Neubau von Mehrfamilienhäusern in Engelsbrand

Mit Mörtelpads sauber vermörtelt

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Zwei Mehrfamilienhäuser in Engelsbrand bei Pforzheim sorgen für zeitgemäßes Wohnen. Dank des mit Dämmstoff gefüllten Mauerziegels erreicht der Mehrgeschossbau mit seinen zwölf Wohneinheiten auch ohne zusätzliche Außendämmung den KfW-Effizienzhaus-Standard 70. Die Ziegel wurden mit Mörtelpads zeitsparend vermauert.

Dipl.-Ing. Architekt Peter Gahr | be

Knapp zehn Kilometer südlich von Pforzheim liegt Engelsbrand, ein kleines Städtchen mit etwa 4 000 Einwohnern, das aus dem Zusammenschluss mehrerer Gemeinden entstanden ist. Die gute Anbindung nach Pforzheim und dennoch ländliche Ruhe waren Argumente, zwei neue Mehrfamilienhäuser in der Wiesenstraße zu errichten. Zwischen Wiesenstraße, Hauptstraße, dem Mühlweg sowie dem Nachbargrundstück liegt der nahezu quadratische Baugrund. Architekt Dipl.-Ing. Heinz Hummel aus Neuenbürg-Dennach plante zwei leicht versetzte Mehrfamilienhäuser. Die Architektur ist zurückhaltend, aufs Wesentliche reduziert und dem baulichen Umfeld angepasst. Der Südfassade vorgesetzt, bieten Terrassen beziehungsweise Balkone Außensitz und Ausblick. Die rückseitige Nordfassade ist geprägt von Dachgauben, die sich auch in der Fassade im ersten Obergeschoss als Wandvorsprünge abzeichnen.

Symmetrisch aufgebaut: Vom mittig angeordneten Treppenhaus geht auf jeder Etage links und rechts jeweils eine Wohnung ab. Die Grundrisse sind gespiegelt. Nassräume liegen im unbelichteten Mittelteil der Wohnung, der Wohn- und Essbereich orientiert sich nach Süden zur Hauptstraße. Das Treppenhaus und die Nebenräume sind nach Norden ausgerichtet. Es handelt sich um typische Zweispänner -Grundrisse, wie sie sich über die letzten Jahrzehnte in der Architektur durchgesetzt haben. Sie wurden vom Architekten funktional sauber konzipiert: Man tritt in eine zum Wohnzimmer geöffnete Diele mit Garderobe. Nassräume und WC sind geschickt angeordnet, Verkehrsfläche wird kaum benötigt. In den Dachgeschosswohnungen führt eine einläufige Treppe in ein zusätzliches Galeriezimmer hinauf. Einen Hauch von Luxus bieten die direkt ans Treppenhaus angeschlossenen Garagen im Untergeschoss.

Um auch langfristig Schutz vor schwankenden Energiepreisen zu bieten, war die energetische Zielvorgabe das Erreichen des KfW-Effizienzhaus-Standards 70. Ein verbesserter Wärmeschutz sollte für den Architekten und Ökologen Hummel jedoch nicht mit einer Wärmedämmverbundfassade (WDVS) einhergehen. Decken und Kellerwände in Stahlbeton sind aktueller Stand der Technik, doch sowohl für die Innenwände als auch für das Außenmauerwerk boten Ziegel die optimalen Voraussetzungen.

Ökologisch hochwertige Ziegel

Hummel konzipierte ein Energieeffizienzhaus komplett aus Mauerziegeln im Einvernehmen mit dem Bauherrn Joachim Gaag. Für die Wohnungsinnenwände lieferte das Ziegelwerk Schmid, Mitgliedsunternehmen der Unipor-Gruppe, Hochlochziegel mit hoher Rohdichte. Ihre gute Speicherfähigkeit trägt dauerhaft zu einem gesunden Raumklima bei. 11,5 cm stark sind die nichttragenden Zimmertrennwände. Tragende Wände bzw. Wände mit erhöhten Schall- und Brandschutzanforderungen wie Wohnungstrennwände wurden mit 24 cm starken Schalungsziegeln erstellt.

Für das Außenmauerwerk entschieden sich Architekt und Bauherr nach intensiver Kostenbewertung für den Planziegel „Unipor WS09 Coriso“. Die Mauerziegel-Gattung Coriso wurde von Unipor speziell für energieeffizientes Bauen entwickelt. Sie kombiniert modernste Ziegeltechnologie mit den optimalen Eigenschaften der integrierten mineralischen Dämmstoff-Füllung. Diese Kombination ermöglicht einen hochwertigen monolithischen Wandaufbau. Hergestellt mithilfe von Wasser, Lehm und Feuer entsprechen die Rohstoffe dem ökologischen Verständnis von Architekt und Bauherren.

Mit 1,5 cm Kalkputz auf der Innenseite sowie 2 cm mineralischem Leichtputz auf der Außenseite erreicht das 36,5 cm starke Außenmauerwerk einen U-Wert von 0,23 W/(m2K). Dank des diffusionsoffenen Mauerwerks ist zudem eine natürliche Regulierung der Raumluftfeuchte sichergestellt. Neben seinen besonders wärmedämmenden Eigenschaften punktet der Unipor WS09 Coriso hier mit einem Rw,Bau,ref von 51,9 dB auch im Schallschutz. Überzeugend sind zudem die zulässigen Druckspannungen von bis zu 1,4 MN/m2 sowie der hohe Brandschutz. Sowohl die Coriso-Dämmstoff-Füllung als auch Unipor-Mauerziegel sind nach Baustoffklasse A1 als ‚nicht brennbar‘ klassifiziert. Im Zusammenspiel mit Fenstern in Dreifachverglasung, einer 220 mm starken Zwischensparrendämmung sowie einer durchgehenden Aufsparrendämmung von 35 mm wurden die Vorgaben des KfW-Effizienzhauses 70 mühelos erreicht – in monolithischer Bauweise ohne WDV-System. Auch bei den Dächern wurden mit Flachdachpfannen aus gebranntem Ton die ökologischen Vorstellungen konsequent umgesetzt: Naturbaustoffe aus ortsnaher Produktion.

Mörtelpads: Einfach und sicher verarbeitet

Bei der Verarbeitung der Ziegel wurde auf Empfehlung des Bauunternehmers Fuchs der Einsatz der modernen Mörtelpads von Franken Maxit präferiert. Die industriell vorgefertigten Mörtelpads wurden hier trocken auf das plangeschliffene Mauerwerk aufgelegt. Gemeinsam mit den Unipor -Ziegeln entstand so ein beständiges und hochwertiges Mauerwerk. Entscheidungskriterium für die Mörtelpads war neben der sauberen Baustelle auch die leichtere Verarbeitung. Die Mauerarbeiten wurden im Sommer bei heißen Temperaturen ausgeführt.

Das neu entwickelte Mmörtelpads von Franken Maxit ersetzt das bisher etablierte Verfahren mit deckelndem Dünnbettmörtel. Die handlichen Platten bestehen aus Leichtdünnbettmörtel und wasserlöslichem Schmelzkleber. Für zusätzliche Stabilität sorgt das integrierte Glasfasergewebe. Die Pads eignen sich für plangeschliffenes Mauerwerk, wo sie einfach auf die Ziegel gelegt werden. Nach Zugabe des Wassers bindet der verbleibende Zementleim hydraulisch ab und formt eine 1 bis 3 mm dünne, vollflächige Mörtelfuge. Dieser Abbindevorgang erfolgt analog zu herkömmlichen mineralischen Mauermörteln, sodass am Ende vergleichbare bautechnische Werte erzielt werden.

Hinsichtlich der Festigkeits- und Verbundeigenschaften liegen Mörtelpads somit gleichauf mit einem Dünnbettmörtel der Klasse M10. Zudem handelt es sich auch beim maxit mörtelpad um ein mineralisches Produkt, das seinen Ursprung in natürlichen Rohstoffen hat. Die Erstellung einer rein mineralischen Außenwand (Mörtel, Stein, Putz) ist auf diese Weise ohne Weiteres möglich.

Das maxit mörtelpad ermöglicht eine deutliche Zeitersparnis bei höchster Qualität. Maurerkelle, Mörtelsilo, Mischmaschine – Hilfsmittel, die früher das Bild einer Baustelle prägten, sind nun praktisch nicht mehr nötig. Das Mörtelpad lässt sich schnell, sauber und sicher verarbeiten. Dabei entfallen das Anmischen von Mörtel und das Reinigen des Werkzeugs ersatzlos.

Die hohe Qualität in der Ausführung der Gebäudehülle ergibt zusammen mit einem energetisch effizienten Grundriss einen Primärenergiebedarf von 17,7 kWh/(m²a). Dieser wird durch eine im Untergeschoss installierte Pelletheizung abgedeckt. Zusätzlich hat der Architekt eine thermische Solaranlage auf zweimal 16 m² eingeplant. Beide Häuser sind in ihrer Technik komplett autark ausgestattet, obwohl sie direkt aneinandergesetzt sind.

Architekt:
Dipl.-Ing. Heinz Hummel, Freier Architekt und Stadtplaner, Neuenbürg-Dennach

Tragwerksplanung, Wärme- und Schallschutzberechnungen:
Wolfgang Beck, Neuenbürg

Hersteller
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