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Anspruchsvolle Hängedachabdichtung

Sanierung einer Messehalle in Dortmund
Anspruchsvolle Hängedachabdichtung

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Fast 11 000 m² des Hallendachs von Halle 4 auf dem Messegelände in Dortmund wurden mit Flüssigkunststoff abgedichtet. Es handelt sich um das heute zweitgrößte freitragende Hängedach in Europa. Frühere Abdichtungsmängel des 50er-Jahre-Gebäudes konnten so behoben werden.

Architektonisches Kleinod der späten 1950er Jahre: Die Halle 4 auf dem Messegelände in Dortmund gilt als herausragendes Ingenieurbauwerk ihrer Zeit. Das als Ausstellungshalle und Trainingsstätte für Sportler vorgesehene Bauwerk wurde pünktlich zur Eröffnung der Bundesgartenschau am 30. April 1959 fertig gestellt. Architekt Walter Höltje schuf ein Gebäude mit einer spektakulären Hängedachkonstruktion über 80 x 110 m.

In Längsrichtung hängt das Dach am tiefsten Punkt 5 m durch, in Querrichtung wölbt es sich 2 m nach oben. Getragen wird das Dach durch vorgefertigte Stahlbetonrippen, in Abständen von 1,25 m verlegt, durch die die Spannkabel laufen.
Konstruktiv bedingt unterliegt die Dachfläche sehr starken Bewegungen durch Lasten aus Umwelteinflüssen. Wind, Schnee, Starkregen wirken direkt auf das Dach ein. Darüber hinaus unterliegt die Fläche auch starken thermischen Bewegungen (Stahlzugseile). Weil in der damaligen Zeit Erfahrungswerte fehlten, wie die gewaltigen Kräfte, die bei der Konstruktion auftraten, wirken würden, testete man im Vorfeld ein Modell des Bauwerks unter extremen Bedingungen im Windkanal.
Abdichtung mit Folgeschäden
In der Vergangenheit wurde die Dachfläche bituminös abgedichtet. Beim Bau der Halle wurde auf dem Beton der Dachschale eine Dampfsperre verlegt, die mit 2 cm dicken Schaumstoffplatten beklebt wurde. Die Abdichtung bestand aus zwei Lagen Dachpappe. Da anfallende Reparatur- und Instandsetzungsmaßnahmen ebenfalls bituminös erfolgten, lagen 50 Jahre später zwischen vier bis sieben Schichten mit verschiedensten Undichtigkeiten in allen Bereichen auf dem Dach.
Im Winter 2010/2011 wurde bei Schneeräumarbeiten die Dachhaut massiv geschädigt und notdürftig mit einer kaltselbstklebenden Dampfsperrbahn bereichsweise überarbeitet. Die danach immer wieder auftretenden Schadensereignisse waren mit Bitumen nicht mehr beherrschbar. Um das Gebäude in seiner Substanz zu erhalten und den ungestörten Messebetrieb im Inneren weiterhin sicherzustellen, entschloss sich die Westfalenhallen Dortmund GmbH dazu, das Dach komplett neu abzudichten.
Vorteile der Flüssigabdichtung
Zwei Sachverständigengutachten belegten, dass ein Abriss des vorhandenen Dachschichtenpakets aufgrund des hohen Risikos hierbei die tragenden Stahlseile zu beschädigen, als Sanierungsmaßnahme nicht in Frage komme. Daraufhin entschied sich die Westfalenhallen Dortmund GmbH unter der Federführung der Stadt Dortmund (Dipl.-Ing. Markus Schulte), die Dachsanierung des geschwungenen Hängedachs mit einem Flüssigkunststoff durchzuführen. Dafür sprachen mehrere Gründe, die gutachterlich abgesichert wurden:
  • Die Flüssigabdichtung ist besser als bituminöse Produkte in der Lage große Bauteilbewegungen aufzunehmen.
  • Das Material ist leichter. Das geringere Gewicht ist unter statischen Aspekten ein gewichtiges Argument, da aus Kostengründen auf den nur manuell möglichen Abriss der alten Bitumenschichten verzichtet wurde. Anderenfalls hätte auch die Gefahr bestanden, bei einem Abriss die Bimsdielen der Dachhaut/Dachkonstruktion zu beschädigen.
  • Durch die Verarbeitung in flüssiger Form passt sich die Abdichtung allen Formen und Einbauten an, das ermöglichte auch z. B. die komplizierte Einfassung der konischen Entwässerungsrinne.
  • Beim gewählten Kemperol 2K-PUR ist ein langfristiges Ausdiffundieren des eingedrungenen Wassers möglich. Das Dach kann nachträglich austrocknen.
Die Rolf Koensen Bedachung GmbH, Bremen, gewann die Ausschreibung. Die Dachdecker dichteten das Hängedach in den Jahren 2012 bis 2014 in drei Bauabschnitten komplett neu mit Kemperol ab. Die Arbeiten erfolgten ohne Abriss der alten Dachhaut direkt auf dem vorhandenen Schweißbahnuntergrund. Auf Bitumen kann das lösemittelfreie und geruchsneutrale Kemperol 2K-PUR ohne zusätzliche Grundierung aufgebracht werden. Lediglich stark verschmutzte Bereiche sowie die großen vorhängenden Betondachrinnen an den schmalen Seiten erhielten eine Kempertec EP-Grundierung. Die Oberfläche wurde mit Quarzsand abgestreut, um einen Porenverschluss zu erreichen und damit die Haftvermittlung zu optimieren.
Eine Besonderheit des Objekts ist die 80 m lange und 1 m breite, konisch zulaufende Regenrinne, die sich über die gesamte Länge der Halle zieht. Sie leitet am Dachrand das Regenwasser kontrolliert ab und wurde ebenfalls komplett mit Kemperol ausgekleidet. Die Rinne stellte die größte Herausforderung an die Abdichtung dar, da sich die Dachfläche am Tiefpunkt im Rinnenübergang um ca. 15 cm auf und ab bewegt. Hierbei treten aufgrund der Dachform zusätzlich auch noch Horizontalbewegungen auf. Dieser Bereich war mit mehreren Lagen einfach verfalzten 1,00 mm starken Zinkblechen ausgebildet, welche an Bandeisen rückwärtig befestigt sind. Die Fuge zum Halleninneren ist dahinter ohne weitere Dichtmittel oder Abdichtungsbahnen von innen frei sichtbar. Um hier eine homogene Abdichtung analog zur Dachabdichtung zu erreichen, wurde eine hochpolymere Dachbahn auf der Dachfläche aufgeschraubt und mit dem nötigen Spielraum wellenförmig, lose auf den Rinnengrund gelegt. Anschließend wurde diese Dachbahn zweilagig mit Kemperol 2K PUR abgedichtet und dann an die einlagige Kemperol 2K PUR Abdichtung auf dem Rinnenboden angeschlossen.
Die für Wartungszwecke angelegten Laufwege auf dem teilweise stark ansteigenden Dach wurden mit Kemperol und einer zusätzlichen Quarzsandeinstreuung hergestellt.
Architekt (Halle 4 von 1959): Walter Höltje, Holzminden (gestorben 2000)


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