Neubau eines Museums in Danzig, Polen

Respektvoll geneigt dank Aluminiumprofilen

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Das neue Museum des Zweiten Weltkriegs widmet sich der in Polen tief verwurzelten Geschichte. Sein Wahrzeichen ist der steil aufragende, dynamisch gekippte Baukörper. Dabei wurde die Fassade an eine Unterkonstruktion mit Stahlzuggliedern montiert. Filigrane Aluminiumprofile gewährleisten, dass möglichst viel Licht ins Gebäudeinnere gelangen kann.

Als ein Ort des Gedenkens an die Geschichte soll das Gebäude das Leid der Vergangenheit und die historische Erinnerung spiegeln sowie in die Zukunft verweisen. Die Entwurfsarchitekten bezeichneten das Museum als ein schweigendes Gebäude, das bei Besuchern tiefe Eindrücke hinterlassen soll. Das Museum des Zweiten Weltkriegs wurde in Danzig am Wadysław-Bartoszewski-Platz in der Nähe des historischen Stadtzentrums gebaut. Von der westlichen Seite ist es vom Radunia-Kanal umgeben, von Süden bietet es einen Panoramablick auf die Mottlau. Der Bau begann im September 2012 und wurde im März 2017 fertig gestellt. Die Gesamtfläche dieses achtstöckigen Gebäudes beträgt 58 000 m² mit einer Nutzfläche von insgesamt 23 000 m². Das Museum selbst nimmt eine Fläche von 1 700 m² ein. Der Entwurf stammt von dem Architekturbüro „Kwadrat“ aus Gdynia.

Ikonische Architektur

Entsprechend dem ikonischen Stadtbild von Danzig, das gespickt ist mit zahlreichen Werftkränen und Kirchtürmen, verbindet die Formensprache des Gebäudes die traditionelle Stadtlandschaft mit dem modernen Museum. Die räumliche Einteilung in drei Bereiche symbolisiert die Verbindung zwischen der Vergangenheit, also dem Krieg, der Gegenwart sowie der Zukunft. Der Vergangenheit sind die unterirdischen Geschosse, der Gegenwart der Freiraum um das Haus und der Zukunft die Dominante mit Aussichtspunkt zugeordnet. Daniel Libeskind charakterisierte als Juryvorsitzender des ausgeschriebenen Architektur-Wettbewerbs den Entwurf wie folgt:

„Mittels der Formensprache der Architektur beschreibt der Entwurf das Leid der Vergangenheit und die Lebenskraft der Gegenwart, wobei er gleichzeitig in die Zukunft weist. Er schafft eine breite, spektakuläre Öffnung der Stadt für ihre Zukunft. Anknüpfend an das ikonische Panorama von Danzig mit Werftkränen und Kirchtürmen, verbindet das Museumsgebäude eine traditionelle Stadtlandschaft sowie deren Dimensionen, Baustoffe und Farben mit einem Museum des 21. Jahrhunderts.”

Der oberirdische Teil des Gebäudes ist ein geneigter Turm mit 40 m Höhe und insgesamt acht Stockwerken. In der Form ähnelt das Museum einem Prisma mit trapezförmiger Basis; die größte Wandneigung beträgt 56 Grad. Eine Turmwand wurde komplett verglast, während die übrigen mit roter Fassadenverkleidung versehen wurden. Im Turm sind Bibliothek, Räumlichkeiten für Bildungsveranstaltungen sowie Café und Restaurant mit Panoramablick auf die Stadt untergebracht.

Weiter besitzt das Gebäude sechs unterirdische Etagen, auf denen sich in 14 m Tiefe eine Dauerausstellung auf einer Fläche von 5 000 m² befindet. Hiermit ist sie weltweit eine der größten Ausstellungen historischer Museen. Die Besucher werden mit modernster Multimedia-Technik über den Zweiten Weltkrieg aus Sicht von Politikern und Bürgern informiert. Neben der Dauerausstellung findet man auch Wechselausstellungen auf einer Fläche von 1 000 m². Der Platz um das Gebäude wird für Freiluftveranstaltungen genutzt.

Aluminiumprofile für Fassade

Es wurden speziell vorbereitete Fassaden des Systems MB-SR60N der Firma Aluprof verwendet. Das Pfosten-Riegel-System bildet die Basis für viele Fassadenkonstruktionen, deren Montage eine Herausforderung bedeutet. Beim Museum wurde die Fassade an eine Unterkonstruktion mit Stahlzuggliedern montiert. „Das Gebäude hat eine große Neigung. Dank der Entwicklung eines speziellen Befestigungssystems war ein Ausgleich der senkrechten (11 mm) und parallelen (7 mm) Verschiebungen zur Wandfläche möglich“ , erklärt Bozena Ryszka, Marketing-Managerin bei Aluprof.

Die in der Fassade MB-SR60N eingesetzten Aluminiumprofile mit entsprechender Festigkeit gewährleisten, dass möglichst viel Licht von oben ins Gebäudeinnere gelangen kann. Diese Lösung bietet viele Möglichkeiten für die Gestaltung der räumlichen Konstruktionen, denn die Konstruktion der Pfosten-/Riegel-Verbinder erlaubt die Ausführung von Verbindungen in einem breiten Winkelbereich. Das bedeutet, dass Scheiben verschiedener Formen – trapezförmige oder dreieckige – eingesetzt werden können. Das Polnische Institut für Bautechnik (Instytut Techniki Budowlanej) bestätigte außerdem in der für das System MB-SR60N erlassenen Klassifizierung seine sehr guten technischen Parameter: Luftdurchlässigkeit Klasse AE 1200 Pa, Wasserdichtigkeit Klasse RE 1200 Pa und Windlastfestigkeit 2800 Pa (Sicherheitsprüfung 4200 Pa).

Architekturbüro:

Kwadrat, Gdynia, Polen

http://kwadrat-gdynia.pl

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