Startseite » Fachthemen » Innenausbau »

Nicht zu hohe Lasten einbringen

Ausbau des Dachgeschosses in einem Gründerzeit-Stadthaus in Hamburg-Eimsbüttel
Nicht zu hohe Lasten einbringen

Infoservice
Sie können folgende Produkt-Informationen der im Beitrag erwähnten Hersteller über den Infoservice kostenfrei anfordern:Wie funktioniert der bba-Infoservice? Zur Hilfeseite »
In einem 1896 errichteten, viergeschossigen Gründerzeit-Stadthaus wurde im Dachgeschoss hochwertiger Wohnraum geschaffen. Dafür erfolgten eine Entkernung des ursprünglichen Trockenbodens und der bereits ausgebauten Wohnung bis auf den Dachstuhl sowie eine Erweiterung der Grundfläche. Ziel war ein trittschalloptimierter Fußbodenaufbau bei begrenzter Aufbauhöhe. Eingesetzt hierfür wurde u.a eine Ausgleichsschüttung aus mineralisierten Holz-Spänen.

Anforderung:

Erhöhter Trittschallschutz mit geringer Aufbauhöhe für Dachgeschossausbau

Lösung:

Ausgleichsschüttung für leichte, trittschalloptimierte Bodenkonstruktion mit 173 mm Aufbauhöhe inklusive Fußbodenheizung


Franz Bender, Cemwood GmbH | jo

Hamburg-Eimsbüttel gilt als beliebter Stadtteil im Westen der Hansestadt. Touristen, die nach Attraktionen suchen, sind hier eher nicht zu finden. Dafür gibt es zahlreiche Häuser aus der Gründerzeit. In einem davon, einem 4-geschossigen Mehrfamilienhaus, wurde im Dachgeschoss nun eine weitere eigenständige Wohnung realisiert.

Die Vorgaben der Eigentümer waren klar definiert: Der Bodenaufbau sollte den Anforderungen an den erhöhten Schallschutz entsprechen: Vor allem sollte störender Trittschall reduziert werden, um entsprechenden Komfort für die Nutzer der Wohnung und auch für Bewohner der darunter liegenden Etage zu gewährleisten. Darüber hinaus sollte der gesamte Ausbau hochwertig erfolgen, möglichst unter Einsatz ökologisch nachhaltiger Baumaterialien.

Konstruktion mit geringen Lasten

„Nach der statischen Ertüchtigung des Trockenbodens, zur späteren Erweiterung einer vorhandenen Wohnung, war uns klar, dass die Anforderungen an den erhöhten Schallschutz eine Herausforderung darstellen würden“, erklärt Alexandra Merten vom verantwortlichen Architekturbüro acollage architektur urbanistik – Merten Kappelmann Harms. „Der ursprüngliche Trockenboden sowie die bereits ausgebaute Wohnung wurden entkernt, es musste eine Konstruktion gewählt werden, die nicht zu hohe Lasten in den Bestandsbau einbringt“, erklärt Alexandra Merten.

Um die Grundfläche deutlich zu vergrößern, wurde der Dachstuhl umgebaut: Zur Hofseite wurde die Mansarddachfläche aufgehoben und das Dach durch eine leichtere Neigung verlängert. Eine Holzständerwerk-Konstruktion schließt diese Seite ab. Zwei zusätzliche Gauben an der Straßenseite sorgen für mehr Licht in der Wohnung.

Geringe Aufbauhöhe
inklusive Fußbodenheizung

Eine zu erreichende Ebene zum Treppenhaus gab die Höhe des Fußbodenaufbaus vor. Dies bedeutete für die Planung eine besondere Herausforderung: Der Bodenaufbau durfte nicht zu hoch ausfallen und sollte zugleich eine leistungsfähige Fußbodenheizung beinhalten.

Diese Ausgangslage war für Daniel Somann von der Holzbau Somann Zimmerei Anlass, das Lithotherm-Heizsystem zusammen mit der Cemwood Ausgleichsschüttung für diese Vorhaben vorzuschlagen.

Druckfestigkeit

Der neue Fußboden baut auf einer Holzbalkendecke auf. Die vorhandenen Unebenheiten wurden mit der Trockenschüttung „CW2000“ von Cemwood ausgeglichen. Die Einbauhöhe betrug 80 bis 120 mm. Darauf wurde eine hochverdichtete Steinwolle-Estrich-Dämmplatte (20 mm) eingebracht. Sie bringt eine hohe Druckfestigkeit in den Aufbau und funktioniert zugleich als gute Schalldämmung. So ist es vor allem diese Kombination aus Cemwood Ausgleichsschüttung und der Trittschalldämmplatte aus Steinwolle, die für den erhöhten Schallschutz sorgt. Die Trittschalldämmplatte wurde zur Verbesserung der Stabilität mit einer 8 mm Holzfaserplatte abgedeckt, darauf dann die Lithotherm-Formplatten als Basis für die Fußbodenheizung verlegt. Sie bestehen aus dem Natursteinmaterial Lavasplitt. Das schnell reagierende Fußbodenheizsystem trägt zugleich auch zur Schallreduzierung bei. Die Formplatten werden in Trockenbauweise schwimmend verlegt und über Nut und Feder in der Längsrichtung durch vorkonfektionierte Holzlatten miteinander verbunden. Die in die Platten geschnittenen Rillen nehmen das Aluminium-Verbundrohr der Fußbodenheizung auf.

Hochwertige 20 mm Massivholzeichendielen, die mit den Holzlatten verschraubt werden, schließen die oberste Ebene des Aufbaus ab. Dieser trittschalloptimierte Fußbodenaufbau wurde von Cemwood und dem Ingenieurbüro Taubert und Ruhe GmbH, Pinneberg, gemeinsam entwickelt, durch das Ingenieurbüro rechnerisch überprüft und freigegeben.

Ausgleichsschüttung
aus mineralisierten Spänen

„Die Ausgleichsschüttung von Cemwood lässt sich gut verarbeiten“, resümiert Daniel Somann seine Erfahrungen aus dem Hamburger Bauprojekt. „Sie steht wesentlich besser und ist nach dem Ausbringen sofort belastbar. Da keine Trocknungszeiten entstehen, kann der weitere Aufbau sofort fortgesetzt werden.“

Die Ausgleichsschüttung besteht aus mineralisierten Spänen, die aus Holz aus heimischen Wäldern gewonnen werden. Größe und Form der Späne sind definiert, ihre homogene Verzahnung bewirkt dabei eine extreme Lagestabilität. In der Summe zeichnet sich die Ausgleichsschüttung durch sehr gute mechanische und bauphysikalische Eigenschaften aus.


Architekten (LPH 1–8): acollage. architektur urbanistik Merten Kappelmann Harms Architekten Part mbB, Hamburg,
Dipl.-Ing. Architektin M.A.
Alexandra Merten,
www.acollage.de

Bauakustik/Schallschutz: Taubert und Ruhe GmbH, Beratender Ingenieur VBI, Pinneberg
www.taubertundruhe.de

Verarbeiter: Holzbau Somann Zimmerei GmbH, Hamburg
www.holzbau-somann.de


Stimmen

Dipl.-Ing. Architektin MA Alexandra Merten, acollage architektur urbanistik Merten Kappelmann Harms Architekten Part mbB: „Der ursprüngliche Trockenboden sowie die bereits ausgebaute Wohnung wurden entkernt, es musste eine Konstruktion gewählt werden, die nicht zu hohe Lasten in den Bestandsbau einbringt.“

Daniel Somann, Geschäftsführer Holzbau Somann Zimmerei GmbH zur Ausgleichsschüttung: „Sie steht wesentlich besser und ist nach dem Ausbringen sofort belastbar. Da keine Trocknungszeiten entstehen, kann der weitere Aufbau sofort fortgesetzt werden.“


Fußbodenaufbau

Massivholzeichendielen: 20 mm

Lithotherm Formplatte: 45 mm

Steico isorel

Holzfaserplatte: 8 mm

Isover EP3 Steinwolle

Dämmplatte: 20 mm

Cemwood CW2000

Ausgleichsschüttung: 80 mm

Gesamtaufbauhöhe: 173 mm


Mehr zum Thema

  • Trittschallschutz

www.hier.pro/bba_trittschallschutz



Hersteller
Weitere bba-Artikel und Produkt-Informationen finden Sie in den Herstellerprofilen:
Infoservice
Wie funktioniert der bba-Infoservice? Zur Hilfeseite »
Anzeige
MeistgelesenNeueste Artikel
Anzeige
Anzeige

Infoservice
Vielen Dank für Ihre Bestellung!
Sie erhalten in Kürze eine Bestätigung per E-Mail.
Von Ihnen ausgesucht:
Weitere Informationen gewünscht?
Einfach neue Dokumente auswählen
und zuletzt Adresse eingeben.
Wie funktioniert der bba-Infoservice? Zur Hilfeseite »
Ihre Adresse:














Die Konradin Medien GmbH erhebt, verarbeitet und nutzt die Daten, die der Nutzer bei der Registrierung zum bba-Infoservice freiwillig zur Verfügung stellt, zum Zwecke der Erfüllung dieses Nutzungsverhältnisses. Der Nutzer erhält damit Zugang zu den Dokumenten des bba-Infoservice.
AGB
datenschutz-online@konradin.de