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Richtig dimensionieren

Grundlagen der Entwässerung am Gebäude und in der Fläche
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Der Entwässerung von Gebäuden und Flächen kommt eine erhebliche Bedeutung zu. Sie hilft, die Gebäudesubstanz zu erhalten und die Sicherheit von Gebäuden zu gewährleisten. Auch auf nicht bebauten Grundstücksflächen fällt Niederschlagswasser an, für dessen Entsorgung ökonomisch wie ökologisch sinnvolle Möglichkeiten bestehen.

Bernd Harder, Büdelsdorf

Die globale Erwärmung der Atmosphäre führt weltweit zu ganz unterschiedlichen Phänomenen. Für unsere Breiten gilt vereinfacht: Es regnet in toto über das ganze Jahr gesehen zwar nicht mehr bei uns, die viel zitierten ’sintflutartigen Niederschläge’ aber gewinnen an zerstörerischer Macht.
Für ein Entwässerungssystem ist nicht die absolute jährliche Niederschlagsmenge entscheidend, sondern der Zeitraum, in welchem die Entwässerung stattfinden muss. Extrem große Wassermengen, die in einem sehr kurzen Zeitraum anfallen, können ein Entwässerungssystem überfordern. Und der in der Fachliteratur immer wieder anzutreffende „Jahrhundertregen“ gehört bereits zum Alltag.
Es wird also künftig darauf ankommen, auch über Normen hinaus zu denken und zu planen und der Dimensionierung von Entwässerungslösungen große Aufmerksamkeit zu schenken. Bei Projektierung von Entwässerungsanlagen ist deshalb angeraten, vom Know-how der Hersteller und ihrer Planungs- und Beratungsabteilungen zu profitieren.
Richtlinien fürs Flachdach
Regenwasser, das auf dem Flachdach anfällt, ist nach der DIN 1986–100, der DIN EN 12056–3, der Flachdachrichtlinie sowie gegebenenfalls auch der Dachbegrünungsrichtlinie zu behandeln. Diese besagen unter anderem, dass Flachdächer grundsätzlich über Dachabläufe und vorgehängte Dachrinnen entwässert werden können. Werden die Dachflächen jedoch nach innen entwässert, müssen sie über mindestens einen Dachablauf gemäß DIN EN 1253 sowie mindestens einen Über-, bzw. Notablauf verfügen. Ebenfalls zu berücksichtigen ist der so genannte Abflussbeiwert C, der das Wasserrückhaltevermögen der Dachoberfläche beschreibt. Ist dieses niedrig (z. B. Betondach: C=1), muss das gesamte Niederschlagswasser unverzüglich abgeführt werden. Ist der Wert jedoch klein (z. B. intensiv begrünte Dachfläche C=0,3), wird das Entwässerungssystem entlastet, weil der Entwässerungszeitraum gedehnt wird.
Bei jeder Dachfläche ist jedoch unbedingt zu berücksichtigen, dass Wasser- und Schneelasten unter Umständen enorme Gewichtsbelastungen mit sich bringen, die schlimmstenfalls bis zum Versagen der Statik führen können. Welche Entwässerungslösung die richtige ist und welche hydraulischen Berechnungen notwendig sind, darüber geben die Fachleute namhafter Hersteller gerne Auskunft.
Unterschätzte Fassadenentwässerung
Bis zu 50% des Niederschlagswassers treffen auf die Fassade, auf Balkone, Loggien, Vordächer usw. – und sammeln sich dann recht schnell am Fußpunkt des aufstrebenden Bauteils, wo sie ein erhebliches Gefahrenpotential darstellen. Die Aufgabe einer jeden Fassadenentwässerung besteht deshalb darin, gegebenenfalls auch große Wassermengen rasch und sicher vom Gebäude wegzuführen.
Die DIN 18195, Teil 5, fordert im Zusammenhang mit waagerechten und schwach geneigten Flächen, die Abdichtung von aufgehenden Bauteilen bis mindestens 15 cm oberhalb des Außenbelages hochzuführen. Dem schließen sich die ’Regeln für Dächer mit Abdichtungen’ (Flachdachrichtlinie) sowie die Forschungs-gesellschaft Landschaftsentwicklung Land-schaftsbau e.V. (FLL) an. Wo das nicht möglich ist, etwa bei Türen, raumhohen Fenstern, Glasfronten etc., sind so genannte „besondere Maßnahmen“ gefordert. Flachdachrichtlinie und FLL lassen eine Reduzierung der Anschlusshöhe auf 5 cm zu, sofern der einwandfreie Wasserablauf unmittelbar vor dem Abschlussbereich sichergestellt. Dies leistet z. B. eine ausreichend dimensionierte Entwässerungsrinne, die unmittelbar im Bereich der Türschwelle liegt. Die Wasser führende Schicht sollte dabei über ein Gefälle von ≥ 2 % verfügen und vom Gebäude wegführen.
Für bodengleiche Übergänge ist gemäß Flachdachrichtlinie, FLL sowie DIN 18195 Teil 9 neben den „zusätzlichen Maßnahmen“ ein erhöhter Planungsaufwand und eine sorgfältige Ausführung auf der Baustelle unabdingbar. Die Entwässerungsrinne muss so dimensioniert und verlegt sein, dass sie auch bei ungünstigsten Bedingungen noch zuverlässig funktioniert.
Entwässerung von Freiflächen
Grundstücke müssen nach DIN 1986–100 entwässert werden, denn es ist nicht gestattet, das anfallende Oberflächenwasser einfach in den öffentlichen Raum zu entsorgen. Das Wasser kann über Punkt- wie über Linienentwässerungssysteme abgeführt werden. Deren Dimensionierung wird auch durch den Abflussbeiwert ψ (Psi) bestimmt, der die unterschiedlichen Versickerungseigenschaften der Geländebeschaffenheiten berücksichtigt. Bei der kontrollierten Entwässerung über die Kanalisation fallen natürlich Kosten an, die in der Höhe bundesweit deutlich variieren. Bei einem Starkregenereignis kann die öffentliche Kanalisation auch schon einmal überlastet sein, so dass Rückstaus möglich sind, die schlimmstenfalls den Keller fluten. Ein Rigolensystem (unterirdischer Entwässerungsgraben), wie z. B. Stormbrixx von Aco, sammelt das anfallende Wasser und lässt es nach und nach vor Ort versickern. Das schont nicht nur den Geldbeutel und entlastet die Kanalisation, es trägt auch zur Grundwasserneubildung bei.


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