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Energieeffizient dank niedriger Vorlauftemperatur

Neubau eines Verwaltungsbaus in Salz (Rhön)
Energieeffizient dank niedriger Vorlauftemperatur

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Flächenheizungen sind komfortabel und dank ihrer niedrigen Vorlauftemperaturen auch energieeffizient und kostengünstig. Diese Vorteile werden im bayerischen Salz in einem neuen Bürogebäude genutzt: In der zweistöckigen Eingangshalle kam eine neuartige Fußbodenheizung zum Einsatz, die gegenüber konventionellen Flächenheizungssystemen punktet.

Vera Höhne | be

Bereits in sechster Generation existiert die Adolf Steinbach Steinindustrie-Schotterwerke GmbH & Co. KG in Salz bei Bad Neustadt an der Saale. Begonnen mit dem Abbau von Naturstein, gibt es heute mehrere Betätigungsfelder von Schotter und Naturwerkstein-Produktion über Produkte für Garten- und Landschaftsbau bis hin zu Deponie- und Recyclingtechnik. Neben mehreren Tochterfirmen gehört zur Steinbachgruppe auch die Steinbach Schaumglas GmbH & Co. KG als Dämmstoffhersteller. Es wird auf ressourcenschonende und umweltfreundliche Produktionsabläufe geachtet, zu denen auch Staubminimierung in Produktion sowie im Deponiewesen zählt.
Zur Energieeinsparung wird ein Energiemanagement genutzt, das seit zehn Jahren einen stetig sinkenden Energiebedarf ermöglicht. Die Stromversorgung erfolgt in erster Linie durch eine Photo- voltaikanlage auf dem Flachdach. Um die Kosten für Beleuchtung zu minimieren, wurden sämtliche Leuchtmittel in der Fertigung in den letzten Jahren auf LED-Technik umgestellt. Zudem errichtete man eine eigene Biomasse-Heizzentrale, um die Firmengebäude mit umweltfreundlicher Wärme zu versorgen. Entsprechend hoch waren die energetischen und haustechnischen Forderungen an das neue Verwaltungs- und Bürogebäude, fertig gestellt im Juni 2014.
Moderne Gebäudetechnik
Mit dem Entwurf des neuen Verwaltungsgebäudes beauftragte Adolf Steinbach Schotterwerke-Steinindustrie den Architekten Matthias Leicht vom gleichnamigen Architekturbüro. Man wünschte sich nicht nur ein zeitgemäßes und repräsentatives Ambiente, sondern auch eine zukunftsweisende technische Ausstattung. Das Gebäude wurde mit drei Stockwerken und einer Nutzfläche von ca. 1 260 m² als Energiesparhaus mit einem Primärenergiebedarf von 68 kWh (m²a) errichtet. Damit liegt es erheblich unter dem EnEV-Anforderungswert für Neubauten.
Insgesamt 80 Mitarbeiter finden in den 35 hellen Büroräumen Platz. Darüber hinaus bietet der Neubau Besprechungszimmer sowie eine Tiefgarage. Augenfälligstes architektonisches Merkmal ist die mit einem Atrium belichtete Eingangshalle, die sich über zwei Stockwerke erstreckt und im oberen Bereich durch Galerien zugänglich ist, deren Brüstung aus Glaselementen besteht. So ergibt sich eine äußerst transparente und lichtdurchflutete Architektur. Im hinteren Teil der Empfangshalle befindet sich der Treppenaufgang zum oberen Geschoss.
Der gesamte Eingangsbereich wird in erster Linie zu repräsentativen Zwecken genutzt, es wurden jedoch auch die technischen Voraussetzungen für Informationsveranstaltungen geschaffen. Hier kam im Erdgeschoss mit MeaTherm eine Flächenheizung zum Einsatz, die in die gesamte Bodenfläche von 180 m² integriert wurde.
Innovative Flächenheizung
MeaTherm von der F.C. Nüdling Fertigteiltechnik GmbH & Co. KG ist eine Fußbodenheizung im Trockenestrichaufbau. Die Installation erfolgte direkt auf dem Betonboden. Zu Beginn der Installationsarbeiten wurde eine Dämm- und Installationsebene ausgelegt, die in diesem Fall aus dem firmeneigenen Produkt ecoglas-Schaumglasgranulat besteht. Auf ihr wurden die speziellen, vorgefertigten Mea-Therm-Systemelemente verlegt. Sie verfügen über Aussparungen, in die sich die Heizleitungen einclipsen lassen. Im Anschluss werden die Heizrohrtrassen mit einer dünnen, hoch wärmeleitfähigen Vergussmasse verfüllt. Diese ist selbstnivellierend und bereits nach 48 Stunden ausgehärtet, so dass der Einbau des Oberbelages erfolgen und die Anlage in Betrieb gehen kann.
Der Vorteil dieses Systems: Die Heizrohre liegen, im Gegensatz zur konventionellen Nassestrichbauweise, äußerst oberflächennah, so können sie die Wärme schnell abgeben. Da die Wärmeabgabe nicht nur nach oben, sondern durch die gute Wärmeleitfähigkeit des Trockenestrichs und der umschließenden Vergussmasse von u003E2,4 W/m²K auch horizontal erfolgt, ist innerhalb kürzester Zeit eine homogene Oberflächentemperatur erreicht.
Durch den hohen Vorfertigungsgrad lässt sich die Fußbodenheizung in kurzer Zeit einbauen. Hier sah auch die Firma Steinbach einen wesentlichen Vorteil, da sich so die Bauzeit erheblich verkürzen lässt. Bereits nach ca. drei Arbeitstagen konnte die Eingangshalle komplett betreten und der Fußbodenbelag aus fränkischem Muschelkalk, verlegt im Mittelbett, eingebaut werden. Als ökologischer, wärmedämmender Höhenausgleich wurde das ecoglas-Schaumglasgranulat in zementgebundener Form unter dem Heizungssystem eingebaut.
Bedingt durch die hohe Wärmeleitfähigkeit der MeaTherm-Systemelemente sind nicht nur niedrige Vorlauftemperaturen möglich, auch die bei herkömmlicher Bauweise vorhandene Anlagenträgheit entfällt. So lassen sich Abschalt- und Absenkzeiten besser nutzen. Zudem kann die Raumtemperatur aufgrund des hohen Strahlungswärmeanteils und der schnell zur Verfügung stehenden gleichmäßigen Oberflächentemperatur abgesenkt werden. Die Absenkung der Raumtemperatur um je 1°C ermöglicht eine Energieeinsparung von bis zu 6 %. Die Wärmeversorgung der ca. 180 m² messenden Flächenheizung erfolgt durch die betriebseigene Heizzentrale und die dort installierte Biomasseheizanlage sowie einen weiteren Kessel mit 50 kW Leistung, der bei Spitzenlasten zugeschaltet wird. Insgesamt 15 Heizkreise mit jeweils einer Rohrlänge von durchschnittlich 80 m übernehmen die Wärmeverteilung.
Fazit
Das neue Bürogebäude der Steinbachgruppe zeigt die Vorteile einer zeitgemäßen Flächenheizung. In kurzer Zeit lässt sich das vorgefertigte MeaTherm-System einbauen und in Betrieb nehmen. Die Trockenbauweise ermöglicht kurze Auf- und Abheizzeiten und erlaubt damit einen besonders wirtschaftlichen Betrieb, kombiniert mit guter Regelbarkeit.
Architekt: Dipl. Ing. (FH) Matthias Leicht, Architekturbüro, Bad Neustadt an der Saale


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