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Glaskostüm in Rot-Orange

Neubau eines Büro- und Geschäftshauses in Hamburg
Glaskostüm in Rot-Orange

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Optisch auffallend präsentiert sich der Neubau des Aida Entertainment-Hauses in St. Pauli. Renner Hainke Wirth Architekten schufen ein Gebäude, das zum markant-kontrastreichen Umfeld St. Paulis passt. Ein gläsernes Farbspiel in Rot-Orange auf Basis moderner Drucktechnologie beantwortet zeitgemäß die Frage nach einer feingliedrig strukturierten Stadtfassade.

Das neue von Aug. Prien Immobilien gebaute sechsgeschossige Aida Gebäude gilt als Kreativ-Schmiede. Hier entsteht das gesamte Unterhaltungsprogramm für die Kreuzfahrtflotte – auf vier Probebühnen und ca. 3 140 m2 Mietfläche. Die restlichen Flächen von ca. 1 220 m2 werden an Existenzgründer und junge, kreative Unternehmer vermietet.

Der linear gestreckte Baukörper des Neubaus befindet sich im Bereich einer markanten Straßenkrümmung in der Simon-von-Utrecht Straße am Eingang zur „Großen Freiheit“. Den Richtungsverlauf des Straßenraumes nehmen die Architekten in ihrem Gebäudeentwurf durch untereinander schwingende und auskragende Kuben auf und bringen diese in Einklang. Besonderes Augenmerk gilt dem von weitem sichtbaren Kopfbau zur Simon-von-Utrecht Straße hin. Eine großflächige Verglasung gewährt hier Einblicke auf die 10 m hohe Artisten-Probebühne.
Fassadenidee
Die Fassade symbolisiert ein Stoffgewebe, welches als Sinnbild für die Kostümbildnerei steht, die u.a. im Hause beherbergt ist. Die Farbanordnung der rot-orange farbigen Gläser ist so konzipiert, dass Farbbänder sowohl vertikal als auch horizontal verlaufen und in den Kreuzungspunkten der unterschiedlichen Farben immer wieder neue Mischfarben erzeugen. So entsteht der Eindruck von ineinander verwobenen Stoffbahnen.
Das Fassadenmaterial Glas wird gezielt in transluzenter Form, im übertragenen Sinne „stofflich“ in der Fassadengestaltung eingesetzt.
Die vorspringenden Gebäudekanten werden abends dezent hinterleuchtet und betonen die verschiedenen Bewegungsrichtungen der Gesamtkubatur.
Bei der Farbauswahl orientierten sich die Architekten an den Bestandsgebäuden der Umgebung. Architekt und Bauherr war es wichtig, dass der Neubau farblich mit seinen bestehenden Nachbarschaftsbauten korrespondiert. Und so mag es nicht überraschen, dass eine Vielzahl von Glasmustern gefertigt, angeglichen und in Musterfassaden eingesetzt wurde, bis die letzte Auswahl feststand.
Fassadenkonstruktion im Detail
Die Fassade ist als hinterlüftete Kaltfassade ausgebildet, die Gläser sind zweiseitig linienförmig gelagert. Da die Gläser transluzent sind, kann sich die Unterkonstruktion bei Sonneneinstrahlung und in den beleuchteten Feldern abzeichnen. Die Profile und Konsolen sind deshalb geordnet und mit kleinen Ansichtsbreiten ausgeführt. Der große Abstand zwischen Glas und Dämmung wurde für die Beleuchtung im Zwischenraum gewählt, kann aber auch für die Luftführung der dezentralen Lüftungsgeräte genutzt werden.
Bei den Gläsern handelt es sich um Verbund-Sicherheitsgläser Sigla Motiv mit digital bedruckter Folie. Mit der modernen Druck- und Verbundklebetechnik der Flachglas Wernberg GmbH war es auch unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten möglich, die ca. 500 verschiedenen Gläser mit ganz unterschiedlichen Farbfeldern zu produzieren. Die Farbfelder – maximal vier Farben auf einem Glas – konnten nach den Vorgaben der Planer unmittelbar auf die PVB-Folie (Sentry Glas Expressions) gedruckt werden.
Farbe und Folie sind so aufeinander abgestimmt, dass die Sicherheitsfunktion des VSG ohne Einschränkung erhalten bleibt und eine langfristige Farbbeständigkeit gewährt werden kann.
Produziert wurden für unterschiedliche Fassadenabschnitte VSG Aufbauten in den Stärken 2 x 6 mm bis 2 x 10 mm in Maximalgrößen bis zu 4 100 mm x 1 650 mm. Für die eingeschränkte Durchsicht der Fassade wurde hinter die farblich bedruckte Folie eine zusätzliche matte Folie gesetzt. So werden dahinter liegende Konstruktionselemente möglichst unauffällig kaschiert.
Bemerkenswert waren zudem logistische Anforderungen: Es mussten 500 Glaselemente mit nahezu 500 verschiedenen Designs „passgenau“ in der richtigen Einbaureihenfolge produziert und geliefert werden. Eine Aufgabenstellung, die eine gute Koordination zwischen Planer, ausführendem Bauunternehmen, Glashersteller und Fassadenbauer erforderte.
Mit dem Entertainmenthaus ist der Hamburger Stadtteil St. Pauli um eine Attraktion reicher: Der Neubau fügt sich mit seiner brillant roten Fassade gut in die Farbigkeit und Buntheit des als weithin unangepasst geltenden Stadtviertels ein.
Architekten: Renner Hainke Wirth Architekten GmbH, Hamburg Fassadenplanung: Prof. Michael Lange Ingenieurges. mbH, Hannover


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