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Neue Fassade aus Polycarbonat-Paneelen für Schulgebäude in Innsbruck

Neugestaltung einer Schule in Innsbruck
Transluzent verbunden

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Ein in die Jahre gekommener Patchwork-Gebäudekomplex – so ließen sich die »Schulen an der Kettenbrücke« im österreichischen Innsbruck nach sieben Bauphasen innerhalb von acht Jahrzehnten beschreiben. Um heutigen pädagogischen Anforderungen zu entsprechen, wurden die Gebäude unlängst umgestaltet und erweitert. Ein neues Raumkonzept ermöglicht zeitgemäßes Lernen, die transluzente Fassade aus Polycarbonat-Paneelen unterstreicht den Gemeinschaftsgedanken des Schulvereins.

Anforderung:

Attraktive neue Fassade als verbindendes Element für einen über die Jahre gewachsenen Schulgebäudekomplex

Lösung:

Kombination von lichtdurchlässigen Polycarbonat- und transparenten Fensterelementen 


Bereits in den 1930er-Jahren wurde der erste Stein für das Schulgebäude im Innsbrucker Norden gelegt. Vor dem Hintergrund des Krieges zunächst zweckentfremdet, entstand dort schließlich die erste Kinderbetreuungseinrichtung der Stadt. Seitdem ist das Eckgebäude mehrfach aufgestockt und umgebaut worden. 1970 folgten ein Festsaalzubau sowie eine Turnhalle und 1990 ein Kindergartenkubus. Das Ergebnis war ein Schulverein von 21.000 m² Größe mit unterschiedlichen Materialien und Farben unter einem bunt zusammengewürfelten Dach aus den verschiedenen Bauphasen.

Mittlerweise umfasst das breit gefächerte Bildungsangebot des Schulvereins eine Kinderbetreuung, eine Grund- und Mittelschule sowie ein Gymnasium und eine höhere Schule für Elementarpädagogik. Um den unterschiedlichen Anforderungen der pädagogischen Konzepte gerecht zu werden, erwies sich die Umgestaltung des Gebäudes als unumgänglich.

Ortsbekannte Architekten

Der Neuentwurf entstammt der Feder des Architekturbüros Studio Lois aus Innsbruck. Die Architektin Barbara Poberschnigg hatte zuvor bereits den Ausbau der Niederlassung der Barmherzigen Schwestern begleitet (das ist der Orden, der hinter dem Schulverein steht). Unmittelbar neben den »Schulen an der Kettenbrücke« vereint dieser ein Kloster mit einem Pflegeheim und einer Flüchtlingsunterkunft.

Für den Schulverein entschied man sich nach langem Überlegen weder für einen Neubau noch für einen Abriss. Im Mittelpunkt der Umgestaltung sollte ein völlig neues Raumkonzept stehen. Es galt, räumlichen Mehrwert zum einen aus dem Bestehenden, zum anderen durch einen 150 m² großen Anbau zu schaffen. Auch die Fassade wurde in den Prozess miteingebunden, um das Schulgebäude zukünftig zum Stadtraum hin zu öffnen.

Transluzente Fassadenelemente aus Polycarbonat

Natürlich mehr Licht und Raum

Zuvor abgeschottet durch einen hohen Zaun mit massiven Pfeilern, wurde der Schulvorplatz zu einer freien und zur Straße hin offenen Fläche umgestaltet. Der Schuleingang wird von einem Betonvordach mit dem aufgesetzten Schriftzug »Schulen Kettenbrücke« gekennzeichnet. Eine großflächige Glasumrandung der Türen erlaubt einen einladenden Blick in das Foyer. Dieses bildet den Erweiterungsbau, der geschickt in eine Innenecke des Gebäudes integriert wurde. So entsteht durch den hoch verglasten Anbau eine lichtdurchflutete Fläche inmitten des Schulvereins.

Im Erdgeschoss nehmen die Schülerinnen und Schüler der Grund- und Mittelschule das Mittagessen ein. Die oberen Etagen dienen der Erweiterung des Bildungsangebotes in Form von Musikräumen und einem neuen Direktionszimmer. Ein Großteil der vorhandenen Wandverkleidungen wurde entfernt – zum Vorschein kam ein Betonskelett, das nach einer Sandstrahl-Behandlung nun eine moderne Optik vorweist. „Ich will die Dinge zeigen, wie sie sind. Sie pur lassen“, so Architektin Barbara Poberschnigg.

„Ich will die Dinge zeigen, wie sie sind. Sie pur lassen.“ Architektin Barbara Poberschnigg

Andere Wände wurden komplett abgerissen. Auf diese Weise konnten früher kaum genutzte Gänge und leere Ecken zu aktiven Lern- und Aufenthaltsorten umgestaltet werden. Getreu dem puristischen Stil des Sichtbetons, setzte Studio Lois auch weiterhin auf unaufdringliche Materialien: helle Kautschukbeläge für die Böden und natürliche Holzlamellenplatten für die Decken. Zusätzlich dazu sorgen tiefergesetzte Fensterbrüstungen in den Klassenzimmern für mehr Licht und neue Sitzgelegenheiten. Eine komplett neue Inneneinrichtung mit bunten Stühlen und polygonalen Tischen rundet die Neugestaltung ab.

Neue Hülle mit Gemeinschaftsgedanken

Einen wesentlichen Bestandteil des architektonischen Entwurfes stellt die neue Fassade dar. Eine Kombination von lichtdurchlässigen Polycarbonat- und transparenten Fensterelementen öffnet das Gebäude zum Stadtraum hin. So bieten die Klassenzimmer nun einen Blick auf den österreichischen Alpen-Gebirgszug Nordkette und die Turnhalle auf das Innsbrucker Riesenrundgemälde Rotunde.

Mit Vor- und Rücksprüngen, verschiedenen Flächen und Linien verwandelt die Fassade den Gelenkbau zum optischen Hingucker. Die Polycarbonatpaneele der Rodeca GmbH wurden dazu teils thermisch aktiv, teils als vorgehängte Fassade eingesetzt. Auf diese Weise entsteht ein einzigartiges Zusammenspiel von durchsichtigen und transluzenten, hellen und dunklen sowie kleinen und großen Elementen.

Den auffallendsten Blickfang bildet jedoch der große »Wir«-Schriftzug in der Polycarbonat-Fassade. Dieser wird umrahmt von einem dichten Textvorhang aus den Namen der Menschen, die den Schulverein maßgeblich geprägt haben. Darunter fallen die Ordensschwestern der Gründerinnen, Lehrerinnen und Lehrer, aber auch Schülerinnen und Schüler. Das künstlerisch gestaltete Polycarbona-Ffeld mit Schriftzug kann nachts hinterleuchtet werden.

Leichtgewichte für anspruchsvolle Dach- und Fassadengestaltung

Leistungsstarkes Lichtbauelement

Bei dem Projekt »Schulen Kettenbrücke« wurden insgesamt 1.000 m² des Paneels ‚PC 2550-10‘ verbaut. Es ist 50 mm dick und 495 mm breit. Das Element besteht aus zehn Schalen und neun Luftkammern. Bei einer vertikalen Einbausituation – so wie in Innsbruck – wird ein sehr guter Wärmedurchgangskoeffizient von U = 0,90 W/(m²K) erreicht. Rodeca bietet die Rahmenprofile – je nach wärmeschutztechnischen Anforderungen – entweder mit oder ohne thermische Trennung an.

Die Außenseite der Fassade ist dank coextrudiertem UV-Schutz effizient vor Wettereinflüssen und Sonneneinstrahlung geschützt. Die verwendete Ausführung ‚Kristall‘ weist darüber hinaus einen Transmissionswert von 48 % auf. Dies ermöglicht blendfreies Tageslicht im Inneren und Sichtschutz von außen. Da die Elemente aus dem Material Polycarbonat schwer entflammbar sind, entsprechen sie den Kriterien der Brandklasse B-s1, d0 nach DIN EN 13501.

Dank der Nut- und Federverbindung gestaltet sich die Montage sehr unkompliziert und schnell. Die Rodeca GmbH bietet flexible Gestaltungsmöglichkeiten in Farbe und Design an – in Innsbruck kommuniziert die individuell gestaltete Beschriftung das Zusammengehörigkeitsgefühl des Schulvereins nach außen.

Im Laufe der vergangenen Jahrzehnte zusammengewürfelt, präsentiert sich das Schulgebäude nun als Gesamtbild mit Identität. Das neue Raumkonzept erlaubt durch mehr Platz und Licht ein freieres Lernen. Die Fassade aus Polycarbonat-Paneelen öffnet das Gebäude nach außen und unterstreicht den gemeinschaftlichen Gedanken. 2020 erhielt das Sanierungsobjekt eine Auszeichnung des Landes Tirol für Neues Bauen.


Bauherrschaft: Schulverein der Barmherzigen Schwestern, Innsbruck

Architektur: Studio Lois Architektur, Innsbruck | www.studiolois.io


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