Bundesverband Ziegel fordert Quote für Dachsanierung von 2 Prozent

Bundesverband Ziegel fordert Quote für Dachsanierung von 2 Prozent

„In der Dachsanierung schlummert ein enormes Potenzial“

Dachsanierung: Um die Klimaschutzziele im Gebäudebereich zu erreichen, fordert der Bundesverband Ziegel eine Anhebung der Sanierungsquote auf 2 %. Grafik: Bundesverband Ziegel / FIW München
Dachsanierung: Um die Klimaschutzziele im Gebäudebereich zu erreichen, fordert der Bundesverband Ziegel eine Anhebung der Sanierungsquote auf 2 %. Grafik: Bundesverband Ziegel / FIW München

Bereits eine moderate Steigerung der Dachsanierungsquote bei Wohngebäuden von derzeit 1,3 auf  2 Prozent würde eine Reduktion von CO2-Äquivalenten um 49 Mio. t bis 2030 bewirken, bis 2050 wäre eine Einsparung von 94 Mio. t möglich. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie des Forschungsinstituts für Wärmeschutz FIW München unter der Leitung von Professor Andreas Holm.

„In der Dachsanierung schlummert ein enormes energetisches, wirtschafts- und beschäftigungspolitisches Potenzial, das wir heute schon nutzen müssen“, fordert deshalb Dr. Matthias Frederichs, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands der Deutschen Ziegelindustrie.

„Wer die Klimaschutzziele im Gebäudebereich erreichen will, kommt auch an der Dachsanierung im Bestand nicht vorbei“, ist Professor Andreas Holm überzeugt. Allerdings sei das Ziel der Bundesregierung, bis 2050 einen CO2-neutralen Gebäudebestand zu erreichen, mit der aktuellen Dachsanierungsquote nicht machbar, so Holm.

Mehr als 10 Millionen Dächer in Deutschland sind sanierungsbedürftig. Bei den Ein- und Zweifamilienhäusern, die knapp zwei Drittel der Wohngebäude abdecken, verfügen vier Millionen Dächer nur über den Mindestwärmeschutz oder sind gleich ganz ungedämmt, so die Studie des FIW. Das entspricht circa 600 Mio. m² Dachfläche. Weitere 6,5 Millionen Dächer genügen nur den energetischen Anforderungen der Wärmeschutzverordnung von 1977 bzw. 1984, was circa 1 Mrd. m² Dachfläche entspricht. Insgesamt weist jedes zweite Wohngebäude in Deutschland einen unzureichenden Wärmeschutz auf.

Vor allem Steildächer müssten saniert werden: Neun von zehn Wohngebäuden in Deutschland haben ein geneigtes Dach, heißt es in der Studie.

Forderung: Energetische Gebäudesanierung muss deutlich attraktiver werden

Um das Tempo der Dachsanierung zu steigern, fordert der Bundesverband der Deutschen Ziegelindustrie eine maßvolle Anhebung der Sanierungsquote auf 2 Prozent. Damit wären bereits vor 2045 die Sanierungspotenziale für Dachkonstruktionen entsprechend des Mindestwärmeschutzes und der Wärmeschutzverordnung von 1977 erschlossen. Außerdem könnten CO2-Emissionen und Primärenergiebedarf um 10 bis 15 Prozent gegenüber dem Status quo eingespart werden. Die dafür notwendigen Mehrkosten von 1,5 Prozent gegenüber den Kosten der derzeitigen Dachsanierungsquote seien vertretbar, zumal die Dachsanierung zu den wirtschaftlichsten Effizienzmaßnahmen am Gebäude gehöre. Allerdings reichten die bisherigen Förderinstrumente zur Finanzierung dieser Mehrkosten nicht aus.

Bis Ende des Jahres will die Bundesregierung das erste Maßnahmenprogramm zum Klimaschutzplan 2050 vorlegen und damit zunächst die Ziele bis zum Jahr 2030 sicherstellen. „Die Bundesregierung muss die energetische Sanierung von Gebäuden jetzt im Rahmen der Fortschreibung des Klimaschutzplans angehen und die Weichen richtig stellen“, so Frederichs. Dazu würden beispielsweise zusätzliche Fördermaßnahmen der bundeseigenen KfW-Bank, steuerliche Anreize, Investitionszuschüsse sowie verbesserte Abschreibungsmöglichkeiten beitragen. Wichtig sei auch, so Frederichs, eine bessere Koordinierung der verschiedenen Maßnahmen, um Synergien zu nutzen und die Wirtschaftlichkeit zu erhöhen. Als Beispiel führt der Hauptgeschäftsführer die Kombination aus Dachsanierung und Installation einer Aufdach-PV-Anlage an.

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