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Mit Respekt neu interpretiert

Rekonstruktion und Erweiterung einer Hotelanlage in der Slowakischen Republik
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Kurz vor dem völligem Zerfall des historischen Ensembles wurden vier alte Gebäude durch Neubauten ergänzt und in ein Sternehotel umgebaut. So entstand in der slowakischen Tatra ein Komplex, der denkmalgeschützte Architektur mit den Anforderungen eines luxuriösen Feriendomizils vereint. Die komfortable Innenausstattung verstand sich dabei von selbst.

Dipl.-Ing. Nikolai Ziegler | be

Größer könnten die Gegensätze wohl kaum sein: In der Hohen Tatra, jenem Gebirgszug, der die höchsten Gipfel der Karpaten bildet und sich zwischen der Slowakei und Polen erstreckt, stehen aufgrund der landschaftlichen Besonderheit weite Teile dieser Region als Nationalparks unter besonderem Schutz, eingestuft auch als UNESCO-Biosphärenreservat. In dieser Kulisse wirbt das neu eröffnete Grand Hotel Kempinski High Tatras mit dem Slogan „Genießen Sie modernen Luxus in historischen Gemäuern“.
Tatsächlich handelt es sich bei dem Hotel um das erste Fünfsternehotel der Slowakischen Republik. Direkt am nördlichen Ufer des Gebirgssees Tschirmer (Strbske pleso) gelegen, in die reizvolle Topografie eingebettet, entwickelte sich der Ort bereits Ende des neunzehnten Jahrhundert zu einem beliebten Luftkurort. Mit einer kleinen, 1884 errichteten Villa, die sich rasch zu einem beliebten Erholungsort für adelige Gäste entwickelte, hatte alles begonnen. Zwischen 1888 und 1923 entstanden weitere Gebäudebereiche wie Restaurant und Kaffeehaus; das Hotel stieg in die Riege der führenden Grand Hotels auf. Seit 1953 wurde der Gebäudekomplex als Sanatorium genutzt, bis er schließlich wegen Baufälligkeit 2003 geschlossen werden musste. Da sowohl der Ort als auch die Gebäude im Bewusstsein der Slowaken einen bedeutungsvollen Platz einnahmen – der Bau war mittlerweile zum nationalen Kulturdenkmal ernannt worden – stellten die Rekonstruktion und erneute Umnutzung ein wichtiges Anliegen dar. Finanziell unterstützt wurde das Projekt von der Europäische Union bzw. mit einem Europäischen Fond für Regionalentwicklung.
Ambitionierter Umbau
Gleichwohl des desolaten Zustands fiel die Entscheidung zugunsten eines Luxushotels. Während für das äußere Erscheinungsbild die Wiederherstellung des ursprünglichen Zustandes angestrebt wurde, galt es im Inneren dem Komfort der Zeit zu entsprechen. Das Architekturbüro um Peter Cerno, der zuvor schon eine Studie über den Bau erarbeitet hatte, wurde mit dem Umbau betraut.
„Die Herausforderung bestand für mich darin, ein ambitioniertes Raumprogramm möglichst einfühlsam in die historische Anlage sowie in die empfindliche Umgebung einzufügen“ erklärt der Architekt seine Intension.
Um den Betrieb eines Luxushotels zu ermöglichen war es notwendig, die interne Gebäudeorganisation zu überdenken und eine neue Infrastruktur zu schaffen, ohne dabei den Charme der historischen Anlage zu mindern. Alle Fassaden wurden so weit wie möglich saniert und an einigen Orten mit einem speziellen Kratzputz detail- und farbgetreu nachgebildet.
An Stelle der dezentralen Eingänge entstand ein repräsentativer Haupteingang. Dafür wurde eine ehemals im Untergeschoss des Gebäudes liegende Küche zur Lobby umfunktioniert. Der Zugang zu dieser unterirdischen Fläche wurde durch Abtragen des angrenzenden Erdreichs geschaffen. So konnte der Eingriff erfolgen, ohne die historischen Fassaden und Räume in Mitleidenschaft zu ziehen. Für die Realisierung der Infrastruktur wurden die Bestandsgebäude in ihrer gesamten Länge unterkellert.
Als Bodenbelag der Technik- und Lagerräume sowie für die Korridore kam der von Nora Systems GmbH gefertigte Kautschukbelag Noraplan zum Einsatz. Hierbei handelt es sich um einen ökologischen Belag ohne PVC und Weichmacher, der sich durch mehrere Zertifizierungen auszeichnet: Blauer Engel, DIN sowie DGNB. Er ist trittschall- und rutschhemmend, abriebfest und beständig gegen Zigarettenglut.
Modern ergänzt
Neben der Sanierung der historischen Gebäuden wurde die Anlage durch sechs freistehende Appartementhäuser ergänzt, die respektvoll vom Altbau abgerückt sind. In ihrer Gesamtkomposition führen sie die vom Altbau vorgezeichnete Linie fort und bilden so in Grundriss und Ansicht einen Rahmen für die historische Anlage. Über eine unterirdische Verlängerung des Versorgungstraktes erfolgt deren Anbindung an den Hauptbau.
Zur Entwurfskonzeption der Solitäre erklärt Peter Cerno: „Die moderne Architektursprache der Neubauten zitiert prägende Elemente des Altbaus, indem sie dessen originelle Farbigkeit und Materialität sowie dessen Plastizität und die Eigenwilligkeit der verspielten Dachlandschaft aufgreift und neu interpretiert“.
Wertiger Innenausbau
Sowohl in den Appartementhäusern als auch im historischen Bau sind Gästezimmer und Suiten untergebracht, während das Hauptgebäude neben der Lobby auch das Restaurant sowie den Konferenz- und Ballsaal beherbergt, ebenfalls restauriert und durch neue Einbauten von Innenausbau Michael Klump GmbH & Co. ergänzt. Entsprechend der unterschiedlichen Nutzungen fanden neben Teppichen auch verschiedene Designböden der Wineo Windmöller flooring GmbH Verwendung, die sich durch ihre geringe Aufbauhöhe besonders für Sanierungen eignen. Durch verschiedene Holz- und Steinstrukturen erlauben die Paneele eine individuelle Gestaltung und empfehlen sich aufgrund ihrer strapazierfähigen, unempfindlichen und gut zu reinigenden Oberfläche besonders für stark frequentierte Bereiche.
Das Raumprogramm des Wellness-Bereichs auf der westlichen Seite entwickelt sich weitgehend unsichtbar unterhalb des Hügelrückens und tritt lediglich nach Norden als schlankes Sockelgeschoss in Erscheinung. Bereits während der Bauarbeiten wurden die im Erdreich liegenden Bereiche sowohl zum Schutz als auch zur Abdichtung der Betonoberflächen durch die 2-komponentige, flexible Dichtschlämme Mapelastic des Herstellers Mapei versiegelt. Diese Hydroisolation wirkt als Verbundabdichtung, auf die anschließend sowohl keramische Beläge als auch Naturwerksteinplatten aufgebracht wurden.
Die Ausstattung des für ein Fünf-Sternehotel besonders wichtigen Wellnessbereich stammt von Klafs: Neben den Massagewannen Sanospa wurden hier auch die Wasserbettliegen Sanotherm sowie Dampfbäder und Sauna dieses Herstellers eingebaut. Durch eine vollverglaste Fassade eröffnet sich von diesem luxuriösen Spa-Bereich ein großartiger Panoramablick in die slowakische Tatra.
Der Architekt beruft sich mit der Planung der barrierefreien Hotelanlage auf Nachhaltigkeit im Sinne der Energieeffizienz und in einem noch weiteren Sinne: Die historische Bausubstanz des slowakischen Kulturdenkmals möchte er als nicht ersetzbare Ressource verstanden wissen, deren Erhalt für das kollektive Bewusstsein einer Gesellschaft eine wichtige Form von Nachhaltigkeit darstelle.
Architekt: Peter Cerno, cerno+architekten, München

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