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Aktionsbündnis fordert 1 Million Gebäudesanierungen pro Jahr

Sanierungsoffensive
Aktionsbündnis fordert 1 Million Gebäudesanierungen pro Jahr

Positionspapier Aktionsbündnis Gebäudesanierungen
In ihrem gemeinsamen Positionspapier fordern die Deutsche Umwelthilfe, die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen und die Bundesarchitektenkammer ein sofortiges Handeln bei der Sanierung von Bestandsgebäuden.

Ein neues, breites Aktionsbündnis aus Architekten, Bau-Experten und Umweltschützern fordert von der künftigen Bundesregierung den sofortigen Start einer Sanierungswelle für Bestandsgebäude in Deutschland. Andernfalls könnten – allein aufgrund der nicht klimagerechten Häuser – die Klimaziele nicht mehr erreicht werden.

Dem Bündnis gehören die Deutsche Umwelthilfe (DUH), die Bundesarchitektenkammer (BAK) und die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) an. In Berlin hat das Aktionsbündnis nun ein Papier vorgestellt, das auf Grundlage eindeutiger Berechnungen klare Handlungsempfehlungen gibt.

Auf eine kurze Formel gebracht lautet die Forderung: 1-1-100-100. Ausformuliert bedeutet das:

  •  1 Million Bestandsgebäude pro Jahr müssen klimaneutral saniert werden – dafür soll die Bundesregierung sorgen und damit die Sanierungsrate um das Vierfache steigern.
  •  1 Million Sanierungsfahrpläne soll die Bundesregierung jährlich verschenken – diese sollen Eigentümern konkrete Handlungsschritte für mehr zielführenden Klimaschutz in ihren Gebäuden aufzeigen.
  •  100 Prozent Transparenz – die Regierung muss den energetischen Zustand aller Gebäude erfassen und somit konkrete Planungen überhaupt erst ermöglichen.
  • Ein 100-Tage-Sofortprogramm für Klimaschutz in Gebäuden soll die künftige Regierung direkt nach der Bundestagswahl starten.

Sanierungstempo katastrophal langsam

Die Zeit drängt, mahnen DUH, BAK und DGNB. Denn obwohl mehr als ein Drittel der klimaschädlichen CO2-Emissionen in Deutschland durch den Betrieb von Gebäuden verursacht werden, ist das Sanierungstempo katastrophal langsam. Und die Lücke droht so groß zu werden, dass sie nicht mehr geschlossen werden kann. Bis 2030 müssen die klimaschädlichen Emissionen aus dem Gebäudesektor bereits um mindestens 66 Prozent sinken, bis 2050 muss der gesamte Gebäudebestand klimaneutral sein.

„Wir haben keine Zeit mehr“, sagt Barbara Metz, Stellvertretende Bundesgeschäftsführerin der DUH. „Wir müssen im Gebäudebereich sofort entschieden handeln, damit wir uns nicht im wahrsten Sinne des Wortes unsere Zukunft verbauen.“

Die aktuelle Bundesregierung habe nichts getan, um die drohende Katastrophe durch die schleppende Sanierung zu verhindern. „Deshalb ist nun die künftige Bundesregierung gefordert, mit einem Sofortprogramm und einer Million Sanierungen pro Jahr die richtigen Weichen zu stellen“, so Metz.

Notwendiger Gestaltungs- und Entscheidungswille

„Die von uns gestellten Forderungen sind keinesfalls utopisch, sondern fußen auf plausiblen Annahmen und einem umfassenden Wissen über die praktischen Möglichkeiten im Bereich des nachhaltigen Bauens“, erklärt Dr. Christine Lemaitre, Geschäftsführender Vorstand der DGNG. „Es ist aber nur machbar, wenn der notwendige Gestaltungs- und Entscheidungswille auch auf Seiten der politischen Entscheidungsträger vorhanden ist.“

Deshab brauche es nun die richtigen Anreize. „Nicht irgendwann in ferner Zukunft, sondern jetzt“, so Lemaitre. „Die gute Nachricht ist: Klimapositive Gebäude sind heute schon möglich.“ Die Bundesregierung müsse nun einen klaren Zielpfad vorgeben, ein konsequentes Monitoring einführen und an den richtigen Förderstellschrauben drehen – so könne sie zum echten Vorreiter werden.

Gebäudesanierungen mit baukulturellem Anspruch

Auch Markus Müller, Präsident der Architektenkammer Baden-Württemberg, weist auf notwendige Anreize hin: „Ehrgeizige Klimaschutzziele werden im Gebäudesektor nicht dadurch erreicht, dass sie politisch beschlossen werden, sondern durch Herunterbrechen auf sinnvolle Nachweisverfahren, Förderinstrumente und daraus resultierende operative Bautätigkeit.“ Deutschland habe nun die große Chance, sich als konsequent nachhaltiger Wirtschaftsstandort zu beweisen und sich Märkte der Zukunft zu erschließen. „So wird aus Klimaschutz ein Konjunkturprogramm.“

Und Joachim Brenncke, Vizepräsident BAK, fügt hinzu: „Energetische Sanierung ist immer dann gelungen, wenn sie Klimaziele erreicht und zugleich mit gestalterischer Kompetenz der Architektenschaft und baukulturellen Anspruch erfolgt, und so auch hohe gesellschaftliche Akzeptanz und internationale Vorbildfunktion erreicht.“

Lesen Sie hier das Positionspapier »

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