Neues Minimalhaus in Trebesing in Kärnten

Kaskade am Hang

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Auf einem Hangwiesengrundstück im österreichischen Trebesing wollten sich die Architekten Ingrid Burgstaller und Michael Gebhard einen Rückzugsort schaffen. Entstanden ist das „Kuhwiesenhanghaus“: Das kompakte Minimalhaus staffelt sich gekonnt über vier Ebenen entlang der Hangneigung und wirkt dank eines offenen Raumkonzepts luftig und weit.

Anforderung:

Am Hang ausgerichtetes Minimalhaus mit großzügiger Atmosphäre trotz begrenzter Wohnfläche

Lösung:

Ein großes Raumvolumen mit kaskadenartig gestaffelten Ebenen sowie raumhohen Eckverglasungen


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Ingrid Burgstaller und Michael Gebhard sind Inhaber des Architekturbüros Morpho-logic und leben und arbeiten eigentlich in München. Burgstaller hat jedoch familiäre Bande nach Kärnten: Ihr Vater ist in Trebesing im Liesertal geboren und hat ihr das dortige Grundstück vererbt. Mit seiner großen Wiesenfläche dient es als Nahrungsquelle für die Rinder des benachbarten, verwandtschaftlich verbundenen Bauernhofes. Dies sollte auch – trotz des geplanten Neubaus – so bleiben.

Der Hang bestimmt die Form

Um den Eingriff in den Hang zu minimieren, wurde der Neubau auf eine stählerne Unterkonstruktion aufgeständert und mit Abstand auf das Gelände gesetzt. Durch die bodenschonende Bauweise bleibt unter dem Haus ein Lebensraum für Flora und Fauna.

Der Hang bestimmt die Außenform des Gebäudes ebenso wie die Raumgliederung im Inneren. „Wir wollten, dass man den Hang auch im Haus selbst spürt“, so die Architekten. Aus diesem Grund haben sie den Innenbereich des Gebäudes auf vier Ebenen angelegt, die durch Stufen miteinander verbunden sind und sich kaskadenartig entlang der Hangneigung staffeln.

„Wichtig war, dass man die wenigen Quadratmeter nicht in Räume unterteilt, sondern einen einzigen großen Raum – in unserem Fall ein Raumvolumen mit verschiedenen Ebenen – schafft“, erklärt Architekt Michael Gebhard. „Die Funktion der einzelnen Bereiche ergab sich dann durch die Hanglage und die daraus entstehenden unterschiedlichen Raumhöhen.“ Die lichten Höhen des „Gesamtraums“ variieren zwischen 2,50 m und 3,60 m. Oben am Hang liegt, niedrig und intim, die Schlafebene, darunter die Bad- und Eingangsebene, gefolgt vom schmalen Küchenpodest. Ganz unten schließlich befindet sich der Wohn-/Essbereich mit vorgelagerter und überdachter Terrasse. Hier ist die Raumhöhe am höchsten, der Bereich wirkt dadurch außerordentlich großzügig. „Das war uns wichtig, damit man sich nicht eingezwängt fühlt“, so die Architekten. Um die begrenzte Fläche optimal zu nutzen, wurden auch für die einzelnen Bereiche passende Lösungen gefunden. Im Schlafbereich verzichteten die Architekten z.B. auf ein Bett; stattdessen wird hier ein Futon ausgerollt – und im Boden ist eine Klappe eingelassen, in der man die Bettwäsche verstauen kann. Dadurch ist der Raum tagsüber frei nutzbar.

Verbindung von innen und außen

Für ein Gefühl der Großzügigkeit trotz begrenztem Raum sorgen auch die (Sicht-)Verbindungen nach draußen. Der sich talseitig öffnende, konische Grundriss verstärkt die Hinwendung zur umgebenden Berglandschaft. Die beiden großen, symmetrisch angeordneten Eckverglasungen lenken den Blick in Richtung der beiden Talseiten. Um eine möglichst freie Aussicht auf die beeindruckende Landschaft zu gewähren, wurde eine raumhohe Verglasung (3,60 m) realisiert. Die großen Scheiben wurden von einer deutschen Firma geliefert und verbaut – „weil das hier keiner machen wollte“, so die Architekten.

Zum Einsatz kamen zwei Holz-Aluminium-Pfosten-Riegel-Elemente mit Ganzglasecken (80°-Winkel) der Rauh SR Fensterbau GmbH – innen mit Brettschichtholz aus Lärche, außen mit Aluminium-Deckschalen in der Farbe „RAL 9006 Weißaluminium“ mit schmalen Ansichtsbreiten von 56 mm ausgestattet. Eine Zweifach-Isolierverglasung aus Verbundsicherheitsglas sorgt für hohen Wärmeschutz. Außerdem lieferte die Rauh SR Fensterbau GmbH für das Kuhwiesenhanghaus Holzfenster („IV67“) in der Holzart Lärche, ebenfalls mit Zweifach-Isolierverglasung sowie einem verdeckt liegenden Fensterfalzlüfter.

Eine Verbindung nach draußen schafft zudem die Dachterrasse, die vom Inneren des Gebäudes aus über eine Holzleiter zu erreichen ist. Eingefasst von der Attika, ist hier ein wind- und blickgeschützter, sonnen- und sternenexponierter Bereich entstanden, der auf den beeindruckenden gegenüberliegenden Zweitausendergipfel des Tschiernock ausgerichtet ist – und ein Gefühl unendlicher Weite vermittelt.

(Fast) alles in Lärche

Realisiert wurde das Kuhwiesenhanghaus in Holzfertigteilbauweise auf einer aufgeständerten Stahlkonstruktion. „Die Bauweise mit vorgefertigten Holzbauteilen ermöglicht ein hohes Maß an Präzision“, erklärt Architekt Michael Gebhard, „und natürlich eine zeitsparende Bauweise, was beim Holzbau aufgrund der Wetteranfälligkeit der Bauteile von großem Vorteil ist.“

Umgesetzt wurde der Holzfertigteilbau vom Unternehmen Weissenseer Holz-System Bau GmbH. Die Außenwände wurden in Holzriegelbauweise mit einer hinterlüfteten, unbehandelten Lärchen-Außenschalung ausgeführt. Sowohl Konstruktionsvollholz als auch Schalung stammen vom Unternehmen Hasslacher Norica Timber.

Die wenigen Innenwände wurden in Massivholz ausgeführt. Hier kam CLT (Cross Laminated Timber) von ZMP Holzbausysteme zum Einsatz, ein Massivholz-Bauprodukt aus kreuzweise verleimten Einschichtplatten. Es eignet sich nicht nur für Innenwände, sondern ebenso für Außenwände oder auch für Decken und Dachkonstruktionen. Je nach statischer Anforderung sind die CLT-Massivholzplatten in unterschiedlichen Dicken erhältlich und können bis zu 2,95 m x 16 m groß sein.

Die Innenseite der Außenwände wurde – wie die Außenseite – mit einer Lärchenschalung beplankt. „Nahezu alle Oberflächen sind in Lärche ausgeführt“, so Gebhard. „Die ist erstens heimisch und zweitens natürlich ein nachwachsender Rohstoff, der für ein gutes Raumklima, eine gute Akustik und eine warme Optik sorgt. Was will man mehr?“

Mit den Jahren wird die äußere Lärchenschalung verwittern und die Gebäudehülle eine silbergraue Patina entwickeln – was von den Architekten durchaus gewollt ist. Wie ein eigenwillig geformter Stadl, glaubt Gebhard, werde sich das Kuhwiesenhanghaus einst in die ländliche Umgebung einfügen und so aussehen, „als hätte es immer schon hier gestanden.“


Bauherren und Architekten: morpho-logic Architekten BDA Stadtplaner, München
www.morpho-logic.de

Standort: Trebesing in Kärnten, Österreich

Auszeichnung: Holzbaupreis Kärnten 2017


Architekt Michael Gebhard: „Wir wollten, dass man den Hang auch im Haus selbst spürt.“


Architekt Michael Gebhard: „Wichtig war, dass man die wenigen Quadratmeter nicht in Räume unterteilt, sondern einen einzigen großen Raum – in unserem Fall ein Raumvolumen mit verschiedenen Ebenen – schafft.“


Architekt Michael Gebhard: „Nahezu alle Oberflächen sind in Lärche ausgeführt. Die ist erstens heimisch und zweitens natürlich ein nachwachsender Rohstoff, der für ein gutes Raumklima, eine gute Akustik und eine warme Optik sorgt. Was will man mehr?“


Architekt Michael Gebhard: „Die Bauweise mit vorgefertigten Holzbauteilen ermöglicht ein hohes Maß an Präzision und natürlich eine zeitsparende Bauweise, was beim Holzbau aufgrund der Wetteranfälligkeit der Bauteile von großem Vorteil ist.“


Mehr zum Thema

  • bba-Fachbeitrag zum Chaletresort „Bergwiesenglück“ – Tiroler Stadlarchitektur am Hang

http://hier.pro/bba0918-bergwiesenglueck

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