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Neubau eines Autohauses in Dortmund
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Autohersteller Porsche will seine Flagship-Stores weltweit vereinheitlichen. Beim ersten deutschen Autohaus nach dem neuen Retailkonzept sticht vor allem die Fassade heraus: Die silberfarbene Metallfassade wurde technisch perfekt aus dreischichtigen Aluminium-Verbundplatten umgesetzt. Inspiriert ist ihre Gestaltung im Eingangsbereich von der Rückleuchte eines Fahrzeugs der bekannten Modellreihe 911.

Anforderung:

Hochwertige Metallfassade mit makellosen Rundungen, Kantungen, Flächen und Winkeln

Lösung:

In neuen Produktionsverfahren lassen sich Sandwich-Aluminium-Bänder dreidimensional und gekurvt verformen


Kay Rosansky | be

Wenn Firmen eine gewisse Größe erreicht haben und sogar weltweit agieren, entsteht häufig das Bedürfnis nach Bündelung und Vereinheitlichung. Es erleichtert den Überblick und die Vergleichbarkeit. Parallel dazu versprechen sich viele „Global Player“ große Vorteile durch einen uniformen Markenauftritt, welcher dem Kunden das Gefühl von Sicherheit und Komfort vermitteln soll, egal, wo er sich gerade aufhält. Während die einen auf Reisen die Abwechslung, beispielsweise in Gastronomie oder Hotellerie, schätzen, bevorzugen andere ein Restaurant oder eine Herberge ihrer gewohnten Kette, eines das in London fast genauso aussieht wie in Garmisch Partenkirchen.

Global gültiges Konzept

Auch der Autohersteller Porsche wollte diesen Weg gehen und beschäftigte das Büro für Design und Transformation, Mutabor, benannt nach dem Zauberspruch eines Märchens aus dem 19. Jahrhundert, mit der Entwicklung eines Konzeptes, das sich weltweit umsetzen lassen sollte. Der erste, nach den neuen Vorgaben errichtete Flagship-Store entstand im kalifornischen Palm Springs, ein weiterer befindet sich in China im Bau – und das erste deutsche Autohaus aktueller Prägung wurde kürzlich in Dortmund eingeweiht.

Dort sind auf gut 2 700 m² Ausstellungsfläche die attraktiven Boliden zu bewundern, und dort gibt es auch Informationsmaterial, analog wie digital, Sitzgelegenheiten und Erfrischungsgetränke. Und man kann durch eine große Glasscheibe in die über 2 200 m² große Werkstatt schauen, wo sachkundige Hände an starken Motoren und sportlichen Fahrgestellen schrauben. Im 1. OG runden dann auf einer Fläche von gut 1 500 m² Büro-, Sitzungs- und Warteräume das Raumkonzept ab.

So gut wie möglich adaptieren

Betrachtet man die Geschäfte in Palm Springs und in Dortmund, fällt sofort auf, dass sich Design-Konzepte nicht immer 1:1 umsetzen lassen. Ist die US-amerikanische Dependance zum Beispiel malerisch zwischen kargen, sanften Hügeln mit spärlicher Wohnbebauung gelegen, befindet sich der deutsche Point of Sale im Ort Holzwickede am Rande eines schmucklosen Gewerbegebietes und in unmittelbarer Nachbarschaft zur Rollbahn des Dortmunder Flughafens. Der in der Architektur häufig wichtige Bezug zur nachbarlichen Bebauung lässt sich mit einem One Size Fits All-Design naturgemäß nicht herstellen.

Auch das Lichtkonzept, das in Palm Spring mit seinem subtropischen Klima und einer durchschnittlichen Sonnenscheindauer von neun Stunden pro Tag bestens funktionieren mag, geht in Dortmund nicht in gleicher Weise auf. Dort stehen an trüben Tagen die vierrädrigen Exponate teilweise arg im Schatten und fallen im Kontrast zu den sehr hellen, hinterleuchteten Video-Wänden weiter ab. Hier ließe sich allerdings Abhilfe schaffen, denn das Designkonzept verlangt nicht nach einer apodiktischen Umsetzung.

Es wäre wohl auch weder möglich noch sinnvoll, alle Niederlassungen des Autoherstellers weltweit gleichzeitig und vollständig umzurüsten, weshalb die Entwurfsverfasser einen modularen Aufbau installiert haben, aus welchem die Händler vor Ort, abhängig vom Modernisierungsbedarfs ihres Hauses, auswählen können.

In Dortmund wurden die Designvorgaben größtenteils umgesetzt, weshalb das Geschäft inzwischen als Leuchtturm-Projekt gilt, und zwar aus gutem Grund. Auch wenn das „Neue Retail Konzept“ zu nicht viel mehr geführt hat als zu einem zeitgemäßen Autohaus mit angenehmer Atmosphäre, sticht doch ein Aspekt des Gebäudes heraus: die Fassade.

Eingang wie eine Rückleuchte

Ihre Gestaltung im Bereich des Eingangs wurde von der Rückleuchte eines Fahrzeugs der Modellreihe 911 inspiriert und stellte eine echte Herausforderung dar. Die streng rechteckige, geschlossene, matt silberfarbene Metallfassade der Gebäudeseiten öffnet sich in Form von fünf spitzwinklig beginnenden Schlitzen, deren Breite nach oben abnimmt, wodurch die perspektivische Verkürzung beim Blick nach oben unterstützt wird und das Gebäude höher wirkt. Gleichzeitig erfahren die Elemente zwei Rundungen um die Hochachse, welche die Fassade in einem weichen Bogen um die Gebäudeecke führen, während sie einen weißen Pylonen umfangen, der das Firmenlogo trägt. In die Unterseiten der Stege wurden rote LED-Streifen eingelassen, wodurch sich eine bemerkenswerte Nachtwirkung ergibt.

Makellose Fassade

Der Entwurf der Fassade lag zunächst als Rendering vor, außerdem existierten genaue Vorstellungen über Fugenbreiten und -tiefen sowie über die Biegeradien und das Design. Wie dieses allerdings realisiert werden könnte, stand anfangs noch vollkommen in den Sternen.

Klar waren lediglich zwei Dinge: Die Fassade sollte aus der dreischichtigen Aluminium-Verbundplatte Alucobond gebaut werden, und sie musste makellos sein. Für Rundungen, Kantungen, Flächen und Winkel galt das Null Toleranz-Prinzip, denn Besucher sollten bereits draußen das vorfinden, was sie auch drinnen erwarteten, technische Perfektion.

Studie und Modell vorab

Die Firma Athens aus Hövelhof, seit vielen Jahren führend in der Verarbeitung des vielseitigen Materialkomposites von 3A Composites, erstellte im Auftrag des Bauherren zunächst eine Machbarkeitsstudie. Nachdem diese akzeptiert worden war, wurde ein Mock-up gebaut, das der Autohersteller selbst absegnete.

Erst danach machten sich die ostwestfälischen Fassadenprofis daran, insgesamt knapp 2 000 m² des leichten und biegesteifen Fassadenmaterials vom Typ ‚Alucobond Plus Silver Metallic‘ zu bearbeiten, und zwar außen und innen. Die komplizierten Elemente des Eingangs wurden ohne Verklebung oder Schweißnähte nicht sichtbar in eine eigens für dieses Gebäude angefertigte Unterkonstruktion eingehängt, von der lediglich bekannt ist, dass sie mittels Tragschwertern an die Pfosten-Riegel-Fassadenkonstruktion angeschlossen wurde.

Dort wo die Fassade durchbrochen ist, übernimmt die Verglasung die Aufgabe der Dämmung der Gebäudehülle. In den geschlossenen Bereichen, welche auch innen mit Alucobond bekleidet wurden, kam Mineralwolle als Dämmmaterial zum Einsatz. Hier wurden außerdem die standardmäßig vorgesehenen SZ 20 Profile als UK sowie Standardkassetten mit einer 80er Fugentiefe verbaut. Die Ausführungsqualität dieser Fassade ist außergewöhnlich und entspricht ganz sicher den hohen Ansprüchen des Sportwagenhändlers. Ob sich alle weltweit geplanten Fassaden auf diesem Niveau realisieren lassen, bleibt abzuwarten.


Projekt: Corporate Identity für Neubau Autohaus

Standort: Holzwickede, Dortmund, Deutschland

Architektur | Design: Mutabor, Hamburg
www.mutabor.de

Fassadenbau: Athens GmbH & Co. KG, Hövelhof

Fassadenkonstruktion: Kassetten Sonderkonstruktion

Baujahr: 2020


Stimmen

Rainer Athens, Geschäftsführer Athens GmbH & Co. KG: „Der Vorteil des Materials Alucobond bei diesem Autohaus besteht ganz eindeutig darin, dass wir diese geschwungene Form aus einem Stück fertigen konnten. Wir haben keine Klebestellen und keine Schweißnähte in unseren Kassetten, sondern das ist alles durch Spezialmaschinen geformt.“

Johannes Plass und Heinrich Paravicini, Mutabor: „Die aufgefächerten Aluminium-Sandwichpaneele unterstreichen die dynamische Wirkung, für die die Corporate Fassade der Porsche AG bekannt ist. Ein neu entwickeltes Produktionsverfahren ermöglicht, dass die Sandwichpaneele dynamisch verformt werden können.“


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  • Metallfassade für Schule auf bba-online

www.bba-online.de/metall/kupferfassade-unten-sport-oben-pause


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