Neubau eines Kindergartens in Euerdorf bei Schweinfurt

Flächen erlebbar gemacht

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Kinder finden eigentlich überall einen Platz zum Spielen. Beim Kindergarten in Euerdorf dürfen sie sogar aufs dafür vorgesehene Dach. Abgedichtet wurde das multifunktional genutzte Dach mit einer Kunststoff-Dachabdichtung: Eine Gründachbahn auf Basis Polyisobutylen mit der notwendigen Wurzel und Rhizomfestigkeit gemäß des bestandenen FLL-Tests.

Sven-Erik Tornow | jo

Der alte Kindergarten reichte nicht mehr aus. Die zwei Regelgruppen und eine Krippengruppe fanden kaum Platz. Das schmale, zweigeschossige Gebäude mit Krüppelwalmdach musste zudem dringend energetisch saniert werden. An sich liegt der Kindergarten ideal mitten im Ort. Aber durch die angrenzende denkmalgeschützte Stadtmauer und das benachbarte Feuerwehrhaus war der Platz für eine Erweiterung eng bemessen. Wie sich der Kindergartenneubau in die bestehende Dorfstruktur einfügen kann, sollte ein kleiner Architektenwettbewerb klären.
Fünf Entwürfe gingen bei den Auslobern ein. Aber nur einer führte den Neubau eingeschossig aus und erzielte damit von Beginn an Aufmerksamkeit. Er stammte aus dem Architekturbüro Heßdörfer Seifert Architekten, Hammelburg.
„Da das Grundstück relativ klein ist, dachten wir auch zunächst an einen zweigeschossigen Baukörper, um mehr Gartenfläche zu erhalten. So wäre allerdings ein sehr hohes Gebäude entstanden, das zu dominant und wuchtig gewirkt hätte“, erklärt Dipl.-Ing. Marcus
Seifert seine Entwurfsgedanken. „Unser eingeschossiger Entwurf duckt sich sozusagen hinter den Häusern und der Dorfmauer weg.“
Mit der Integration der historischen Stadtmauer in den Neubau, der geschickten Anbindung an den vorhandenen Altbau und einer geschwungenen Form zur Gartenseite bettet sich der neue Kindergarten harmonisch in das Ortsgefüge ein. Auch bietet der Kindergarten dank des ebenerdigen Erweiterungsbaus ausreichend Platz für bis zu 61 Kinder, verteilt auf Krippe, Kindergarten und Hausaufgabenbetreuung von Schulkindern.
Einzig das 1 330 m2 große Grundstück hat nach der Erstellung des Anbaus im wahrsten Sinne des Wortes wenig Spielraum. Denn mit dem Neubau blieben nur noch rund 470 m2 Freifläche. Deshalb erweiterten die Architekten die Spielfläche kurzerhand auf das Flachdach des Anbaus. Eine Außentreppe führt auf ein Holzdeck auf dem ringsum begrünten Dach. Von dort geht es über eine Röhrenrutsche wieder hinab in den Garten. Die Dachfläche ist bei den Kindern sehr beliebt. Hier können sie auf den stabilen, podestartig erhöhten Gitterrosten, die die Dachoberlichter abdecken, herumhüpfen oder einfach über die Dächer hinweg ins Dorf bis in die Wälder und Täler der südlichen Rhön blicken.
Gut eingebettet
Über ein Foyer schließt der eingeschossige Neubau an den Altbau an. Direkt über der Oberkante der alten Stadtmauer verläuft ein Oberlichtband, dessen Fensterformate sich dem Mauerverlauf anpassen. Fast wirkt es so, als ob das Flachdach über der Mauer schwebt. Auch durfte die historische Mauer in Abstimmung mit dem Landesamt für Denkmalpflege an zwei Stellen durchbrochen werden. Gut für den Kindergarten, so entstand Platz für den Haupteingang sowie ein tiefes Sitzfenster. Von hier aus können die Kinder auf die Straße blicken. Der Eingang selbst ist durch einen Gebäuderücksprung überdacht. Daneben entstand ein Innenhof, in dessen Mitte ein Baum durch einen großen Ausschnitt im Vordach wächst.
Akzentuierter Ruheraum
Um den Schlafraum der Krippengruppe in das Raumkonzept zu integrieren, ergänzten die Architekten den Anbau um eine Sonderform. Auf der Gartenseite durchbricht ein ellipsenförmiges Holzständerwerk die Fassade des Neubaus. Das sogenannte „Schlaf-Ei“ hebt sich zudem vom restlichen Neubau ab, da es niedriger ist und eine besondere Außenverkleidung erhalten hat. Denn je nach Sonnenstand schillert der Lack der Fassadenplatten von Violett über Grün bis zu Blau. Aufgrund seiner niedrigen Raumhöhe wirkt der Schlafraum innen wie eine gemütliche Höhle. Kleine Fenster auf unterschiedlichen Höhen geben auch für die Jüngsten den Ausblick in den Garten frei.
Dachabdichtung
Zur fachgerechten Ausführung des multifunktional genutzten Flachdachs des Kindergartenanbaus beauftragte man die Klaus Weißenberger Bedachungen GmbH, Schwebenried. Die Fachhandwerker verlegten auf der Holztragkonstruktion zunächst eine selbstklebende Elastomerbitumenbahn als Dampfsperre. Zur Dämmung der ca. 850 m2 großen Dachfläche kamen EPS-Platten zum Einsatz. Eine erste Lage dient als Basis-Dämmschicht, die zweite Lage bildet eine objektbezogen konfektionierte Gefälledämmschicht. Um alle Anforderungen der unterschiedlich genutzten Bereiche des Daches zu erfüllen, entschieden sich die Architekten für eine Abdichtung mit der bewährten Premiumdachbahn Rhepanol hg der Mannheimer FDT FlachdachTechnologie GmbH & Co. KG.
Die Kunststoff-Dachabdichtung auf der Basis von Polyisobutylen (PIB) verfügt über eine mittige Glasvlieseinlage. Dank ihrer rohstoffspezifischen Zusammensetzung ist sie in nahezu jeder abdichtungstypischen Anwendung einsetzbar. Rhepanol Dachbahnen kommen deshalb sowohl bei Sanierungen wie auch bei der erstmaligen Abdichtung zum Einsatz. Mit einer Kälteflexibilität bis minus 60 Grad Celsius vereinfacht sie die Verarbeitung deutlich und zeigt sich auch bei ungewöhnlichen Wetterkapriolen äußerst stabil und widerstandsfähig. Im Dachsystem erfüllt sie die geforderte Widerstandsfähigkeit gegen Flugfeuer und strahlende Wärme. Rhepanol wird in unterschiedlichen Versionen angeboten: Rhepanol fk mit integriertem Dichtrand, Rhepanol hfk für die Heißluftverschweißung, Rhepanol hg für die lose Verlegung unter Auflasten und Begrünungen sowie Rhepanol hfk-sk mit Selbstklebeschicht.
Für begrünte Dächer
Die auf dem Kindergartenneubau eingesetzte Dachabdichtung Rhepanol hg ist nach Herstellerangaben zudem die weltweit einzige Gründachbahn auf Basis PIB – Polyisobutylen. Sie vereinigt die bewährten Eigenschaften von Rhepanol mit der notwendigen Wurzel- und Rhizomfestigkeit gemäß des bestandenen FLL -Tests. Alle Bahnennähte werden mittels Heißluftschweißen gefügt, eine zusätzliche Nahtversiegelung ist nicht erforderlich. Darüber hinaus ist die Gründach-Bahn hochfest gegen Perforation. Alle Rhepanol Dachbahnen verfügen über ein hervorragendes ökologisches Profil. Sie sind frei von Weichmachern, Chlor, PVC und halogenen Brandschutzmitteln. Nach dem Ergebnis einer Ökobilanzierung nach ISO EN 14040–49 durch das Institut C.A.U. GmbH, Dreieich, Gesellschaft für Consulting und Analytik im Umweltbereich, gehen weder von den Rohstoffen, noch der Produktion oder der Verarbeitung und langjährigen Nutzung der Dachbahnen besondere Umweltbelastungen aus.
Klare Trennung
Zur Trennung zwischen Dachabdichtung und Begrünung oder Bekiesung verlegten die Dachhandwerker ein entsprechendes Vlies. Nachfolgend konnte das Begrünungssystem bzw. der Kies als Auflast auf die lose verlegte Dachabdichtung aufgebracht werden. Für den Spielbereich montierten die Dachdecker einen Holzterrassenbelag auf einem zuvor installierten Stelzenlager. In den begehbaren Bereichen des Flachdaches mussten zudem die Lichtkuppeln gegen Durchsturz gesichert werden. Deshalb ordnete man hier durchsturzsichere Gitterroste an. Über die zahlreichen Lichtkuppeln erhalten die darunterliegenden Kindergartenräume zusätzlich Licht von oben.
Ein- und Ausblicke
Neben der Spielfläche auf dem Dach findet sich im Flur die zweite Attraktion des Kindergartens: ein breites, mit Kissen und Polstern ausgelegtes Sitzfenster. Hier haben gleich mehrere Kinder Platz, um durch die Stadtmauer hindurch das Geschehen auf der Straße zu beobachten. Dieser Logenplatz ist bei den Kindern äußerst beliebt und auch für Vorlesestunden fest gebucht. Die zahlreichen Ein-, Aus- und Durchblicke sind ebenso gewollt wie die farblichen Akzente im sonst durchgehend neutral gehaltenen Innenbereich.
„Für Kinder planen bedeutet, Flächen erlebbar machen und vielseitig gestalten. Blickbeziehungen sind hier besonders wichtig, um Außenräume und freie
Flächen mit geschlossenen Bereichen zu verbinden“, fasst Dipl.-Ing. Marcus Seifert zusammen.
Planer:
Heßdörfer Seifert Architekten PartGmbB, Hammelburg


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