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Behaglich mit Kalkputz

Raumklima im Viva-Forschungspark
Behaglich mit Kalkputz

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In Wopfing bei Wien werden im Viva-Forschungspark Baustoffe miteinander verglichen. In zwölf Forschungshäusern aus unterschiedlichen Baustoffen lassen sich reale Wohnsituationen simulieren: Erforscht werden die Zusammenhänge zwischen Baustoffen und deren Auswirkungen auf die Gesundheit. Deutlich wird dabei, dass Kalkputze eine wichtige Rolle als Feuchtepuffer für das Raumklima spielen.

Anforderung:

Für gesundes Wohnen sind Materialien, Raumgestaltung und bauphysikalische Faktoren in Einklang zu bringen

Lösung:

Innenputze auf Kalk- und Kalkzementbasis sind schadstofffrei, puffern Raumfeuchte und verbessern das Raumklima


Barbara Wiedemann, Produktmanagement Baumit, Bad Hindelang | be

Baustoffe haben Einfluss auf unsere Gesundheit. Durch Erkenntnisse wissenschaftlicher Untersuchungen aus Bauphysik, Bauchemie und Medizin wissen wir, welche Parameter für ein gesundes Gebäude relevant sind und welche die Wohnqualität dauerhaft verbessern. Zum körperlichen Wohlbefinden tragen Faktoren wie behagliche Raumtemperatur, Raumluftfeuchte, Luftqualität etc. bei. Derzeit gibt es noch wenige wissenschaftlich fundierte Aussagen über die Auswirkungen von Baustoffen auf Gesundheit und Wohlbefinden. Daher wurde 2015 mit dem Viva Forschungspark in Wopfing/Wien ein europaweit einzigartiges Forschungsprojekt gestartet.

Wie baut man wohngesund?

Der Viva Forschungspark von Baumit wird mit seinen Erkenntnissen in den nächsten Jahren Basis für Produktentwicklungen sein. Mit wissenschaftlichen Innovationen soll gesundes Wohnen ermöglicht werden. Seit Januar 2015 simuliert Baumit gemeinsam mit Forschungseinrichtungen in zwölf Forschungshäusern aus unterschiedlichen Baustoffen reale Wohnsituationen und erforscht Zusammenhänge zwischen Baustoffen und deren Auswirkungen auf die Gesundheit. Im Fokus der Untersuchungen zur Gesundheit und Behaglichkeit standen vor allem Temperaturen und Luftfeuchtigkeit, die mit 33 Sensoren pro Haus erfasst wurden. Damit erhält man 1,5 Millionen Messdaten/Monat. Forschungspartner führen externe Analysen durch.

Gute Wärmedämmung sorgt im Winter für warme und im Sommer für kühle Wände ohne Zuglufterscheinungen. Wichtigste Voraussetzung für ein ausgeglichenes Raumklima ist eine geringe Schwankung der inneren Oberflächentemperatur der Außenwände. Diese erzielt man durch gute Wärmedämmung und große speicherfähige Massen (hohe Dichte und spezifische Wärmekapazität) sowie einer hohen Wärmeleitfähigkeit des Wandbildners.

Energieeffizientes Bauen bedeutet luftdichtere Bauweise. Dadurch können, wenn unzureichend gelüftet wird, Schadstoffe länger im Raum bleiben. Moderne Gebäude stellen also höhere Anforderungen an Baustoffe als früher. Umso wichtiger ist die richtige Auswahl: Baustoffe sollten frei von Schadstoffen und diffusionsoffen sein mit einer guten Feuchtespeicherfähigkeit.

Raumklima

Die richtige Innenbeschichtung kann schon bei wenigen Zentimetern eine gute Feuchtepufferung und Regulierung des Raumklimas bewirken. Bei der Ziegelwand erfüllt dies üblicherweise ein mineralischer Innenputz mit dampfdiffusionsfähiger mineralischer Innenfarbe. Kalkhaltige und kalkzementgebundene Innenputze mit hoher Offenporigkeit zeigen hier sehr gute Wirkung. In Kombination eignen sich Wandfarben mit hoher Dampfdiffusionsfähigkeit, wie mineralische Farben sowie Dispersionssilikatfarben.

Betonwände werden oft nur gespachtelt und gestrichen. Dies sorgt zwar für glatte Oberflächen, ist jedoch mit nur geringem Nutzen für die Feuchteregulierung. Hier schafft man mit einem Innenputz eine deutliche Verbesserung. Bei Holzriegelbauweise mit Gipskartonbeplankung ist die Situation vergleichbar mit Beton. Bei massiver Holzbauweise übernimmt Holz die feuchtepuffernde und -regulierende Funktion.

Wann ist es behaglich?

Je nach Aktivität und Bekleidung fühlt sich der Mensch bei einer Raumtemperatur zwischen 20 und 22 °C am wohlsten. Dabei sollten die Differenz der Lufttemperatur zur Oberflächentemperatur sowie der Temperaturunterschied zwischen Fußboden und Decke nicht mehr als 4 °C betragen. Wird die Oberflächentemperatur eines Gebäudes durch verbesserte Wärmedämmung erhöht, geht bei gleichbleibender Lufttemperatur die Wärmeabgabe des Körpers durch Wärmestrahlung zurück. Die Abkühlung der Raumluft an den Oberflächen wird verringert. Das Entstehen von Kaltluftschichten am Boden wird unterdrückt. Die Behaglichkeit nimmt zu, ohne dass zusätzliche Heizenergie benötigt wird.

Bei Hitze halten gedämmte Häuser die Raumtemperatur auf erträglichen Werten. Massive Gebäude unterstützen den Kühleffekt und sorgen für konstantere Raumtemperaturen. Langzeitmessungen im Viva Forschungspark zeigten: Dämmung schützt vor sommerlicher Überhitzung. So lagen auch in Hitzeperioden von bis zu 36 °C Außentemperatur die Raumtemperaturen in den gedämmten Massivhäusern aus 25er-Ziegel sowie Beton zwischen 24 °C und 27 °C. Im ungedämmten Haus (Altbestand, 25er-Ziegel ohne Dämmung) war es mit 30 °C hingegen warm. Neben Dämmung hat auch die Speichermasse der Wandkonstruktion einen entscheidenden Einfluss auf die Raumtemperatur. Massive Wände sorgen für konstantere Raumtemperaturen und im Sommer für ein kühleres und angenehmeres Raumklima.

Die Forscher simulierten einen Heizungsausfall und schalteten in allen Häusern den Strom und die Heizungen für 48 Stunden ab. So wies das ungedämmte Ziegelhaus (Altbestand, 25er-Ziegel) nach zwei Tagen nur noch eine Raumtemperatur von 4 °C und eine Wandtemperatur von 1 °C auf. Die gedämmten Massivhäuser (25er-Ziegel bzw. Beton) hielten nach 48 Stunden ohne Heizung sowohl bei Raum- als auch bei Wandtemperaturen Werte zwischen 14 und 17 °C.

Raumluftfeuchte

Als angenehm empfinden wir einen Bereich zwischen 40 und 60 % relative Luftfeuchtigkeit. Die Staubbildung wird bei niedriger Luftfeuchte gefördert, zudem können sich in trockener Luft Bakterien und Viren länger schwebend halten. Dies und die Austrocknung der Schleimhäute erhöhen das Infektionsrisiko. Bei zu hoher Luftfeuchtigkeit kann die im Raum freigesetzte Feuchtigkeit nicht mehr ausreichend von der Luft aufgenommen werden. Die Feuchtigkeit kondensiert in kalter Jahreszeit an Wänden sowie in kühlen Raumecken und kann zu Schimmelbildung und Schäden an Bauteilen führen. Im Winter sollte daher die relative Luftfeuchtigkeit den Wert von 45 bis 50 % (je nach Bauweise und Alter) nicht dauerhaft überschreiten.

Grundsätzlich gilt: Je höher die Temperatur, desto mehr Wasser kann die Luft aufnehmen. Allerdings ist der Zusammenhang nicht linear. Mit steigender Temperatur kommt es zum massiven Anstieg der maximal möglichen Wasserdampfmenge in der Luft. Beträgt der Maximalwert der absoluten Luftfeuchte bei 0 °C knapp 5 g/m³, so sind es bei 30 °C schon 30 g/m³.

Feuchtepuffer Kalkputze

Innenputze haben einen spürbaren Feuchtepuffereffekt. In Häusern mit Innenputz auf Kalk- und Kalkzementbasis werden die Schwankungen der relativen Luftfeuchtigkeit stärker gedämpft – das Raumklima ist ausgewogener. Zwei Wochen lang führten die Forscher im Viva Forschungspark spezielle Messungen der Raumluftfeuchte durch. Dabei wurden alle Häuser je nach Jahreszeit 3-mal pro Tag befeuchtet (je 110 g Wasser) und 2 – 3-mal pro Tag belüftet (je 30 m³ für 1,5 Stunden). Die Ergebnisse der Messungen zeigten eindeutig: Mineralische, diffussionsoffene Innenbeschichtungen haben einen spürbaren Feuchtepuffereffekt und sorgen für ein ausgewogeneres Raumklima. Hervorzuheben ist auch die sehr gute Feuchtepufferfähigkeit des Massivholzhauses.

Die Feuchtepufferfähigkeit von Beton – als einer der gängigsten Baustoffe im Wohnbereich – ist im Vergleich zu anderen Baustoffen gering. Schon mit 1,5 bis 2 cm verbessern Kalk-/Kalkzement-Innenputze das Raumklima markant. Im Zusammenhang mit Feuchtpufferung von Kalk-Innenputz auf Beton wurde in weiterführenden Laborversuchen die Feuchtesorption in Abhängigkeit der Schichtstärke getestet. Dabei wurden die Schichtstärken von 0,5 cm bis 2,0 cm auf Betonprüfkörper untersucht.

Ergebnis: Mit zunehmender Schichtstärke zeigte sich eine deutliche Verbesserung der Feuchtesorption. Interessant war, dass während eines Zeitraums von zwei Stunden die Feuchteaufnahmekapazität bei 1,5 cm Schichtstärke ihr Optimum erreichte und es bei stärkeren Schichten (z. B. 2 cm) zu keiner weiteren wesentlichen Verbesserung der Feuchtesorption kam.


KlimaKalkputze sind Kalkputze der modernen Generation, welche die Kalkputzverarbeitung auch unter Zeitdruck sicher macht. KlimaKalkputze eignen sich für alle Anwendungen in Innen- und Feuchträumen und lassen für alle Beschichtungsoptionen Platz. Durch ihre spezielle Zusammensetzung minimieren beschleunigte KlimaKalkputze Temperatur- und Untergrundeinflüsse (z.B. Saugfähigkeitsunterschiede).


Das DIBT hat die Muster-Verwaltungsvorschrift Technische Baubestimmungen (MVV TB) veröffentlicht. Im Anhang 8 der MVV TB, Anforderungen an bauliche Anlagen bezüglich des Gesundheitsschutzes (ABG), werden Anforderungen zu den gesundheitsrelevanten Eigenschaften der verwendeten Bauteile und Baustoffe in Bezug auf die Innenraumhygiene und des Gesundheitsschutzes der Bewohner gestellt.


Mehr zum Thema

  • Gesundheitsschutz in Technischen Baubestimmungen, Anhang 8, Mai 2019

www.hier.pro/dibt052019_Gesundheitsschutz

  • Viva Forschungspark

www.viva.baumit.com



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