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Markant gestaltbare Funktionalität

Schiebe- und Faltschiebeläden
Markant gestaltbare Funktionalität

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Sonnenschutz muss nicht in Rollladenkästen oder hinter Blenden versteckt werden. Mit Schiebe- oder Faltschiebeläden lässt er sich auch als dynamischer, stets sichtbarer Teil der Fassade interpretieren. Unterschiedliche Arten der Bewegung sowie die Formen, Farben und Materialien der Läden selbst ermöglichen individuelle und unverwechselbare Gebäudeansichten.

Anforderung:

Außenliegender Sonnenschutz als eigenständiges Gestaltungselement

Lösung:

Schiebe- und Faltschiebeläden unterschiedlicher Farbigkeit und Materialität mit oder ohne Automatisierung


Markus Hoeft

In den meisten europäischen Regionen nördlich der Alpen war Bauen jahrhundertelang eine Auseinandersetzung mit Kälte und Nässe. Gebäude sollten vor allem warm und trocken sein. Dass sie auch zu warm sein können, wäre bis weit in das 20. Jahrhundert hinein kaum jemandem eingefallen. Erst seit einigen Jahrzehnten müssen wir über eine eventuelle Überhitzung von Innenräumen nachdenken. So hat es in dieser Zeit eine Reihe von markant heißen Sommern gegeben, deren Häufung mit dem Klimawandel wohl weiter zunehmen wird. Gleichzeitig sind unsere Ansprüche an die Aufenthaltsqualität in Gebäuden gestiegen: Auch kurzzeitige und vorübergehende Hitzespitzen werden als Einschränkung der Behaglichkeit empfunden und – zumindest im höherwertigen Bauen – kaum noch toleriert.

Flankiert wird diese Entwicklung von bautechnischen Veränderungen, etwa beim Übergang von massiven Wänden zu Skelett- und Leichtbauweisen. Die Konstruktionen haben dadurch weniger thermische Speichermasse und reagieren nahezu „ungebremst“, also ohne Zeitverzug oder Amplitudendämpfung auf eingestrahlte Wärme. Ein Effekt, der zusätzlich von der Einstrahlung über sehr große Fenster und Fassadenverglasungen verstärkt wird. Eine mögliche Reaktion darauf wären zwar aktiv klimatisierte Räume, die aber auch den Energieverbrauch erhöhen und sich in Zeiten einer strengen Bilanzierung nach EnEV nachteilig auswirken.

Wärmeeinstrahlung
vor der Verglasung aufhalten

Für die Notwendigkeit des sommerlichen Wärmeschutzes ist also ein Bündel von Ursachen verantwortlich, die sich teilweise gegenseitig beeinflussen und verstärken können. Doch egal, welchen Aspekt man betrachtet, in jedem Fall muss dafür gesorgt werden, dass die Wärmeeinstrahlung möglichst noch vor der Verglasung aufgehalten wird, weshalb in thermischer Hinsicht außenliegender Sonnenschutz deutlich effizienter als innenliegender ist.

Gängige Lösungen sind Rollläden, Senkrechtmarkisen oder Raffstoren, bei denen der Behang in Schattenperioden hinter einer Blende oder in einem Kasten parkt und nur bei Benutzung in den Sonnenphasen zu sehen ist. Da diese Zeiten intensiver Sonneneinstrahlung den kleineren Teil des Tages (und des Jahres) ausmachen, ist der Sonnenschutz überwiegend versteckt und in der normalen Gebäudeansicht kein markanter Teil der Architektur. Das kann so gewollt sein und technisch sowie gestalterisch sehr gut funktionieren – aber es geht auch anders.

Mit der eigentlich uralten Idee des Fensterladens lässt sich der Sonnenschutz ganz bewusst und dauerhaft sichtbar inszenieren. Er wird nicht mehr versteckt, sondern als beweglicher und veränderlicher Teil der Fassade interpretiert. Mit Schiebe- oder Faltschiebeläden bekommt das Gebäude Dynamik und entwickelt ein „Eigenleben“, denn es lässt sich nicht hundertprozentig vorhersagen, welche Steuerungsweise und Stellungen die Nutzer für ihre Läden im Verlauf eines Tages jeweils bevorzugen werden. Das ebnet den Weg zu außergewöhnlichen, individuellen Gebäudeansichten.

Schieben und falten statt drehen und klappen

Die modernen Schiebe- oder Faltschiebeläden sind aus dem traditionellen Klappladen hervorgegangen: Ein oder zwei hölzerne Flügel pro Fenster sind an Kloben angeschlagen und werden mit drehender Bewegung geöffnet. Für die Parkposition muss genügend Platz neben dem Fenster zur Verfügung stehen. Das Schließen per Hand erfolgt beim Klappladen entweder von außen oder erfordert ein relativ weites Herausbeugen aus dem Fenster. Zudem ist der Moment der Drehbewegung sehr windgefährdet und eine Automatisierung vergleichsweise aufwendig. Diese Einschränkungen dürften mit dazu beigetragen haben, dass sich der Klappladen im städtischen Umfeld und beim mehrgeschossigen Bauen kaum etablieren konnte. Er ist aber nach wie vor Stilelement traditioneller Architektur in ländlich-kleinstädtischem Ambiente.

Erst mit der Weiterentwicklung der Schiebebeschläge fand die Idee des Ladens den Weg in die urbane Architektur. Die Beschläge müssen ausreichend witterungsbeständig sowie leichtgängig sein, sich aber auch funktional und ästhetisch gut in die Fassade einfügen lassen. Dies gelingt mit oben und unten angeordneten Laufschienen und Laufwagen in ein-, aber auch zwei- oder dreispuriger Führung. Bis zu sechs Flügel lassen sich auf diese Weise symmetrisch oder teleskopisch verfahren, sodass auch große Fenster ohne allzu große Gewichte der einzelnen Flügel komplett verschattet werden können.

Platzbedarf

Architektonisch haben Schiebeläden den Vorteil, dass ihre Bewegung parallel zur Fassade stattfindet und damit deutlich dezenter und weniger windanfällig als beim Klappladen ist. Der Platzbedarf neben dem Fenster für die parkenden Läden lässt sich mit mehrteiligen Schiebeläden reduzieren, weil jeder einzelne Laden schmaler ausgeführt werden kann.

Noch besser lösen Falt-Schiebeläden die Platzfrage, die im vollständig geöffneten Zustand oft gar nicht mehr als flächenhafte Bauteile zu erkennen sind. Stattdessen bekommt die Fassade bei entsprechender Dimensionierung der Läden eine markante Tiefe, wenn die geöffneten Faltläden aus der Front hervorstehen. Falt-Schiebeläden in Kombination mit elektrischen Antrieben erlauben zudem statt der vom alten Klappladen übernommenen seitlichen Öffnung auch ein Auffalten nach oben. Der geöffnete Laden wirkt dann wie ein Vordach über dem Fenster und trägt auch in dieser Position zum Sonnen- und Blendschutz bei.

Eine dritte Variante sind Faltscherenläden aus drehbaren, meist senkrecht orientierten Lamellen, die im vollständig geöffneten Zustand rechtwinklig zur Fassade stehen. Mit den unterschiedlichen Öffnungswinkeln werden besondere Lichtstimmungen erreicht, die aber auch im geöffneten Zustand ein gewisses Maß an Verschattung und Sichtschutz bieten.

Lichtstimmung und Laden

Zur Umdeutung vom ruralen Klappladen zum urbanen Schiebe- oder Falt-Schiebeladen haben nicht nur die Beschläge und die daraus abgeleiteten unterschiedlichen Bewegungsarten beigetragen, sondern auch die Neuinterpretation des ursprünglich den Laden bildenden Bretts.

Die schon für Holz entwickelte Idee, statt einer glatten Fläche einen Rahmen mit Lamellen als Füllung zu verwenden, lässt sich auch auf andere Materialien übertragen, etwa auf Aluminium oder Kunststoff, aber auch auf Kombinationen verschiedener Werkstoffe. Dabei sorgt in der Regel ein Metallrahmen für die hohe Stabilität, sodass die Füllung allein unter den Aspekten der Schattenwirkung im Innenraum und des optischen Eindrucks auf der Fassade geplant werden kann.

Aus dieser Idee heraus entstanden beispielsweise sehr technisch anmutende Läden mit Lochblechen oder Streckmetall als Füllung. Mit Gittergeweben oder textilen Bespannungen können Läden mit Lichtstimmungen im Innenraum inszeniert werden, die sonst nur bei Markisen möglich sind. Selbst wenn man bei den klassischen Lamellen als Füllung bleibt, lassen sich diese doch deutlich filigraner sowie mit speziellen Formen für die Lichtlenkung ausführen. Während textile Bespannungen praktisch einen Zwitter aus Markise und Fensterladen darstellen, sind bewegliche Lamellen im Rahmen eine Kombination aus Raffstore und Laden.

Gestalterische Gesamtlösung

Mehr als es Holz je konnte, eröffnet die Verwendung von Aluminium, Textilien, Kunststoffen oder Verbundplatten Möglichkeiten einer dauerhaften und wartungsarmen farbigen Gestaltung. Die Läden können farblich an die Fassade angepasst werden, aber diese auch bewusst kontrastieren oder – je nach Art des Gebäudes – in ihrer Gesamtheit Farbverläufe auf der Fassade bilden.

Durch die Weiterentwicklung der energetischen Qualitäten von Glas eignet sich inzwischen sogar dieses Material für einen eleganten und ausgesprochen urban wirkenden Sonnenschutz. So kann es sinnvoll sein, in der Fassade Wärmeschutzglas zu verwenden und davor verschiebbare Sonnenschutzgläser anzuordnen, die bei Bedarf die Wärmeeinstrahlung reduzieren, ohne den Ausblick einzuschränken. Variieren lässt sich dieser Gedanke mit bedruckten Gläsern oder Solarmodulen als Schiebeladen.

Während derartige Lösungen eine hohe Transparenz hervorbringen, ist umgekehrt auch die weitgehend geschlossene Fassade denkbar, etwa mit Streckmetallen, Geweben oder auch Holzlamellen. Bei geschlossenen Läden wirkt das Gebäude wie eine Hülle ohne Fenster. Bei Bedarf wird die Fassade geöffnet, sodass überraschend Fenster sichtbar werden und die Gebäude-Nutzer einen Ausblick haben.

Mit den hier nur angedeuteten planerischen Möglichkeiten und gestalterischen Freiheiten verwandeln sich Fensterläden von eher einfachen Serienprodukten zu sehr individuellen gestalterischen Gesamtlösungen. Dieser architektonische Anspruch und die komplexe Funktionalität von modernem Sonnenschutz verlangt heute in aller Regel motorisch angetriebene Schiebe- oder Faltschiebeläden, die mit einer entsprechenden Steuerung sowohl einen automatischen, anhand des Sonnenstands geführten Betrieb erlauben als auch eine von den Gebäudenutzern bestimmte Fahrweise.


Bis zu sechs Flügel lassen sich symmetrisch oder teleskopisch verfahren, so dass auch große Fenster ohne allzu große Gewichte der einzelnen Flügel komplett verschattet werden können.


Mehr zum Thema

  • Sonnenschutz in bba

www.hier.pro/bbaSonnenschutz



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