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Rampenheizung für Tiefgaragenzufahrt

Neubau eines Bürogebäudes in Schwabach
Freiflächen jederzeit eisfrei

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Nachhaltigkeit, Sicherheit und Betriebskosten spielen beim Neubau von Gewerbeimmobilien eine wichtige Rolle. Bei der technischen Gebäudeausstattung kommen deshalb vermehrt dezentrale Lösungen wie Durchlauferhitzer und Kleinspeicher zum Einsatz. Im neuen Raiba Center in Schwabach entschied man sich zudem für eine elektrische Rampenheizung in der Tiefgaragenzufahrt. Das automatisierte System gewährleistet ganzjährig die Verkehrssicherheit und wirtschaftlichen Betrieb.

Anforderung:

Büroneubau für die Zukunft: nachhaltig, sicher und wirtschaftlich planen

Lösung:

Automatische Rampenheizung für Tiefgaragenzufahrt und Durchlauferhitzer für dezentrale Warmwasserbereitung


René Bender, Pressereferent EHT/AEG Haustechnik GmbH, Nürnberg | be

Als die Raiffeisenbank Roth-Schwabach 2015 einen Neubau plante, stand schnell der Beschluss, an diesem Standort die Kompetenzen zu bündeln. Deshalb wollte die Bank einen Großteil ihrer elf Geschäftsstellen auflösen bzw. in SB-Terminals umwandeln. Gemeinsame Investoren des neuen Raiba Centers, das 2019 bezogen werden konnte, waren die Raiffeisenbank Roth-Schwabach und Uwe Feser Immobilien aus Schwabach.

In exzellenter Lage und mit direkter Anbindung zur Autobahn entstand dieses Bürogebäude der Zukunft. Denn in energetischer und ökologischer Hinsicht ist es auf dem neuesten Stand. Die Architekten Kehrwerk Planwerk aus Schwabach realisierten das Gebäude sechsstöckig und V-förmig, sodass es den westlichen Eingang zur Innenstadt prägt. Für die Nutzer bietet der Neubau ein Höchstmaß an Sicherheit und Komfort, zugleich schöpft er die Einsparmöglichkeiten maximal aus. Mit 85 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern belegt die Raiffeisenbank rund 50 % der Fläche im EG sowie auf zwei oberen Etagen. Die Büro- und Praxis-Flächen in den anderen Stockwerken sind vermietet.

Frostfreie Tiefgaragenzufahrt

Während das architektonische Konzept von Kehrbach Planwerk sichtbar und erfahrbar ist, sind die meisten technischen Innovationen unsichtbar. Dabei sind sie wichtig für das Wohnbefinden der Nutzer sowie für die Wirtschaftlichkeit und Effizienz des Gebäudes. Dazu zählt die Freiflächenheizung. Sie hält die 12 m lange Tiefgaragenrampe in den Wintermonaten schnee- und eisfrei, damit sie ganzjährig ohne Rutschgefahr begeh- und befahrbar bleibt.

Seit vielen Jahren bewähren sich AEG Freiflächenheizsysteme in Tiefgaragenrampen – in Kombination mit unterschiedlichen Oberbelägen. Im Raiba-Center sah die Planung einen Belag aus Gussasphalt vor. Hierfür kam die werkseitig vorkonfektionierte, montagefreundliche Heizmatte FFH 300 G zum Einsatz. Im Vorfeld wurde von der technischen Abteilung bei AEG Haustechnik ein detaillierter Verlegeplan erstellt, in dem alle Komponenten berücksichtigt sind – die Platzierung der Bodenfühler, die Position der zu beheizenden Ablaufrinnen, die Verlegerichtung der Heizmatten und die Position des Verteilerschranks. Das war Grundlage für den fachgerechten, zeitsparenden Einbau eines Systems mit optimal aufeinander abgestimmten Komponenten.

Rampenheizung spart Energie

Es kamen zwei AEG Bodenfühler zum Einsatz, die permanent die Bodenfeuchte und Bodentemperatur ermitteln, sowie ein Eismelder, der das Ein- und Abschalten der Flächenheizung steuert. Bei Frostgefahr und entsprechender Feuchtigkeit reagiert die Steuerungseinheit EM 50–2 und setzt den Heizprozess in Gang. Als Zweizonen-Eismelder kann er mit zwei Fühlern arbeiten und die Zonen bei unterschiedlichen Witterungseinflüssen getrennt regeln. Das ist z. B. der Fall, wenn ein Rampenbereich stark verschattet ist. Sobald die Bodenfühler – auch bei Minustemperaturen – Trockenheit signalisieren, schaltet sich die Heizung automatisch wieder ab.

Die Rampenheizung hat neben dem Sicherheitsaspekt noch andere Vorteile: Sie ist äußerst energiesparend, da die Steuerung ausschließlich auf die Temperaturen der Fahrbahnoberfläche reagiert und sich die Heizung erst bei zusätzlichem Aufkommen von Feuchtigkeit einschaltet. Auf den Einsatz von Tausalz kann verzichtet werden, was Bausubstanz und Natur gleichermaßen schützt – und zudem Kosten senkt.

In wenigen Schritten zur Rampenheizung mit Frostschutz

Die Verlegung und Installation der Rampenheizung ist generell einfach: Auf der ersten erkalteten Gussasphaltschicht wird die zu beheizende Fläche mit den werkseitig vorkonfektionierten Heizmatten belegt. Die Heizleiter sind durch eine robuste Mehrfachummantelung gut geschützt und hochgradig abrieb-, stoß- und schlagfest. Sie sind kurzzeitig temperaturbeständig bis 240 Grad und werden anschließend mit der zweiten Schicht Gussasphalt, etwa 30 mm, überzogen. Nach komplettem Einbau und Erkalten hält das Freiflächenheizsystem dauerhaft klimatischen Einwirkungen stand: sommerlicher Hitze, hoher Sonneneinstrahlung und tiefen Wintertemperaturen. Das System hat keine Verschleißteile und bedarf keiner Wartung.

Für den ausführenden SHK- und Elektrofachbetrieb war es von Vorteil, dass das System aufgrund des hohen Vorfertigungsgrads sehr einfach und zeitsparend verlegt werden kann. Die AEG Freiflächenheizmatten sind dabei sehr flexibel. Selbst in Kurven und Radien lassen sich die Bahnen problemlos verlegen. Dabei ist auf den korrekten Abstand der Heizmatten zueinander zu achten, sodass sich die Heizleiter nicht berühren. Bei der Befestigung der Bahnen auf der unteren Asphaltschicht werden nur die Gewebematten gedübelt. Sie dürfen alternativ genagelt oder mit Bolzenschussgerät fixiert werden – stets mit sicherem Abstand zur Leitung. Die Ablaufrinnen werden mit dem Heizkabel DIC 25 beheizt, damit das Schmelzwasser in den Rinnen nicht gefriert und den freien Ablauf verhindert.

Nachdem die Kaltleiter zu den Anschlusspunkten geführt sind, erhält die Rampe eine zweite, etwa 3 cm starke Asphaltschicht. Vor, während und nach der Verlegung werden Isolationswert und Widerstand der Heizmatten immer wieder gemessen und die Kontrollmessungen im Prüfprotokoll eingetragen. Die Funktionssicherheit der Rampenheizung ist somit sichergestellt.

Dezentrale Warmwasserversorgung

In weitläufigen Gebäuden verbraucht die zentrale Warmwasserversorgung unnötig viel Energie. Die dezentrale Warmwasserversorgung mit Durchlauferhitzern und Kleinspeichern spart hingegen Energie, denn sie ermöglicht die Wassererwärmung in unmittelbarer Nähe der Zapfstelle. Durch die verbrauchsnahe Installation entfallen Energieverluste, weil das notwendige Speichern und Verteilen des Wassers über komplexe Leitungssysteme entfällt. Zudem verringert sich der Wasserverbrauch erheblich, wenn Nutzer nicht erst viel kaltes Wasser abfließen lassen müssen, bevor es warm aus der Leitung kommt. Wichtigstes Entscheidungskriterium für die Planer des Raiba-Centers war aber die Sicherheit bei der Trinkwassererwärmung. Genauer gesagt: die Einhaltung der Trinkwasserqualität ohne zeit- und kostenintensive Hygienespülungen. Aufgrund der kurzen Leitungswege ist dezentral gezapftes Warmwasser stets hygienisch einwandfrei und bedarf auch keiner Legionellen-Untersuchungspflicht. Denn wo kein Warmwasser in Rohrleitungen steht, können sich auch keine Bakterien vermehren.

Mit ausgewählten dezentralen Geräten lassen sich die Bedürfnisse der Nutzer an den jeweiligen Entnahmestellen einstellen. So wird das Wasser genau in den Mengen und Temperaturen erhitzt, die wirklich benötigt werden. Und die erhöhten Anforderungen an Hygiene und Komfort werden außerdem erfüllt.

Insgesamt wurden 40 elektronische Klein-Durchlauferhitzer MTE 440 als Untertischgeräte in den WC-Anlagen installiert. Für Duschbereiche kamen zwei elektronische Durchlauferhitzer DDLE Easy zum Einsatz. In den Teeküchen und Behandlungsräumen der Arztpraxen entschied man sich für zwölf Untertisch-Kleinspeicher Huz 10 ÖKO mit 10 l Fassungsvermögen. Weitere sechs Kleinspeicher Hoz 10 (Übertisch) sowie 17 Huz 5 Basis (Untertisch) wurden für unterschiedliche Nutzungsbereiche im Gebäude eingesetzt.

  • Freiflächenheizmatten
  • Elektronische Klein-Durchlauferhitzer
  • Kleinspeicher

Projekt: Bürogebäude Raiba Center, Schwabach

Bauherren: Raiffeisenbank Roth-Schwabach und Uwe Feser Immobilien GmbH, Schwabach

Architekt (LP 1–9): Kehrbach Planwerk GmbH & Co. KG, Schwabach
www.kehrbach.de

Sanitär: Fritz Koch GmbH, Fürth

Elektro: e:tech Elektroservice GmbH, Nürnberg

Montage: MSP Multi Service Partner, Moers

Bürogeschossfläche: 7 724 m²

Bauzeit: 2016 – 2019

Investitionsvol.: ca. 17 Mio. Euro


Dipl.-Ing. (FH) Gerd Kehrbach: „Wenn das vollendete Gebäude die Bauweise unmissverständlich als das einzig Mögliche verdeutlicht, dann stellt sich die Architektur perfekt dar.“


Der Verlegeplan der Freiflächenheizung sieht möglichst keinen Leitungsfreiraum vor: So kann die Rampe durchgängig und gleichmäßig beheizt werden.


Mehr zum Thema

  • Flächenheizung auf bba-online

www.hier.pro/bba-online-flaechenheizung



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