Sanierung einer Wohnanlage in Berlin-Marienfelde

Mit Vorwandmontage Problem gelöst

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Bei der Sanierung eines 60er-Jahre-Wohnblocks in Berlin-Marienfelde war eine enge Zusammenarbeit von Planungsbüro, Fensterbauer und einem „Planungsteam Bauanschluss“ erforderlich. Umgesetzt werden konnte der Fensteraustausch durch ein ausgeklügeltes System der Vorwandmontage.

Dagmar Ruhnau | be

Im Dezember 2016 fand eine komplizierte Sanierung für den Beamten-Wohnungs-Verein zu Köpenick (BWV zu Köpenick) ihren erfolgreichen Abschluss. 88 Wohnungen in der Hildburghauser Straße in Berlin-Marienfelde wurden auf den neuesten Stand gebracht, nicht nur energetisch, sondern auch in Sachen Elektro- und Wasserinstallation. Die Mieter sollten dabei möglichst wenig in ihrem täglichen Leben beeinträchtigt werden. Das bedeutete für die Ausführenden: wenig Schmutz machen und einen eng getakteten Zeitplan einhalten, in dem jeder Handschlag sitzen musste – und für Unvorhergesehenes eigentlich gar keine Zeit war.
Der achtgeschossige Wohnblock war 1965/66 im Rahmen des „Aufbauprogramm 1965“ errichtet worden, laut Unterlagen mit Hohlblocksteinen HBL 25. Doch ob die Produktion damals stockte oder von vornherein nicht genügend Steine vorhanden waren: Vom HBL 25 jedenfalls steckte nicht viel in dem schnell hochgezogenen Bau. Daneben fanden sich wiederverwendete Steine aus den Berliner Trümmerbergen über Ziegelsplitt bis hin zu in Frischbeton eingelegten „Sauerkrautplatten“. Dieses inhomogene Gemisch war überzogen mit einer dicken Putzschicht zwischen 2,5 cm und 8 cm.
Wie sollte man auf diesem Untergrund Wärmedämmung eben aufbringen und – viel wichtiger – Fenster so solide befestigen, dass sie die nächsten dreißig Jahre einwandfrei ihre Aufgabe erfüllen würden – noch dazu wenn sie in der Dämmebene platziert werden sollten? Ralf Friedrich von den Märkischen Fensterwerken in Neuzelle-Bomsdorf bat um Lösungsvorschläge von Tremco illbruck. Das hausinterne „Planungsteam Bauanschluss“ lieferte dazu jeweils die statische, energetische und schalltechnische Überprüfung. So wurde diese Aufgabe ein Paradestück für das illbruck Vorwandmontage-System (VWMS). Das System enthält drei verschiedene Zargen, die unterschiedliche Bautiefen zwischen schmalen 35 und mächtigen 200 mm in der Dämmebene herstellen. Somit war es möglich, alle improvisierten Wandaufbauten zu ergänzen und zusätzlich eine zentrale Anforderung des Bauherrn zu erfüllen: die neuen Fenster erst dann einzubauen, wenn alle notwendigen Vorarbeiten abgeschlossen waren, um für die Mieter die Begleiterscheinungen der Sanierung, wie Lärm, Schmutz und fremde Leute in der Wohnung, auf ein Minimum zu reduzieren.
Geprüfte Produkte aus einer Hand
Die wesentliche Eigenschaft des illbruck VWMS ist die auf Herz und Nieren geprüfte Klebung, mit der die Zargen auf praktisch jedem Untergrund befestigt werden können. Während der Entwicklung ließ tremco illbruck die Klebung auf den unterschiedlichsten Materialien testen. Sogar den ungünstigsten Lastfall – das schwerste Fensterelement in größter Ausladung in Verbindung mit Baustoffen von geringer Druckfestigkeit – bestand sie.
Die Statiker des Planungs- und Bauleitungsbüros BBP und der externe Prüfstatiker rechneten genau nach, was nicht einfach war, benötigte doch praktisch jedes Fenster mit seiner Mauerwerksumgebung eine eigene Berechnung. Mit herkömmlichen Befestigungssystemen wäre eine Berechnung für dieses Mauerwerk ohne klare Spezifikation so gut wie unmöglich gewesen.
Das illbruck Vorwandmontage-System ist dagegen ein kleberbasiertes Befestigungs- und Abdichtungssystem, das über die Klebeflächen eine linienförmige Lastverteilung auf allen bauüblichen Untergründen ermöglicht.
In enger Abstimmung verständigten sich Planer, Prüfstatiker, Fenstermonteur und tremco illbruck auf ein Referenzmauerwerk mit geringster Druckfestigkeit: Porenbeton. Auch hierfür lagen bereits die Prüfungen für alle drei Systemtypen des illbruck Vorwandmontage-Systems vor.
Die Grundlage für die umfangreichen statischen Berechnungen und die anschließende Fenster-Sanierung boten die präzisen Unterlagen des tremco illbruck „Planungsteams Bauanschluss“, das die Anschlüsse im Vorfeld exakt durchdetailliert hatte. Zeichnungen und Berechnungen (auch zum Wärme- und Schallschutz), Herstellererklärungen und Prüfzeugnisse umfassten einen ganzen DIN-A4-Ordner, der an Bauleitung und Prüfstatik übergeben wurde.
Auf diese Weise durchgeplant, rundherum geprüft und für gut befunden, lief die Ausführung selbst zügig und ganz nach Plan ab: Im Bereich der Laibungen wurden Putz und Mauerwerk auf eine vorher festgelegte Ebene heruntergeflext (bis zu 12 cm!), sodass für die Zargen ein gleichmäßiger und tragfähiger Untergrund geschaffen war. Alle drei Zargentypen kamen zum Einsatz, je nach Höhe des umgebenden Putzes: die 35 mm schmale Platte des Typs 1, die 90 mm tiefe Zarge des Typs 2 und der flexible Typ 3 für Bautiefen zwischen 120 und 200 mm. In diese effektive künstliche Wandverlängerung wurden die neuen Fenster schnell und effizient in gewohnter Art eingebaut und abgedichtet, nachdem die alten herausgenommen worden waren.
Mittlerweile ist der Wohnblock in leuchtenden Farben gestrichen und alle Beteiligten sind zufrieden. „Zu Anfang hätten wir nie gedacht, dass wir dieses problematische Mauerwerk jemals in den Griff bekommen“, resümiert Friedrich. „Doch dank der engen Zusammenarbeit und den guten Ideen der Fachleute von tremco illbruck sind wir jetzt überzeugt, dass wir die beste Lösung gefunden haben.“ Selbst in dreißig Jahren wird diese Lösung noch überzeugen. Denn die Fenster können jederzeit, etwa nach Ablauf der Amortisationszeit, ganz einfach ausgetauscht werden – ohne die Fassade anzutasten. Da die Zargen des illbruck Vorwandmontage-Systems einen eigenen Rahmen bilden, gegen den die Fenster montiert werden, können diese direkt von innen eingesetzt – und später genauso einfach wieder herausgenommen werden.
Projekt- und Bauleitung:
BBP Bauconsulting mbH, Berlin
Hersteller
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