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Neubau eines Wohnhauses im Landkreis Erding: Kompromisslos lichtdurchflutet

Neubau eines Wohnhauses im Landkreis Erding
Kompromisslos lichtdurchflutet

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Das Haus ist im wörtlichen Sinne ein Familienprojekt. Der Architekt David Wolfertstetter hat den Neubau für seine Eltern geplant – sein erstes eigenes Projekt. Es ist ein ökologisch gebautes Haus, das gestalterisch und energetisch überzeugt. Es ist dank der Glasfassade mit Alu-Holz-Profilen lichtdurchflutet und bietet extrem viel Tageslicht – für die Bauherren sehr wichtig.

Thomas Reinhard | jo

Im Sinne der Nachhaltigkeit wurde das Haus durch eine Zimmerei erstellt, die auf den Bau von Massivholzhäusern aus Fichte und Lärche und auf biologische Dämmstoffe spezialisiert ist. Aus ökologischen Gründen entschied sich der Architekt für den nachwachsenden Rohstoff Holz und auch für eine Holzfaser-Dämmung von Fassade, Dach und Bodenplatte. Diesem Konzept folgt außerdem die Fassadenverkleidung aus unbehandeltem Lärchenholz und auch die Fenster und Haustüren sind in der Holzart Lärche gefertigt.
Hingucker ist eine 60 m² große Fassadenöffnung, die sich nach Süden orientiert und die den Wohnraum über große Glasflächen mit viel Licht und Sonnenwärme versorgt. Licht war einer der wichtigsten Wünsche, die sich die Bauherren erfüllen wollten. Die Verglasung eröffnet dabei herrliche Ausblicke in die umgebende Landschaft und garantiert lichtdurchflutete Räume. Sie verbindet den offenen Koch-, Ess- und Wohnbereich mit dem Außenraum.
Glas bis unter die Dachfläche
Die Glasfassade erstreckt sich über die gesamte Breite des Hauses über zwei Geschosse bis unter die Dachfläche. Sie ist als Pfosten-Riegel-Verglasung von Kneer-Südfenster mit 80 mm Aluminium-Holz-Profilen individuell gefertigt und bietet barrierefreie Übergänge von innen nach außen. Gleichzeitig trägt die Pfosten-Riegel-Fassade neben den Glasflächen auch die Dachflächen, so dass auf zusätzliche Stützen verzichtet werden konnte. Außen schützt die Aluminium-Schale – ein besonders wichtiger Punkt, da die Fassade ohne Dachüberstand stark der Witterung ausgesetzt ist. Innen entfalten die Pfosten und Riegel aus farblos gewachstem Fichtenholz eine behagliche Raumatmosphäre. Beschattet wird die Fassade mit einer Raffstoren-Anlage, die zusammen mit der Verglasung vom Fensterbauunternehmen realisiert wurde.
Eine besondere Herausforderung bei der Pfosten-Riegel-Fassade war die Schnittstelle zwischen dem Fensterbauer und der örtlichen Zimmerei Woidich, da beiden Firmen am entscheidenden Tag Hand in Hand arbeiten mussten. Die Pfosten der Fassade tragen das Dach aus Brettsperrholzplatten und mussten folglich gleichzeitig aufgestellt werden.
Lichtdurchflutet dank raumhoher Holzfenster
Die Öffnungen an der Ost- und Westseite des Hauses als Einschnitte in der sonst eher geschlossen wirkenden Holzfassade sind in Nischen zurückgesetzt. In diese wurden raumhohe Holzfenster nach hinten versetzt eingebaut. Sie bilden Loggien im Obergeschoss bzw. einen Eingangsbereich im Erdgeschoss, die durch anthrazitfarbene Fassadenplatten an den Leibungen betont werden. Zurückgesetzt in der Fassade bietet auch der Eingang mit Lärchenholz-Haustür von Kneer-Südfenster besten Schutz vor Witterungseinflüssen. Dagegen erhielt die Nordseite keine wahrnehmbaren Öffnungen, um möglichst geringe Transmissionswärmeverluste zu erzielen.
„Für mich ist Holz das Material der Zukunft, es hat Potenzial. Es hat eine sehr gute Umweltbilanz, es wächst nach und ist in großen Mengen verfügbar“, erläutert David Wolfertstetter.
Er ist neben seiner Tätigkeit als freier Architekt als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Professur für „Entwerfen und Holzbau“ an der Technischen Universität München tätig.
KfW 40 Effizienzhaus-Standard
Durch die hohe Dämmwirkung der Holzkonstruktion in Kombination mit den Holzwolledämmplatten erzielt das Haus zusammen mit einer Dreifach-Verglasung aller Glasflächen
Das Materialkonzept sieht Oberflächen mit viel sichtbarem Holz vor, das ein behagliches und warmes Wohnklima erzeugt. Lediglich einige Wände und Decken sind aus gestalterischen Gründen mit Gipskarton verkleidet, außerdem wird dadurch die Elektroinstallation verdeckt. Im gesamten Haus sind die Böden aus Eichen-Industrielamellenparkett gefertigt.
Für die barrierefreie und damit nachhaltige Nutzung im Alter wurde das Erdgeschoss als eigenständig funktionierende, schwellenlose Wohneinheit mit Schlafzimmer und rollstuhlgerechtem Duschbad realisiert. Alle Türen und Schwellen im Haus sind barrierefrei ausgeführt. Der Grundriss im Erdgeschoss hat sich um einen zentralen Block entwickelt, in dem ein barrierefreies Bad und die Haustechnik untergebracht sind. Auf einen Keller konnte so verzichtet werden. Als Stauraum dient im EG ein tiefer Wandschrank entlang der Nordfassade. Über die Treppe gelangt man auf eine langgestreckte Galerie im OG. Hier befinden sich zwei Arbeitsplätze, die über Dachflächenfenster mit Tageslicht versorgt werden. Zwei Schlafzimmer mit je einem Bad schließen sich an die Galerie an.
Beheizt werden die Räume ausschließlich mit regenerativen Energien. Im Erdgeschoss wurde eine Scheitholz-Pellet-Hybrid-Heizung eingebaut, die über einen Pufferspeicher sowohl die Warmwasserbereitung als auch die Fußbodenheizung versorgt. Vakuum-Röhren-Kollektoren auf der Dachfläche dienen der Heizungsunterstützung. Zusätzlich ist das Haus mit einer zentralen Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung und Erdwärmetauscher ausgestattet.
Architekt:
DWA David Wolfertstetter Architektur, München


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