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Feuerschutztüren in Philips-Unternehmenszentrale in Hamburg

Neubau einer Unternehmenszentrale in Hamburg
Hanseatisch unaufgeregt

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Der Hauptsitz von Philips in Hamburg setzt Maßstäbe der Bürogestaltung. Das Besondere liegt im Inneren, wo konventionelle Zellenbüros einem fließenden Raum-Mix gewichen sind. Kurze Wege und interdisziplinäres Arbeiten stehen im Vordergrund. Auch die Rauch- und Feuerschutztüren sind Teil des Konzepts und sorgen für Sicherheit und Transparenz.

Christina Gräwe, Architekturfachjournalistin

Das Areal, auf dem der vier- bis sechsstöckige Neubau aus der Hand der ECE Projektmanagement und der ebenfalls ortsansässigen Schaub & Partner Architekten abgerückt von einer verkehrsreichen Kreuzung steht, hat bereits eine fast 90-jährige Philips-Tradition. Hier wurde 1927 mit der Erfindung und Produktion der ersten Röntgenröhre Philips Healthcare geboren. Mit dem Umzug von 1 000 Mitarbeitern, die zuvor zehn Jahre in einem Hochhaus von KSP Jürgen Engel Architekten eingemietet waren, arbeiten jetzt alle Hamburger Beschäftigten und damit die Abteilungen Verwaltung, Forschung, Marketing und Service auf einem Campus zusammen.
Die unaufgeregte Architektur passt sich dem nüchternen Bestand an: Eine Stahlbetonkonstruktion umhüllt von raumhohen Glas- im Wechsel mit Backsteinbändern. Letztere lesen sich als Reminiszenz an die Speicherstadt und die Backsteintradition Hamburgs. Zur westlich gelegenen vielbefahrenen Flughafenachse gibt ein verglaster Kopfbau, der sich alle zwei Stockwerke etwas weiter nach vorne schiebt, dem Komplex eine unverkennbare Adresse. Im leicht eingezogenen Teil der langgestreckten Nordfassade liegt der Haupteingang.
Experimentierfeld im Inneren
Der hohe Glasanteil dieses Abschnitts signalisiert bereits eine gewisse Offenheit. Das eigentliche Experimentierfeld wartet im Inneren des Gebäudes. Schon das Foyer tritt hell und klar geordnet auf. Blaue Lichtstreifen im Boden sowie der Empfangstresen aus versetzt übereinandergelegten, strahlend weißen Platten geben mit den Konzernfarben Besuchern wie Mitarbeitern ein unmissverständliches Zeichen, wo sie sich befinden. Große Auslässe in der Decke lassen den Blick durch blaue Glasbrüstungen hindurch bis in die erste Etage wandern.
Jedem Stockwerk haben die Innenarchitekten Seel Bobsin Partner (Hamburg) eine eigene Farbe zugeschrieben, die dann in unterschiedlichen Schattierungen eingesetzt wurde. Ein zusätzliches Gestaltungsmittel sind Motive und Themen Hamburgs; beispielsweise schlägt sich der enge Bezug der Stadt zum Wasser farblich nieder.
Die Büroetagen mit einer für Neubauten großzügigen lichten Raumhöhe von drei Metern sind dreibündig angelegt: Zwei Streifen mit Arbeitsplätzen – ca. 85% „Open Space“ und nur 15% Zellenbüros – rahmen eine Zone für Sondernutzungen und die Treppenhauskerne in die Mitte. Es gibt weder Türschilder noch Vorzimmer – individuelle Büros existieren nicht.
Selbst CEO Peter Vullinghs verzichtet auf Privilegien und einen eigenen Arbeitsplatz. Am alten Standort in St. Georg bot ihm der Elfgeschosser noch den Blick auf die Alster. Jetzt findet er, es sei Zeit umzudenken. Statussymbole für den Chef hält er für überholt. Die Mitarbeiter bewegen sich je nach Einsatzgebiet und Aufgabe durch das Haus und stöpseln sich mit ihren Laptops dort ein, wo sie gerade gebraucht werden. Die Arbeitsnischen bestehen aus einer blanken Tischplatte sowie einer Steckdose. Selbst Festnetzanschlüsse fehlen, mobile Telefone ersetzen sie. Für das Arbeitsmaterial stehen den Teams Stauräume und jedem Beschäftigten auch private Unterbringungsmöglichkeiten zur Verfügung.
Auf Individualität verzichtet
Zunächst war durchaus Skepsis vorhanden, auf die individuelle Möblierung mit Kaffeetasse und Fotorahmen zu verzichten. Die Belegschaft wurde jedoch früh und intensiv eingebunden. Eine eigene Intranetseite hielt sie auf dem aktuellen Stand der Planungen, in einem Musterraum konnten sie sich für oder gegen Möbelvorschläge aussprechen. Die neuen Arbeitsplätze, auch die „Touch-Down“-Stationen als Kurzzeit- oder Gästearbeitsplatz, bieten eine andere Art der Individualität: Die jeweiligen Licht- und Temperaturverhältnisse können dort selbst bestimmt werden. Gegen akustische Überreizung helfen die filzbespannten Stirnseiten der Schreibtischnischen sowie textile Wandanteile und Teppiche.
Außerdem setzt das Konzept auf einen Raum-Mix, denn neben den offenen Arbeitsbereichen und wenigen Zellenbüros gibt es mit Glaswänden abgetrennte Rückzugsorte für vertrauliche Gespräche sowie unterschiedlich große Besprechungs- und Konferenzräume. Über Touchscreens neben den Türen können sie reserviert beziehungsweise ihre Belegung abgelesen werden. Das gesamte Raumprogramm hat eine intensivere Kommunikation zwischen den Mitarbeitern zum Ziel und zwar abteilungsübergreifend. Drehkreuze dafür sind die sogenannten „Breakout Areas“. Sie liegen jeweils im Knotenpunkt des T -förmigen Grundrisses; dort befinden sich „Themenwelten“ als Treffpunkt oder auch Ruhezonen mit Liege- und Ruhe-Räumen. Ergänzend kommen Ausstellungsflächen und – nicht zu vergessen – ein Café mit Dachterrasse hinzu.
Rauch- und Feuerschutztüren
Auch ein Haus mit einem weitgehend offenen Raumprogramm braucht Feuerschutztüren: Bei aller Innovation der Arbeitsabläufe sind pragmatische Kriterien wie die des Brandschutzes zu erfüllen. Dafür sorgte der Tor- und Türhersteller Hörmann mit Rauchschutztüren (RS) sowie Feuerschutztüren in den Brandschutzklassen T30 und T90.
Die in der Philips-Zentrale verbauten Aluminium-Rohrrahmenelemente sind mal ein-, mal zweiflügelig, mal mit und mal ohne Seitenteil und Oberlicht ausgeführt. Sie befinden sich überwiegend in den Flurbereichen und Treppenhäusern zur Trennung der Brandabschnitte, teilen aber auch Büros ab. In Brand- und Rauchschutzausführung verhindern sie im Brandfall ein Ausbreiten des Feuers und sichern Fluchtwege für die sich im Gebäude befindenden Personen. Häufig sind sie zudem mit elektronischen Öffnern, automatischen Drehflügelantrieben und Obentürschließern ausgestattet und erfüllen damit ein hohes Maß an Komfort und Barrierefreiheit. Die anthrazitfarbenen Aluminium-Rohrrahmen nehmen sich in der Gestaltung angenehm zurück und sind farblich auf die Einfassungen der Glaswände abgestimmt. Durch ihre schlanken Profile bleibt den Türen ein hoher Glasanteil – sicher keine zufällige Wahl als Teil eines Raumkonzepts, das auf Transparenz und möglichst viel Tageslichteinfall setzt.
Projektentwicklung, Architektur, Generalplanung, Projektmanagement:
ECE Projektmanagement, Hamburg
Entwurfs- und Leitdetailplanung:
Schaub & Partner Architekten, Hamburg
Innenraumgestaltung:
Seel Bobsin Partner, Hamburg
Tragwerksplanung:
GuD Planungsgesellschaft, Hamburg
Fassadenplanung:
Prof. Michael Lange Fassadentechnik, Hannover


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