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Modular erhellend

Großflächige Glasdächer für ein neues Forschungs- und Laborgebäude in Bonn
Modular erhellend

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Das Deutsche Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) widmet sich der Erforschung der Demenz in all ihren Facetten. Ein beeindruckender Neubau für das DZNE am Standort in Bonn verbindet nun Forschungs- und Laborarbeit mit der Verwaltung. Für eine hohe Aufenthaltsqualität und lichtdurchflutete Innenräume sorgen zwei große Glasdächer.

Anforderung:

Viel Tageslicht für Arbeitsplätze mit hoher Aufenthaltsqualität

Lösung:

Zwei großflächige Glasdächer, bestehend aus flexibel anpassbaren Oberlichtmodulen


Barbara Nauerz, Team Architektur und Planung Velux | vs

Demenzerkrankungen wie Alzheimer, ALS oder Parkinson nehmen in unserer alternden Gesellschaft stetig zu. Mehr als 1,5 Millionen Demenzerkrankte gibt es derzeit in Deutschland, 2050 könnten es Prognosen zufolge schon drei Millionen sein. Die Zahl der Neuerkrankungen liegt momentan bei fast 300 000 Menschen jährlich. Im DZNE sollen Demenzerkrankungen in den kommenden Jahrzehnten intensiv erforscht werden, u.a. mit dem Ziel, wirksame Therapien dagegen zu entwickeln – denn bisher gibt es keine.

Wettbewerb für den Neubau

2012 gewannen wulf architekten den Generalplanerwettbewerb für die Errichtung des neuen Forschungszentrums inmitten eines Kiefernwaldes auf dem Campus des Universitätsklinikums Bonn. Ihr Entwurf für das DZNE sieht drei markante Baukörper vor, deren Dreiteilung ihren Funktionen entspricht: Im Hauptgebäude befinden sich allgemeine Einrichtungen wie Eingangshalle, Cafeteria, Hörsaal, Bibliothek, klinische Forschung, MRT und Verwaltung. Das zentrale Forschungsgebäude beherbergt sämtliche Labore sowie die dazugehörigen Büros, im dritten Baukörper schließlich ist das präklinische Institut zuhause. Durch seine organische Form fügt sich das Gebäudetrio harmonisch in seine Umgebung ein. Gläserne „Gelenke“, die auch als Meeting Points genutzt werden können, verbinden die Bauten miteinander.

Die Außenansicht ist geprägt von geschosshohen Glaslamellen. Inspiriert vom umgebenden Kiefernwald, sind die Lamellen in den Farben Grün, Gelb und Orange gehalten und bieten nicht nur ein sich stets veränderndes Bild, sondern fungieren auch als Sonnenschutz: Je nach Sonnenstand verändern die Lamellen ihren Winkel, sodass blendendes Licht in den Räumen verhindert wird.

Tageslicht  durch großflächige Glasdächer

Zentrales Anliegen von wulf architeken war es, eine hohe Aufenthaltsqualität für die circa 500 Wissenschaftler und Mitarbeiter zu schaffen, ohne Abstriche an der erforderlichen Funktionalität machen zu müssen. Dies erreichten sie unter anderem durch lichtdurchflutete Innenräume und ein freundliches, helles Ambiente in den elegant abgerundeten und mit großflächigen Verglasungen ausgestatteten Gebäuden.

Bei zweien der drei Baukörper entschieden sich wulf architekten dafür, sie von oben mit „Velux Modular Skylights“ zu belichten. Im Hauptgebäude verbindet ein Atrium-Lichtband aus 28 sowohl feststehenden als auch öffenbaren Modulen (Gesamtlänge: ca. 7 m, Breite: ca. 11,5 m) das Zentrum des Gebäudes mit dem Außen und lässt Tageslicht herein. Durch das wechselnde Wetter und den Lauf der Tageszeiten ergibt sich dadurch auch tief im Inneren des Gebäudes ein spannendes Spiel von Licht und Schatten. „Licht ist eines der wichtigsten Werkzeuge eines Architekten. Es macht Architektur erst lebendig“, erklärt Steffen Vogt, Partner bei wulf architekten.

Noch beeindruckender ist allerdings die Belichtung über das Dach im Laborgebäude. Insgesamt 110 Velux Modular Skylights sind nahezu über die gesamte Länge des ellipsenförmigen Laborgebäudes ebenfalls als Ellipse angeordnet. Die komplett vorgefertigten Module sind mit Niedrigprofilrahmen, die öffenbaren Skylights zudem mit nicht sichtbarer Mechanik ausgestattet. Diese können sowohl zur Lüftung als auch als Rauch- und Wärmeabzug genutzt werden. Die puristische Gestaltung der Module sorgt dafür, dass die Velux Modular Skylights zum architektonischen Mittelpunkt des Gebäudes werden und sehr gut zur außergewöhnlichen Gestaltung des gesamten Gebäudes passen.

Modulsystem für flexiblen Einsatz

Velux Modular Skylights wurden für den Einsatz in öffentlichen und gewerblichen Gebäuden wie Schulen, Krankenhäuser oder Einkaufszentren gemeinsam von Velux und dem britischen Architekturbüro Foster + Partners entwickelt. Entstanden ist dabei eine Oberlichtlösung, die elegantes Design mit den Vorteilen vorgefertigter Module verbindet – wie beispielsweise hohe Präzision und Produktqualität sowie unkomplizierte Montage. Modular Skylights lassen sich zu beliebig langen Licht- oder Sattel-Lichtbändern addieren. Zudem können Licht- oder Sattel-Lichtbänder zu einer großflächigen Atrium-Dachverglasung kombiniert werden. Die einzelnen Module sind wahlweise zu öffnen oder feststehend; verfügbar sind sie in einer Breite von 67,5 bis 100 cm und einer Höhe von 120 bis 300 cm. Beim DZNE in Bonn beispielsweise kamen für das Atrium-Lichtband auf dem Hauptgebäude 12 feststehende sowie 16 öffenbare Module mit RWA-Funktion à 0,965 x 2,19 m als Sonderanfertigung zum Einsatz. Das Atrium-Sattel-Lichtband auf dem Laborgebäude wurde mit 32 feststehenden Modulen à 1,00 x 2,40 m, 50 feststehenden Modulen à 0,75 x 2,40 m sowie 32 Modulen mit RWA-Funktion à 0,75 x 2,40 m realisiert.

Die Profile von Fensterflügel und -rahmen bestehen aus einem Verbundmaterial aus pultrudierten Glasfasern und Polyurethan, dessen geringe Wärmeleitfähigkeit den Modular Skylights sehr gute Dämmeigenschaften verleiht. Mit 2-Scheiben-Verglasung erreicht die Einheit aus Glas und Rahmen bereits einen Uw-Wert von 1,4 W/(m2K), der sich mit 3-Scheiben-Verglasung – wie beim DZNE Bonn eingesetzt – auf 1,0 W/(m2K) optimieren lässt. Zugleich sorgt das Verbundmaterial für hohe Festigkeit und Tragfähigkeit und ermöglicht ein schlankes, leichtes Design. Die schmalen Profile sorgen in Verbindung mit dem verborgenen Kettenantrieb für ein elegantes Erscheinungsbild.

„Ein erstaunliches Gebäude“

Der hochmoderne Forschungs- und Laborkomplex für das DZNE in Bonn bringt mit viel Tageslicht und frischer Luft Energie und Inspiration in das Arbeitsleben der Mitarbeiter: „Wenn Sie hereinkommen, können Sie den Himmel sehen, Ihren Geist öffnen und stolz auf Ihren Arbeitsplatz sein. Ich denke, es ist ein erstaunliches Gebäude“, findet Camille Brosset, Mitarbeiterin in der Verwaltung des DZNE.


Bauherr: Deutsches Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen in der Helmholtz-Gemeinschaft (DZNE), Bonn

Architekten: wulf architekten, Stuttgart
www.wulfarchitekten.com

Baukosten: ca. 127 Mio. Euro

Bruttogrundfläche: 35 938 m²

Bruttorauminhalt: 157 652 m³

Nutzfläche: ca. 16 000 m²

Standort: Bonn


Architekt Steffen Vogt: „Licht ist eines der wichtigsten Werkzeuge eines Architekten. Es macht Architektur erst lebendig.“


Wulf Architekten: „Die charakteristische, organische Form des Ensembles erinnert an biologische Zellstrukturen und schafft eine neue Identität für das DZNE auf dem Campus Venusberg.“


Camille Brosset, Mitarbeiterin in der Verwaltung des DZNE: „Wenn Sie hereinkommen, können Sie den Himmel sehen, Ihren Geist öffnen und stolz auf Ihren Arbeitsplatz sein. Ich denke, es ist ein erstaunliches Gebäude.“


Auszeichnung

Als bundesweit erstes Laborgebäude hat das DZNE in Bonn vom Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat die nach dem Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen (BNB) vergebene Zertifizierung „Gold“ erhalten. Die Gesamtbewertung – ein Erfüllungsgrad der Bewertungskriterien von 84,1 % – entspricht der Endnote 1,36.

Informationen zur BNB-Bewertungsmethodik finden Sie hier:
www.hier.pro/bnb-bewertungsmethodik


Mehr zum Thema

www.hier.pro/bba-glasdach



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