Neubau eines Künstler-Ateliers: Ornamentik in Titanzink

Neubau eines Künstler-Ateliers an der schottischen Küste

Trutzige Ornamentik

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Auf der windgepeitschten schottischen Halbinsel Kintyre trotzt ein kleines Künstleratelier dem rauen Klima und der feuchten Meeresluft. Architekt Eddie Blake und Studio Weave haben das Midden Studio an Dach und Fassade mit einer wehrhaften Hülle aus Titanzink ausgestattet. Das Gebäude zeugt u.a. von der Widerstandsfähigkeit sowie der besonderen Gestaltbar- und sehr guten Formbarkeit dieses Werkstoffs.

Anforderung:

Dem Meeresklima trotzende, einheitliche Gebäudehülle mit individueller Prägung – eins mit der Umgebung

Lösung:

Walzblankes Zink für gleichförmige Oberflächen mit pyramidenförmiger Motiv-Prägung


Guido Wollenberg | jo

Die Architekten von Studio Weave aus London betrachten das kleine Atelier als „ein Kind der Liebe“, hervorgegangen aus einer Verbindung zwischen natürlichen Felsformationen und alten Herrenhäusern. Der Name Midden Studio stellt auch einen Bezug zum Standort her: Das ungebräuchliche englische Wort „midden“ bedeutet „Misthaufen“. Das Gebäude erhebt sich auf den Mauern einer alten Einfriedung. Sie hat vormals den Misthaufen der Stallungen umschlossen, die zum nahegelegenen Herrenhaus gehörten.

Künstler und Ort: Tiefe Verbundenheit

Studio Weave entwickelte das Midden Studio als Atelier für einen ortsansässigen Künstler mit dem Ziel, dessen tiefe Verbundenheit zu seiner Heimat greifbar zu machen. Ein Großteil seines künstlerischen Schaffens ist eng mit der Landschaft Kintyres verbunden. Das Midden Studio erinnert gleichzeitig an die typischen Höfe der Umgebung und die aus der Landschaft aufragenden Granitfelsen. Eine Außenhaut aus rustikalem Titanzink lässt das Atelier selbst fast wie einen Felsen erscheinen.

Von außen erweckt das Midden Studio den Eindruck, aus zwei nebeneinanderstehenden Gebäuden zu bestehen. Innen verschmelzen diese jedoch zu einem einzelnen zusammenhängenden Raum mit einer Atelierfläche von 36 m². Aus dem Inneren bieten sich zahlreiche Durchblicke in die umliegende Landschaft. Den ungewöhnlichsten Blick gibt gleichwohl die Arbeitsfläche des Künstlers frei. In sie ist eine Glasscheibe eingelassen, durch die man auf einen unter dem Gebäude hindurchfließenden Bach schaut. Extra für diesen Blick wurde eine Ecke des Gebäudes über den Bachlauf hinweg gebaut. Dessen Murmeln und das Wellenrauschen des Atlantiks sind im Atelier ständig präsent.

So wehrhaft das kleine Gebäude mit der fast stachelig hervortretenden Zinkhaut von außen erscheint, so warm und einladend wirkt es von innen. Wände und Decken sind mit Birkenholz verkleidet. Im Satteldach sind drei große Dachfenster eingelassen, die das Atelier in Richtung Norden öffnen. Kleinere Fenster in den Wänden erlauben Blicke auf Meer und Küstenlandschaft.

Vergangenheit als Inspirationsquelle

Nähert man sich dem Midden Studio, tritt das auffälligste Gestaltungselement der Außenhülle immer deutlicher in Erscheinung: seine Oberflächenbeschaffenheit.

Die Zinkbekleidung an Dach und Wand ist mit geprägten Kreuzen und pyramidenförmigen Rauten bestückt, die erhaben aus den flachen Zinkprofilen hervortreten. Die ungewöhnliche Ausarbeitung der Bekleidung lehnt sich an das Schaffen italienischer Baumeister zu Zeiten der Renaissance an. Das pyramidenförmige Muster der Bekleidung soll an Diamanten erinnern und findet sich am Palazzo dei Diamanti in Ferrara sowie an der Kirche Chiesa del Gesù Nuova in Neapel. Die Fassaden dieser Bauwerke zeigen Marmorblöcke, deren Frontseiten ebenfalls pyramidenförmig ausgestaltet sind.

Projektleiter Eddie Blake ließ sich von den Meistern der Renaissance inspirieren, deren Kunstwerke er zu seinen Lieblingsbauwerken zählt. Nicht zuletzt ist diese Arbeit für ihn aber auch ein Ausdruck des Nachdenkens über die Beziehungen zwischen Schottland und dem europäischen Festland.

Unter dem Titanzink sind die tragenden Außenwände des Ateliers in Holzständerbauweise ausgeführt. Die Außenhaut selbst sitzt auf einer hölzernen Unterkonstruktion. Dazwischen findet eine Dämmung samt Luftschicht Platz.

Patina erwünscht

Eddie Blake plante das Midden Studio mit dem Ziel, das Gebäude so gut wie möglich in die natürliche Umgebung einzubinden. Er suchte nach einem passenden Material, das sich gleichzeitig für Dach und Wand nutzen ließ. Obendrein musste das Atelier für extreme Wetterbedingungen mit sehr hohen Wind- und Schneelasten konzipiert werden. Blake wählte walzblankes Zink von VMZinc. Das Material lässt sich sicher verarbeiten, kann über lange Zeit dem rauen Meeresklima trotzen und verschmilzt durch den natürlichen Bewitterungsprozess der Oberfläche immer mehr mit seiner Umgebung. Durch die Bewitterung entsteht eine Patina, die die Außenhaut matt und hellgrau werden und weniger metallisch wirken lässt.

Titanzink: Formbarer Werkstoff

Zink ist ein sehr gut formbarer Werkstoff. So bot das walzblanke Zink die passenden Voraussetzungen, um die erhabenen pyramidenförmigen Motive als Teil einer einheitlichen Oberfläche von Dach und Fassade zu gestalten. Die Planung und Herstellung der geprägten Zinktafeln übernahm ein Team bei VMZinc, das weitreichende Erfahrungen mit Ornamentik hat. Für das Midden Studio entwickelte das Unternehmen eine spezielle Prägeform, mit der sich das Motiv auf Paneelen von mehreren Metern Länge reproduzieren ließ. Da sich die einzelnen Paneele durch die Prägung verformen, stellte die Berechnung der korrekten Abmessungen der Zinkelemente die größte Herausforderung dar. Die Montagefirma HL Metals aus Dumbarton, ein Spezialist für Metalldächer, setzte die ungewöhnliche Außenhülle dann in der auch in Schottland gebräuchlichen Stehfalzdeckung um.

Das Projekt zeigt, dass sich Titanzink gut eignet, um Gebäude mit sehr individuellen Gestaltungsmerkmalen zu realisieren.


Objekt: Midden Studio, Künstleratelier in Kintyre, Schottland

Bauherr: Privat

Architekten: Sudio Weave,
London
www.studioweave.com

Statik: Webb Yates Engineers Ltd., London

Ausführender Betrieb (Zink-Arbeiten): HL Metals Ltd., Dumbarton, UK

Nutzfläche: 36 m2


Stimmen

Architekt Eddie Blake, zur Bauzeit Projektleiter bei Studio Weave: „Das neue Atelier erinnert gleichzeitig an die nahegelegenen landwirtschaftlichen Gebäude, die Granitfelsen, die die Landschaft durchdringen, und an die Blütezeit des schottischen Baroniestils. Es beabsichtigt, still in diese alte Landschaft einzutauchen und erst bei genauerer Betrachtung seine surrealen Details zu enthüllen.“

Sammy Baron, Customer Support Manager Ornamentik bei VMZinc: „Für dieses Gebäude mit Giebeldach wählten wir das bekannte System der Stehfalzdeckung. Es lässt sich für Dächer und Fassaden verwenden und kann bei besonders widrigen klimatischen Bedingungen mit zusätzlichen Befestigungen verstärkt werden.“


Varianten der Stehfalzdeckungen

Der Doppelstehfalz (wie hier beim Atelier in Kintyre) ist die meist ausgeführte Deckart bei Dachneigungen im Bereich 25°. Die Befestigung erfolgt mit speziellen Haften im Bereich der Aufkantung. Sie werden auf der Schalung befestigt und durch das doppelte Verfalzen Bestandteil des Systems. Die Doppelstehfalzdeckung ist durch ein schlankes Profil gekennzeichnet.
Der Winkelstehfalz ist eine Variante des Doppelstehfalzes, bei der der letzte Arbeitsgang – das Schließen zum Doppelstehfalz – entfällt. Für Dacheindeckungen müssen Dachneigungen 25° (in schneereichen Gebieten 35°) vorliegen. Der Winkelstehfalz bringt eine optisch stärkere Strukturierung und wird vor allem in der Fassadenbekleidung eingesetzt.


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  • Themenseite Metalldach mit derzeit 24 Fachartikeln

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