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Bayerischer Ziegelindustrie-Verband kritisiert neue Holz-Förderrichtlinie

Bayerischer Ziegelindustrie-Verband kritisiert neue Förderrichtlinie
»Gute Klimapolitik braucht Technologieoffenheit«

Wohnquartier in monolithischer Ziegelbauweise in München
Mit der Blockrandbebauung im Münchner Wohnquartier »Am Südpark« schufen Baumschlager Hutters Partner 389 bezahlbare Mietwohnungen. Wirtschaftlich ist die Ausführung des Neubaus in monolithischer, hochwärmedämmender Ziegelbauweise. Bild: Sven Rahm

Der Vorstandsvorsitzende des Bayerischen Ziegelindustrie-Verbandes, Johannes Edmüller, zeigt sich angesichts der neuen Bayerischen »Förderrichtlinie Holz« enttäuscht. Er fordert, dass alle nachhaltigen, vor allem langlebigen Bauweisen in die Förderung miteinbezogen werden.

„Wir begrüßen ausdrücklich Förderprogramme der Staatsregierung für klimafreundliches und soziales Bauen – gerade in Zeiten wie diesen ist das sehr wichtig. Aber dieses Förderprogramm wird dem erklärten Ziel der Nachhaltigkeit überhaupt nicht gerecht“, so Edmüller.

Stein des Anstoßes ist für den Verband der sogenannte Kohlenstoffzuschuss: Jede verbaute Tonne aus Holzwerkstoffen oder anderen definierten kohlenstoffhaltigen Materialien in kommunalen Bauten und Mehrgeschosshäusern wird von der Staatsregierung mit 500 Euro belohnt. Der Knackpunkt: Dies gilt nur für Gebäude, deren Tragwerke aus Holz errichtet wurden. Wird also zum Beispiel ein Ziegelhaus mit ebenso vielen nachwachsenden Materialen gebaut, gibt es dafür keine Förderung. Die Fördersumme kann bis zu 200.000 Euro je Baumaßnahme betragen.

„Die Politik schafft jetzt Rahmenbedingungen, die eben nicht alle nachhaltigen Bauweisen fördern“, so Johannes Edmüller. „Wir als Verband stehen für einen technologieoffenen, fairen Wettbewerb. Auch wir Ziegelhersteller brauchen Holz und Holzwerkstoffe am Bau, genauso wie Ziegel. Jeder Baustoff hat seine Daseinsberechtigung.“ Doch verzerre die neue Förderrichtlinie die Wettbewerbsbedingungen einseitig zugunsten eines Baustoffes.

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Ziegelhaus mit Holz-Dachstuhl nicht förderwürdig?

Edmüller macht das an einem Beispiel konkret deutlich: „Wenn man heute in Bayern in einem Ziegelhaus einen Holz-Dachstuhl einbaut, dann wird dieser mit null Euro gefördert. Hat man aber als Bauherr – nach der neuen Bauförderung – den gleichen Dachstuhl auf einem Holzrahmenhaus errichten lassen, kann man bis zu 200.000 Euro vom Freistaat bekommen. Das ist unlogisch und eindeutig wettbewerbsverzerrend.“ Genauso sieht es mit anderen Materialien aus: Holzdämmung oder OSB-Platten im Holzhaus erhalten eine Förderung, im Ziegelhaus nicht.

Am 11. Juli hatten Bayerns Forstministerin Michaela Kaniber und Bauminister Christian Bernreiter das neue Förderprogramm vorgestellt. Die Staatsregierung stellt dafür über 8 Mio. Euro aus Steuergeldern allein für dieses Jahr bereit. Es subventioniert Bauherren, die ab sofort mehrheitlich mit Bauelementen aus Holz kommunale Gebäude oder mehrgeschossige Wohngebäude neu errichten, ausbauen oder aufstocken.

DGNB veröffentlicht Studie zu CO2-Emissionen von Bauwerken

Lange Nutzungsdauer, niedrige Heiz- und Unterhaltskosten

Doch sind mineralische Baustoffe per se weniger nachhaltig? Mitnichten, sagen auch Experten. „Bei der Ziegelbauweise profitieren Sie über den gesamten Lebenszyklus eines Gebäudes von einer sehr guten CO2-Bilanz, von der Gesundheitsverträglichkeit, niedrigen Heiz- und Unterhaltskosten sowie einer langen Nutzungsdauer von 80 Jahren und mehr“, sagt der Verbandschef.

Ebenso ist der Rohstoff Lehm und Ton regional verfügbar und praktisch unbegrenzt vor Ort vorhanden. Zudem sind bereits die ersten Ziegel aus Recyclingmaterial im Sinne der Kreislaufwirtschaft entwickelt worden.

Edmüller fordert die bayerische Staatsregierung auf, das neue Förderprogramm grundlegend nachzubessern: „Gute Klimapolitik braucht Technologieoffenheit. Alle nachhaltigen Bauweisen und Baustoffe müssen bei der Vergabe von staatlichen Fördermitteln gleichberechtigt berücksichtigt werden.“

www.bzv.bayern


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