Neubau Musikforum in Bochum

Behutsam gefügt

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Durch respektvolles Anfügen von neuen Baukörpern an eine profanisierte Kirche haben Bez + Kock Architekten eine zeitgemäße Spielstätte für Musikveranstaltungen geschaffen: das Anneliese Brost Musikforum Ruhr. Multifunktionstüren gliedern sich diskret in die Architektur ein und sorgen für Brand-, Rauch- und Schallschutz.

Das Stadtquartier Viktoriastraße ist ein innerstädtisches Entwicklungsareal unweit des legendären Bochumer Partyviertels „Bermudadreieck“. Hier steht auch die ehemalige Kirche St. Marien, ein dunkler Backsteinbau im neogotischen Stil und Herz des neu geschaffenen Anneliese Brost Musikforums Ruhr. Es beherbergt Konzertsäle und Proberäume für die Bochumer Symphoniker sowie die städtische Musikschule und dient zudem als Bühne für die regionale Musikszene.

Weiterentwicklung des Alten

Bez + Kock nutzten den Kirchenraum als neues Foyer und ordneten die neu geschaffenen Gebäudeteile an zwei gegenüberliegenden Seiten an. Im Süden befindet sich ein großer Konzertsaal, der ca. 1 000 Zuhörern Platz bietet. Daran grenzt ein niedrigerer Verwaltungstrakt an. Der nördlich an das Foyer anschließende kleine Saal ist für eine multifunktionale Nutzung ausgelegt. Eine Fuge hält Neues auf Abstand zum Alten.

Sowohl außen wie auch im Inneren kamen die Architekten ohne Spektakel aus. Es genügten ihnen wenige leitmotivisch eingesetzte Werkstoffe und perfekt durchdachte Details, um ein besonderes Architekturensemble entstehen zu lassen. Der neohistoristischen Kirche mit ihrem seinerzeit angemessenen neugotischen Formenreichtum gaben die Architekten betont schlichte Anbauten. Die ortstypische Materialität wurde dabei allerdings variiert. Denn das Klinkermauerwerk der Kirche wurde für die Vorsatzschalen der Anbauten zwar zitiert, zugleich jedoch weiterentwickelt. Während das alte Mauerwerk an der Kirchenfassade unangetastet blieb, wurden die neuen Klinker weiß geschlämmt. Die Schönheit dieses großflächigen Mauerwerks bleibt dabei weitgehend ungestört; nur am oberen Rand bildet eine Reihe eng gestaffelter, senkrechter Fensteröffnungen eine Art Obergaden – ein Motiv, das sich traditionell nur an Kirchenschiffen wiederfindet.

Während die Kirche im Äußeren unangetastet weiterbesteht, wurde sie im Inneren kräftig verändert und der neuen Funktion als Foyer des Musikforums angepasst. Die Festlichkeit des ehemals sakralen Innenraumes blieb jedoch auch in der neuen profanen Nutzung erhalten. Heller Terrazzo an Böden und Wänden lässt die Flächen miteinander verschmelzen. Künstliches Licht, das in Spiegeln reflektiert, entmaterialisiert die Kirchendecke. Die funktionalen Einbauten im Foyer sowie Wände, Decken, der Deckenscreen und das Parkett des Konzertsaals wurden aus amerikanischer Kirsche gefertigt. Heller Stucco lustro vollendet den Materialkanon.

Gebäudesicherheit und Akustik

Schörghuber Türen mit multifunktionaler Ausstattung bilden die Zugänge zu den Konzertsälen und schützen gegen Schallemissionen, Brand und Rauch. Eine gestalterische Besonderheit: Die Zugangstüren zu den Konzertsälen sind je nach Raumseite unterschiedlich beschichtet. Um im Innenbereich ein homogenes Bild entstehen zu lassen, sind die Türblätter im selben Material wie die Oberfläche der Wände im jeweiligen Saal beschichtet, zu den Verkehrsflächen hin jedoch mit einer weißen Premium-Lackierung versehen. Zusätzlich sind die Türen stumpfeinschlagend ausgeführt, sodass sie sich besonders unauffällig in die Gestaltung der Wände einfügen. Verdeckt liegende Bänder und Schließer fördern die edle und puristische Wirkung der Türen. Um im Bedarfsfall möglichst vielen Menschen gleichzeitig den Durchgang zu gewähren, sind sie doppelflügelig mit einer Breite von bis zu 3 m ausgeführt. Freilaufschließer machen das Begehen besonders komfortabel. Verbindendes Element der im Musikforum Bochum verbauten Schörghuber Türen sind die bronzenen Türgriffe. Eine weitere Besonderheit: Der Bühnenzugang für die Musiker ist mit einem flächenbündigen Glasausschnitt versehen, der stets freien Blick auf die Bühne gewährt.

Architekten:

Bez + Kock Architekten, Stuttgart

www.bez-kock.de



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