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CO2-Bilanz CSMM

Ökologischer Fußbabdruck
Architekturbüro CSMM ermittelt seine CO2-Bilanz

Arbeitsbereich, Architektur- und Beratungsunternehmen CSMM
4,9 Tonnen Kohlendioxid pro Mitarbeiter - diese CO2-Bilanz hat das Architektur- und Beratungsunternehmen CSMM für sich ermittelt. Bild: CSMM / Eva Jünger

Vom Arbeitsweg über die tägliche Tasse Kaffee bis zum Ausdruck von Arbeitsmaterial: Im Zuge der aktuellen Klimadebatte wollte das Münchner Architektur- und Consultingbüro CSMM wissen, wie eigentlich die CO2-Bilanz des eigenen Unternehmens aussieht. Dafür hat es zusammen mit der Umweltschutzorganisation Wilderness International umfangreiche Berechnungen angestellt.

Die CO2-Bilanz – d.h., die Summe der Treibhausgasemissionen – beträgt für das Unternehmen CSMM demnach pro Jahr rund 293 Tonnen Kohlendioxid. Das entspricht rund 4,9 Tonnen pro Mitarbeiter.

Timo Brehme, Gründer und geschäftsführender Gesellschafter von CSMM: „Klimaschutz geht uns alle an und weit über das Bekenntnis oder die Teilnahme am Klimastreik hinaus. Wir haben uns daher entschlossen, Verantwortung für unseren Naturverbrauch zu übernehmen.“ Um die 293 Tonnen auszugleichen, helfen die Münchner Architekten, intakte Naturräume zu bewahren, und unterstützen Aufforstungsprojekte.

Ziel: Naturverbrauch konkret eruieren

Der weitgehende Verzicht auf Flugreisen, sparsamer Papierverbrauch oder Ökostrom waren dem Münchner Unternehmen, das sich auf die Kreation von New-Work-Arbeitswelten spezialisiert hat, nicht genug. Deswegen hat es sich entschlossen, seinen konkreten Naturverbrauch zu eruieren.

„Wir beschäftigen uns von Berufswegen mit der Frage, wie wir morgen arbeiten werden. Wie sieht die Zukunft der Arbeit aus? Die Frage, die sich aber immer dringlicher stellt: Hat unser Planet überhaupt eine Zukunft, wenn wir den Klimaschutz nicht ernster nehmen?“, erläutert Brehme.

Anhand eines komplexen Berechnungsverfahrens hat das Unternehmen daher über alle vier Standorte hinweg jeden einzelnen Bereich des Unternehmens bis ins kleinste Detail auf seinen Treibhausgas-Ausstoß durchleuchten lassen. Das Ergebnis: Auf den Komplex Mobilität entfallen mit 38 Prozent der größte Teil der Emissionen, gefolgt von Inventar und Bestand mit 30 Prozent.

Brehme: „Als aktives Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) war es für unsere Geschäftsführung logisch, die Klimaproblematik am eigenen Unternehmen anzugehen und den ökologischen Fußabdruck zu errechnen.“ Dieser erfasst alle Ressourcen, die für den Alltag benötigt werden – inklusive deren Auswirkungen auf Klima und Umwelt.

Berechnung der CO2-Bilanz

Zur Berechnung setzt die Stiftung und Umweltschutzorganisation Wilderness International auf das anerkannte System der Emissionsfaktoren. Mit diesen lässt sich auf Grundlage gegebener Verbrauchswerte, wie zum Beispiel dem Stromverbrauch in Kilowattstunden, die Menge der Treibhausgase in CO2-Äquivalenten (CO2e) herausfinden (= CO2-Bilanz)

Dazu ermittelten alle Mitarbeiter von CSMM für die vier Standorte die Daten zu Wärme und Strom, zum Geräte-Inventar, Druck und Versand sowie Verpflegung und Veranstaltungen. Jeder einzelne brachte neben den Dienstreisen auch seine jeweiligen Arbeitswege mit ein. Wilderness International kalkulierte daraus präzise den tatsächlichen Naturverbrauch. „Wir waren positiv überrascht, dass wir insbesondere beim Strom-, Wärme- und Kälteverbrauch sehr gut abschneiden im Vergleich zu Unternehmen unserer Größe. Nun arbeiten wir unser bestehendes Konzept dahingehend weiter aus, wie wir noch besser werden können.“

Basierend auf den Ergebnissen weiß CSMM nun, wie es seinen CO2-Ausstoß ausgleichen kann – und zwar durch den Schutz lebender Biomasse in den von Wilderness International erworbenen Waldflächen. Zusätzlich engagiert sich das Unternehmen beim Aufforsten, da es nur mit dem Schutz der vorhandenen Urwälder noch nicht zu einer Abkühlung des Klimas kommen würde.

Wer arbeitet, produziert Emissionen

Nun hoffen die Münchner auf Nachahmer. „Wir wollen zeigen, dass Umweltschutz und Wirtschaft miteinander vereinbar sind. Nicht alle Emissionen sind vermeidbar, aber sie lassen sich kompensieren, indem man unter anderem noch intakte Naturräume bewahrt. Beispielsweise ist das mit einer Waldpatenschaft möglich. Wir verfolgen diesen Ansatz bereits seit 2016 in Kooperation mit Wilderness International“, erklärt Brehme weiter. Die Stiftung engagiert sich für den Schutz besonders wertvoller, bedrohter Wildnisgebiete und kauft aktuell alten temperierten Regenwald im Toba Valley an der Westküste Kanadas zum Naturschutz auf.

Dieser ist nicht nur der artenreichste Wald der Nordhalbkugel, sondern weist auch eine der höchsten CO₂-Speicherkapazitäten weltweit auf: Wissenschaftliche Untersuchungen in Zusammenarbeit mit dem Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung in Leipzig haben ergeben, dass der temperierte Regenwald auf einer Fläche von 128 Quadratmetern in den Schutzgebieten 13 Tonnen CO₂ bindet. Damit ist der temperierte Regenwald mit seinen riesigen Urwaldbäumen und seinen Aufsitzerpflanzen Weltmeister darin, Kohlendioxid zu binden und zu senken. Ansonsten braucht es im Normalfall 80 ausgewachsene Bäume, um einen Tonne CO2 zu binden. Im Falle der Münchner CSMM GmbH wären dies gut 23.000 Bäume.

Timo Brehme: „Diesen Zahlen nach kompensieren wir nicht nur unsere Emissionen – arbeiten sozusagen klimaneutral, sondern leisten über dies hinaus einen konkreten Beitrag, um weitere Umweltauswirkungen auszugleichen.“

Wald sichert die Lebensgrundlage

Bäume produzieren weltweit betrachtet den Großteil des lebenswichtigen Sauerstoffs, sie sichern somit die Lebensgrundlage des Menschen. Außerdem filtern Wälder den Großteil des Feinstaubes aus Industrie- und Autoabgasen aus der Atmosphäre, sie reinigen das Wasser in den Bächen und Flüssen.

Innerhalb der vergangenen 120 Jahre wurden weltweit mehr als 80 Prozent der temperierten Regenwälder abgeholzt, wobei das gespeicherte Kohlenstoffdioxid in die Atmosphäre freigesetzt und die biodiversen Lebensräume zerstört wurden. Durch den Kauf dieser temperierten Regenwälder werden sie rechtssicher geschützt und langfristig vor der Abholzung bewahrt.


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