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„Der Bau-Boom geht weiter“ - IG BAU zu neuen Zahlen der Bundesregierung

IG BAU
„Der Bau-Boom geht weiter“

Bau-Boom: Baustelle mit Rohbau und Kran
Der Boom in der Baubranche ist aktuell noch ungebrochen. Bild: 1599685sv / stock.adobe.com

„Der Bau-Boom geht weiter“, sagt IG BAU-Chef Robert Feiger mit Blick auf die Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Grünen zum Wohnungsbau. Danach nahm der Bauüberhang allein im vergangenen Jahr um gut 43.000 Wohnungen zu. Zwischen März und Mai dieses Jahres genehmigten die Bauämter weitere knapp 91.000 neue Wohnungen.

Die Industriegewerkschaft IG BAU kritisiert das Rekordhoch beim Bauüberhang in Deutschland. Seit mehr als zwei Jahrzehnten habe es keine höhere Zahl von genehmigten, aber noch nicht gebauten Wohnungen gegeben.

„In Wohnungen auf dem Papier kann aber keiner wohnen. Mittlerweile gibt es 740.0000 davon. Es ist höchst Zeit, dass die Baufirmen die genehmigten Projekte jetzt auch realisieren“, sagt der IG BAU-Chef.

Damit könne die Baubranche nicht nur ihren Beitrag im Kampf gegen die Wohnungsnot leisten, sondern auch mit dickem Auftragspolster wirtschaftlich sicher durch die Corona-Krise gehen.

„Corona wird den Wohnungsmarkt tiefgreifend verändern!“

Bau-Boom stützt Konjunktur

„Kaum eine Branche kam bisher so gut durch die Pandemie wie die Bauwirtschaft. Die neuen Zahlen zeigen, dass der Bau eine zentrale Stütze der Konjunktur bleibt“, so Feiger.

Ein Hinweis darauf sei auch die ungebrochene Nachfrage beim Baukindergeld. Mit nahezu 18.500 Neuanträgen allein im ersten Halbjahr blieb die Nachfrage nach dem Baukindergeld laut Bundesregierung auf dem hohen Niveau des Vorjahres. 2019 waren mehr als 34.000 Anträge gestellt worden.

»Die Baubranche kann nach der Corona-Krise zum Konjunkturmotor werden!«

Fachkräftemangel bleibt großes Problem

Nach Einschätzung der IG BAU hat die Branche aber zunehmend Schwierigkeiten, genug Fachleute für die Baustellen zu finden. „Der Mangel an gelernten Maurern, Betonbauern und Zimmerleuten macht es immer schwieriger, die genehmigten Wohnungen zeitnah zu bauen“, so Feiger.

Bereits heute verließen zwei von drei Bauarbeitern die Branche kurz nach der Ausbildung. Nur wenn die Bauberufe bei den Arbeitsbedingungen und der Bezahlung attraktiver würden, könne ausreichend Nachwuchs gewonnen werden.

„Statt über den vermeintlichen Einbruch durch Corona zu spekulieren, sollten die Bau-Arbeitgeber die Branche für Beschäftigte deshalb attraktiver machen“, so Feiger.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes übertrafen die Umsätze von Baufirmen in den ersten fünf Monaten die des Vorjahres um rund sieben Prozent.


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