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»Wohnen auf Zeit Quartier« aus Seecontainern von Containerwerk

Temporäres Wohnen auf kleinem Raum
»Wohnen auf Zeit Quartier« aus veredelten Seecontainern von Containerwerk

Mit „My Home“ baut die WAZ MAX Wertheim GmbH das erste „Wohnen auf Zeit Quartier“ in der Region um Wertheim. Baustein für das architektonisch anspruchsvolle und nachhaltige Pionier-Projekt sind 21 zu Wohnraum veredelte Module von Containerwerk.

Ab Anfang des Jahres 2020 erwarten in Wertheim die ersten 21 „My Home“-Apartments ihre neuen Bewohner. Grundbausteine für kostenbewussten, flexiblen Privatwohnraum mit dem Komfort eines Hotels sind rezyklierte Container. Das Angebot richtet sich an Unternehmen, Geschäftsreisende oder Gäste der Urlaubsregion Taubertal, die auch temporär die „eigenen vier Wände“ dem Standard-Hotelzimmer vorziehen.

Bereits nach wenigen Wochen Bauzeit beweist der Baufortschritt, dass in der Containerarchitektur umweltverträglich, kostensicher und effizient gearbeitet werden kann. Um die planmäßige Fertigstellung im Januar 2020 zu realisieren, wurden alle Container bereits im Werk vollständig ausgestattet und anschlussfertig geliefert.

Zeitgleich wurde der Baugrund mit Streifenfundamenten und Anschlüssen ausgerüstet. Durch den hohen Vorfertigungsgrad konnte die Aufbauzeit vor Ort auf vier bis fünf Tage reduziert werden. Im finalen Bauschritt, der in den nächsten Wochen erfolgt, werden nur noch Dächer, Fassadenverkleidungen und die Möblierung hinzugefügt.

Entwicklung eines zeitgemäßen „Bausteins“

Erst die technologische Pionierarbeit von Containerwerk lässt das Bauen aus rezyklierten Seefrachtcontainern in diesem Umfang in kürzester Zeit zu. Maßgebend sind drei Entwicklungen beim Ausbau: Das patentierte Hochleistungs-Dämmverfahren, die Serienfertigung im deutschen Produktionswerk und eine detailgenaue Vorfertigung.

Mit ausrangierten Hochseecontainern als Baustein gegen Ressourcenverknappung und für Umweltverträglichkeit startete Containerwerk eine intensive Experimentierphase. Nach acht Jahren Forschung produziert das deutsche Unternehmen heute eine neue Generation von Containermodulen. Dank automatisierter High-Tech-Isolierung beträgt der Wandaufbau nur rund 10 cm und ermöglicht dadurch deutlich mehr Wohnraum als bei herkömmlich ausgebauten Containern.

„Das Verfahren, an dem wir lange gefeilt haben, ist eine einzigartige Technologie für monolithische, also wärmebrückenfreie, und kompakte Volldämmungen aus einem Guss. Mehrfach patentiert, maschinell und konkurrenzlos schnell“, erklärt Michael Haiser, einer der Geschäftsführer von Containerwerk. „Tausende Module können so jährlich entstehen – bezugsfertig. In nur zwei Stunden sind sie mit einer schlanken High- Tech-Dämmung samt Schallentkopplung und thermisch bewehrtem Fußbodenaufbau bereit für die Innenausstattung.“

Auch für Wertheim entstanden die 21 energieeffizienten Mikroapartments aus jeweils einem 40 Fuß High Cube Container mit allem Komfort in industrieller Vorfertigung und quasi am Band. Die Grenzen, die bisher für den konventionellen Containerbau galten, sind überwunden. Für das „My Home“-Projekt wird in Serie hergestellt.

„Zweites Leben“ mit nachhaltiger Botschaft

Bei dem zukunftsorientierten Wohnpark auf einer Fläche von 2.700 m² geht es allen Beteiligten um Nachhaltigkeit und Innovation. Die Bauherren Felix von Knobelsdorff und seine Kollegen Clemens Müller und Nicolas de Fejer kennen sich aus ihrer Tätigkeit im Bau beziehungsweise Innenausbau schon seit fast 20 Jahren. Durch gemeinsame Projekte knüpften sie Kontakte zu Containerwerk. Alle drei waren von dem ressourcenschonenden Ansatz begeistert, Nachhaltigkeit mit moderner Atmosphäre und flexiblem Wohnen zu kombinieren. „Außerdem sind wir selbst viel beruflich unterwegs und waren die dunklen, stickigen Flure und einengenden Zimmer in vielen Hotels satt“, erklärt Bauingenieur Müller. Nicolas de Fejer: „Uns eint die Neugier, etwas völlig Neuartiges und ökologisch Sinnvolles umzusetzen.“

„Das ganze Projekt ist nachhaltig angelegt. Der erste Schritt ist, gebrauchte und ausrangierte Frachtcontainer zu verwenden, da werden bereits wertvolle Ressourcen gespart. Außerdem bieten die Container die Möglichkeit, unser Bauvorhaben auf Streifenfundamenten zu errichten. Damit wird der Boden nicht versiegelt, die Wohneinheiten können vollständig rückgebaut werden.“ Mit seinem nachhaltigen und unikaten Boardinghouse aus Upcycling-Modulen überzeugte Felix von Knobelsdorff schon in der Planungsphase. Auf politischer Ebene und im Baurechtsamt stößt er mit seinem Projekt auf Interesse und Zustimmung.

Gerade für die behördliche Weichenstellung war das Nachhaltigkeitskonzept entscheidend. „Wir wollen, dass sich die Wohneinheiten optisch gut in die Umgebung einfügen. Es wird viel Freiraum zwischen den Einheiten für Begrünung bleiben. Mit vorgehängten Fassaden aus unbehandeltem und regionalem Holz schaffen wir ästhetisch eine gute Brücke zwischen der umgebenden Natur und der coolen Optik, den die gebrauchten Frachtboxen mit sich bringen“, so Felix von Knobelsdorff.

Wertschätzender Befürworter des Projekts ist auch der Oberbürgermeister von Wertheim, Markus Herrera Torrez. „Die Idee, ausgediente Überseecontainer zu Mikrohäusern umzuwandeln, ist sehr sympathisch, weil auf diese Weise umwelt- und ressourcenbewusst gewirtschaftet wird. Hier entsteht etwas Neues und gleichzeitig ökologisch Sinnvolles. Das passt zu Wertheim. Unsere Stadt gewinnt damit als Wirtschafts- wie auch als Wohnstandort an Qualität. Vor allem für unsere Unternehmen – darunter zehn Weltmarktführer – die Mitarbeiter, Berater, Monteure, Lieferanten unterbringen möchten, ist das Angebot perfekt. Und kann ebenso von Touristen oder Reisenden genutzt werden.“

Nachhaltigkeitsplus Ästhetik und Wohnkomfort

Da die einzelnen Container durch ihr geringes Eigengewicht variabel gestapelt werden können, sind bei „My Home“ jeweils drei zu einem Komplex zusammengesetzt. Charakteristisch sind deckenhohe Fensterelemente in den Stirnfronten, von denen aus man einen freien Blick genießt.

Auf 26 m² bietet jede Privateinheit mehr als die meisten Hotelzimmer: eine voll ausgestattete Küchenzeile, eine private Terrasse, einen separaten Eingang, einen lichtdurchfluteten Ess- und Arbeitsbereich für bis zu 4 Personen, einen PKW-Stellplatz direkt vor der Tür und „das gute Gefühl, wie im eigenen Haus zu wohnen“, so Bauherr Felix von Knobelsdorff. Annehmlichkeiten wie kostenloses W-LAN oder ein Flachbildfernseher fehlen natürlich nicht. Komplettiert wird die häufig gewünschte Selbstversorgung mit hotelähnlichen Services, wie regelmäßiger Bettwäsche-, Handtuch- und Zimmerreinigung. „Wichtig ist mir, dass jeder Gast sich wie zu Hause fühlt. Die Apartments bieten Wohlfühlcharakter, Privatheit und doch höchste Flexibilität.“


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