jury-Mitglied und Architekturjournalistin Franziska Leeb begeistert.

Durchlässig nachverdichtet

Gewinner Objektbau: Superblock ZT GmbH

Der Hauptpreis beim Internorm-Architekturwettbewerb in der Kategorie Objektbau – ebenfalls mit 2.000 Euro dotiert – geht an das in Wien ansässige Architekturbüro Superblock ZT GmbH. Es konnte die Jury mit seinem neu erbauten Wohnbauprojekt „Nord 19“ überzeugen, das vor allem mit lichtdurchflutetem Wohnraum punktet. Volker Dienst von »architektur in progress« zeigt sich begeistert vom Wiener Projekt: „Trotz der extrem engen Rahmenbedingungen des geförderten Wohnbaus ist es hier gelungen, spannende Tageslichtqualitäten, sowohl im Stiegenhaus als auch in den Wohnungen, zu ermöglichen.“

Die Widmung erlaubte eine Höhenstaffelung der Gebäudevolumina, wodurch der Neubau in drei „Türme“ geteilt werden konnte, die in den unteren Geschossen zusammenhängen. Die daraus entstehenden Einschnitte belichten den Hof- und den Straßenraum und modellieren den Baukörper zusätzlich. Diese Bauweise lässt unterschiedliche Wohnungstypologien entstehen und schafft ein vielfältiges Angebot an Wohnungsgrößen. Mit einer Raumhöhe von vier Metern im Erdgeschoss und einem reinen Stützensystem ist die notwendige Flexibilität für unterschiedliche Nutzungsstrukturen, wie zum Beispiel kleinteilige Start-Up-Einheiten oder Großraumbüros, gewährleistet.

„Die einladende offene Erdgeschosszone ist ein wesentlicher Beitrag zur Lebendigkeit des Quartiers“, so Jurymitglied und Architekt Erwin Stättner von Franz&Sue Architektur. Besonders auffällig ist die gelbe, lebendige Fassade, welche von feinen Linien in grauer Farbe durchzogen ist und mit den eingesetzten Fenstern eine durchdachte Fassadengestaltung ergibt. „Innerhalb der engen Regelungen für geförderten Wohnbau ist es bei diesem Projekt gelungen, durch den idealen Einsatz von Fenstern lichtdurchfluteten, lebenswerten Wohnraum zu schaffen und die Fassade lebendig zu strukturieren“, zeigt sich Anette Klinger begeistert. Die kompakten Gebäudevolumina weisen zudem einen hohen energetischen Standard auf. Darüber hinaus erfüllt das mit Steinwolle gedämmte Haus Aspekte der Nachhaltigkeit durch die enge Verbindung von Wohnen und Gewerbe.

Anerkennungspreis: Béres Architects 

Für ein weiteres herausragendes Projekt wurde Attila Béres von Béres Architects aus Ungarn ausgezeichnet. Die Realisierung eines Hauses in Einklang mit der Natur hat die Jury begeistert. Anforderung war es hier, einen kleinen Rückzugsort von rund 40 m² zu schaffen, ohne dabei Wohnkomfort einzubüßen. Gleichzeitig sollte die Natur in besonderem Maße respektiert werden und erhalten bleiben.

Die außergewöhnliche Lage des Hauses, welches direkt am Rande einer unberührten Waldlandschaft liegt, inspirierte den Architekten, ein schwebendes Gebäude zu verwirklichen, das sich in idealer Weise in die Umgebung einfügt. Die dünnen Stelzen sind so platziert, dass die Wurzeln der umliegenden Bäume ohne Beschädigung erhalten bleiben. Die Form des Gebäudes ist schlicht und einfach gewählt, doch die Anordnung der Fenster als Gestaltungselement schafft ein unverwechselbares Design. Die Verwendung von hochwertigen Baumaterialien und das Ziel, keinen unnötigen Raum in der Natur einzunehmen, tragen den Nachhaltigkeitsgedanken des Projekts.

„Auf minimalem Raum wurden hier eine Reihe von architektonischen Themen souverän abgehandelt“, begründet Architektur-Journalistin Franziska Leeb die Vergabe eines Anerkennungspreises.

Weitere Informationen zum Architekturwettbewerb sowie alle Informationen zu den Gewinnerprojekten finden sich auf www.blick-beziehung-architektur.com »

Quartiershaus und Architekturcluster »Stadtelefant«

Die Fachjury beim Internorm-Architekturwettbewerb 2021

  • DI Erwin Stättner | Franz&Sue Architektur, Wien – Sieger beim Architekturwettbewerb 2019 im Bereich „Objektbau“
  • DI Gerald Anton Steiner | Architekturbüro Gerald Anton Steiner, Linz – Gewinner eines Anerkennungspreises beim Architekturwettbewerb 2019 im Bereich „Privatbau“
  • Franziska Leeb | Architekturpublizistin, Wien (Architektur Aktuell)
  • Volker Dienst | architektur in progress, Wien
  •  Anette Klinger | Internationales Fensternetzwerk IFN, Traun

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