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Schnelligkeit gefragt

Sanierung eines Industriegebäudes in Donaueschingen
Schnelligkeit gefragt

Seit 1996 lag das Areal einer Spinnerei brach, bis ein Immobilienentwickler das Gelände kaufte. In kürzester Zeit wurden die sanierungsbedürftigen Gebäude zum modernen Industrie- und Gewerbepark umgebaut. Eine besondere Herausforderung war die Sanierung der Industrieböden, die mit Hilfe von Maschinentechnik in Rekordzeit gemeistert wurde.

Über 60 Jahre lang wurde in der alten Kammgarnspinnerei Wirth in Donaueschingen produziert, dann mussten die Besitzer Mitte der 1990er Jahre aufgrund veränderter Marktbedingungen Insolvenz anmelden. Zurück blieb das typische Konglomerat (über 60 000 m²) unterschiedlicher Gebäude und Baustile, das vom schrittweisen Wachstum eines mittelständischen Industriebetriebes zeugt. Neben kleinteiliger Bebauung aus dem späten 19. Jahrhundert befinden sich auf dem Gelände auch Verwaltungsgebäude aus der Nachkriegszeit und moderne Hallenkonstruktionen mit erheblichen Spannweiten. Zusätzliche 26 000 m² Grundstück hatte sich die Spinnerei für künftige Erweiterungen freigehalten. Eine Nachnutzung für derartige Immobilien zu finden, ist keine leichte Aufgabe.

Mit regem Interesse verfolgte man daher in Donaueschingen die Pläne des Immobilienentwicklers Jo Häring, der das Gelände im Sommer 2009 vom Insolvenzverwalter aufkaufte. Häring wollte zunächst einige der gut erhaltenen Hallen als preisgünstige Lagermöglichkeit nutzen, entwickelte dann aber ein stimmiges Gesamtpaket für das Areal: Die Grundstücksreserve von 26 000 m² Hangwiesen zwischen Fabrikbau und Schalmen-Siedlung wurden in Bauparzellen für 25 Einfamilienhäuser aufgeteilt und teilweise bereits bebaut.
Umbau mit Bodenlösung
Die übrigen Gebäude sollten für 3 Mio. Euro zu einem Industrie- und Gewerbepark ausgebaut werden. Dächer wurden instandgesetzt und die Fassade des Verwaltungsgebäudes mit einem Wärmedämm-Verbundsystem versehen. Als schließlich ein Ankermieter für mehr als die Hälfte der Nutzfläche gefunden wurde, musste es schnell gehen. Der künftige Nutzer, ein mittelständischer Hersteller von Mechanik-Komponenten, wollte einen Teil seiner Produktion nach Donaueschingen verlegen. Die vorhandenen Hallen boten optimale Bedingungen: Helle, stützenfreie Flächen mit hoher Tragfähigkeit. Doch bevor die neuen Maschinen eingebaut werden konnten, musste der teils unebene und gerissene Industrieboden saniert werden. Investor Häring, dessen Firma auch die Bauleitung für das Objekt übernommen hatte, setzte auf eine Bodenlösung von Saint-Gobain Weber (Epoxidharzgrundierung weber.floor 4712, Haftgrundierung weber.floor 4716, Industriebodenausgleichsmasse weber.floor 4602, Industriebodenbeschichtung auf Zementbasis weber.floor 4610).
Der vorhandene Untergrund bestand überwiegend aus altem Magnesiaestrich. Dieser wurde abgefräst, anschließend der darunter liegende Beton durch Kugelstrahlen gereinigt und für die Beschichtung vorbereitet. Ein Teil der Hallen war mit Klinkerfliesen ausgelegt, auch hier wurde die Oberfläche kugelgestrahlt und Hochpunkte abgefräst. Nach einer Grundierung wurde ein ebener Untergrund auf den alten Klinkerböden mit durchschnittlich 20 mm Industriebodenausgleichsmasse hergestellt. Im Bereich des ehemaligen Magnesiaestrichs waren durchschnittlich sogar 30 mm Ausgleich erforderlich. Als Nutzbelag wurde eine Industriebodenbeschichtung auf Zementbasis in einer Schichtdicke von 6 bis 8 mm aufgebracht und mit einer Anti-Rutsch-Beschichtung versiegelt.
Dieser Boden eignet sich besonders für stark beanspruchte Flächen mit hohen Anforderungen an die Ebenheit, wie sie für Lager- oder Produktionshallen mit intensivem Staplerverkehr nötig ist. Gleichzeitig ist er beständig gegen Mineralöle und hat einen hohen Eindringwiderstand gegen Chlorid.
Der Einbau der Ausgleichsmasse erfolgte in zwei Bauabschnitten im Dezember 2010 und Januar 2011. Der Oberbelag wurde im Februar innerhalb von nur zwei Tagen aufgebracht. Die hohen Einbaudicken, die großen Flächen und die knappen Zeitvorgaben erforderten eine sehr hohe Verlegeleistung. Um diese zu gewährleisten, setzte Saint-Gobain Weber modernste Baustellentechnik ein.
Gleich zwei PumpTrucks, mit denen eine Flächenleistung von 300 bis 1 500 m² pro Stunde – je nach Einbaudicke – erreicht werden kann, sorgten für eine optimale Verarbeitung der Bodenbeschichtung. Eine aufwändige Baustelleneinrichtung ist dazu nicht nötig, die LKW sind autark und benötigen weder Wasser- noch Stromanschluss. Um jede Unterbrechung im Bauprozess zu vermeiden, wurden die PumpTrucks während des Pumpens per Silozug nachgefüllt.
Speziell bei Baustellen in Ballungsräumen und Innenstädten wissen Bauleiter diese Effektivität zu schätzen: Die Baustelleneinrichtung wird entscheidend vereinfacht, Genehmigungen für Silostellungen entfallen und Verkehrswege werden nur kurzfristig blockiert. Zudem sind die Trucks innen beheizt und können bei jeder Witterung eingesetzt werden.
In Donaueschingen ging der Einbau trotz Temperaturen von teilweise –10 °C problemlos über die Bühne. Neben der hohen Einbaugeschwindigkeit profitierten die Bauleiter zudem von den PumpTrucks, weil die Fahrer als Anwendungstechniker die Konsistenz des Materials kontrollierten und damit permanent die Qualität sicherten.
Messbar wirtschaftlich
Dank der Verarbeitungstechnik konnten 255 t mineralischer Industriebodenausgleich in vier Tagen mit 46 t Industriebodenbeschichtung in nur zwei Tagen fertig gestellt werden – was ein schnelles Weiterbauen für die Folgegewerke und messbar hohe Wirtschaftlichkeit nach sich zog. Der robuste Boden hat sich bewährt. Neben dem Automobilzulieferer ist inzwischen neben weiteren Firmen ein Getränke-Logistikzentrum eingezogen.
Genehmigungsplanung: Architekt G. Hofele, Rottweil Bauleitung: Häring Wohnen + Objekte, Donaueschingen

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