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Neubau eines Einfamilienhauses in Zürich

Kompakter Sichtbetonbau auf kleiner Fläche

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Wo wenig Platz ist, braucht man viele Ideen – wie das fünfgeschossige Wohnhaus auf der kleinen Teilfläche eines Gewerbehofs in Zürich zeigt. Der in seiner Kompaktheit beeindruckende oberirdische Sichtbetonbau wurde mit einer doppelten Unterkellerung des Hofes verbunden, sodass zusätzlicher Platz für ein großzügiges Atelier entstand.

Anforderung:

Bebauung eines innerstädtischen Kleingrundstücks von nur 5 × 10 m mit einem Einfamilienhaus

Lösung:

Grundflächenminimierte und schlanke Bauweise aus Betonfertigteilen als „bewohnbarer Rohbau“


Markus Hoeft

Wohnen auf kleinem Raum in hoch verdichteten Städten hat verschiedene Dimensionen. Es lässt sich nicht nur auf den Aspekt der Mietenreduzierung bei hohen Quadratmeterpreisen beschränken. Die minimalistische Wohnform kommt auch dem Trend zu weniger Besitz an Gegenständen – und eben auch an Raum – bei einer aus beruflichen oder Ausbildungsgründen fast schon „nomadisch“ lebenden, urban geprägten sozialen Schicht entgegen. Ein Drittes schließlich kann der Grundstücksmangel in Ballungsräumen sein, der auch früher kaum beachtete Klein- und Restflächen für eine Bebauung infrage kommen lässt.

Gerade dieser Punkt inspirierte Holzer Kobler Architekturen in Zürich zu der sehr kompakten und individuellen Nachverdichtung mit dem Projekt ELLI. „Die bebaubare Grundfläche von nur ungefähr 5 × 10 m erschien am Anfang vielen Beteiligten als zu klein“, erinnert sich der projektverantwortliche Architekt bei Holzer Kobler Architekturen, Dennis Matthiesen. „Wir hatten die Idee, dort ein Einfamilienhaus zu errichten, das aber natürlich nicht der gängigen Kubatur dieses Bautyps entsprechen konnte. Stattdessen entstand auf der gewerblich genutzten Hoffläche ein fünfgeschossiges Wohnhaus mit minimaler Grundfläche. Gleichzeitig haben wir den Hof komplett mit einem doppelten Untergeschoss unterkellert und dort ein Atelier als großen stützenfreien Raum mit großzügigen Oberlichtern geschaffen.“

Logischer Zeilenabschluss

Die Größe und Ausrichtung der Wohnräume wurde vor allem von der Nachbarbebauung bestimmt: An der linken Seite schmiegt sich der schlanke Neubau an ein Wohnhaus und wirkt in der Straßenansicht fast so, als wäre die schmale Ergänzung schon immer der logische Abschluss dieser Zeile gewesen. Die rechte Seitenwand steht frei, hat mit einem sehr nahe stehenden Bürogebäude jedoch ein unmittelbares Gegenüber und durfte deshalb keine Fenster bekommen. Die Wohnräume orientieren sich dadurch mit großflächigen Fenstern konsequent zur Straße und zum Hof.

Trotz der geringen Grundfläche zeigen die drei unteren Geschosse eine deutliche Raumaufteilung mit abgeschlossenem Treppenhaus, Kinder- und Gästezimmer sowie Bädern. Darüber nehmen der Wohnbereich und die Küche unter Integration der Treppenläufe jeweils die ganze Geschossebene ein und ermöglichen trotz der begrenzten Grundfläche einen großzügigen Raumeindruck.

Solider Beton mit feiner Oberfläche

Innen wie außen präsentiert sich das Projekt mit einer bewusst gewählten und konsequent durchgehaltenen Ästhetik des „Rohen“. Das Fugenbild der Betonfertigteile prägt nicht nur die Fassade, sondern setzt sich auch auf den unverputzten Decken und Wänden im Innern fort. „Das Gebäude ist so quasi als ‚Rohbau‘ bewohnbar, ohne dass Einbußen bei Komfort oder Erscheinung in Kauf genommen werden“, erläutert die Architektin Barbara Holzer.

Maßgeblich für den architektonischen Eindruck ist die sehr feine und ästhetische Oberfläche auf beiden Seiten der vorgefertigten Thermowände: Zwei industriell vorgefertigte und durch die komplette Bewehrung verbundene Betonschalen wurden dafür nach dem Versetzen auf der Baustelle mit Beton vergossen. Auch die Wärmedämmung ist bereits werkseitig eingebaut und bestand in Zürich aus leistungsfähigem Resol-Hartschaum (WLG 022), was bei 45 cm Gesamtwanddicke einen ausgezeichneten Wert von 0,18 W/m²K ergibt.

Das „Rohe“ gestalten

Gerade angesichts der unter optimalen Produktionsbedingungen im Werk hergestellten hochwertigen Betonoberflächen für den Sichtbetonbau spielt die Fugenoptik eine prägende Rolle. Die Fugen sind mit einem speziellen Hybriddichtstoff (silanterminiertes Polymer „Ramsauer 320 Baudicht“) gefüllt. Neben den klassischen Abdichtungseigenschaften bot das Material die Möglichkeit der farblichen Anpassung gemäß Farbkarte des Herstellers und zeichnet sich – mit Blick auf die Innenanwendung – zudem durch eine geprüfte Emissionsarmut aus. Die Betonflächen selbst zeigen auf der Außenseite ihr klassisches Naturgrau, sind innen jedoch für eine helle Raumwirkung mit einer weiß pigmentierten Lasur beschichtet.

Auch die Treppen des gesamten Gebäudes wurden als Betonfertigteile eingebaut, sie fügen sich elegant und optisch äußerst reduziert in die Räume ein. Dafür ist zum einen ihre möglichst gering ausgeführte Breite verantwortlich, aber zum anderen auch das besonders schmale Treppen-„Geländer“. Es handelt sich um eine 10 mm dicke brünierte Stahlplatte, die bei wenig Grundflächenverbrauch die Wohnräume komplett vom „Treppenhaus“ abschließt und dabei gleichzeitig die Absturzsicherheit gewährleistet. Die Befestigungspunkte des Stahls wurden geschliffen und bleiben dadurch als blanke Teilflächen sichtbar. Ebenso übrigens die verspachtelten, aber nicht optisch kaschierten Öffnungen von Beton- und Bewehrungsankern in den Wandflächen.

Kombinierbare Einheiten

Das Wohnhaus mit seinen fünf oberirdischen Geschossen, das großflächige Atelier im unterkellerten Hof und weitere bestehende Büroräumlichkeiten im benachbarten Bürohaus stellen miteinander verbundene und kombinierbare Einheiten dar, die jederzeit auf sich ändernde Arbeits- und Lebensumstände reagieren können. Sie ergänzen sich also, können aber genauso gut unabhängig voneinander genutzt werden. Diese Flexibilität gewährleistet eine langfristige und damit nachhaltige Nutzung der Räume.

Projekt ELLI ist ein gelungenes Beispiel, wie sich kleine Parzellen im knappen innerstädtischen Raum effektiv nutzen lassen. So überrascht es auch nicht, dass Holzer Kobler Architekturen für ihren Sichtbetonbau eine ganze Reihe Preise gewinnen konnten, u.a. eine Anerkennung in der Kategorie „Living“ beim „AIT-Award 2018“ und die Auszeichnung Gold bei „best architects 19“.


Architekturbüro: Holzer Kobler Architekturen GmbH, Zürich, CH
www.holzerkobler.com

Mitarbeit: zweikant architekturen (Köln, D), rfp architekten (Wallisellen, CH), Weber + Brönnimann AG (Bern, CH), Michael Wichser + Partner AG (Dübendorf), Lichtvision Design GmbH (Berlin, D), Hager Partner AG (Zürich, CH)

Standort: Zürich, CH


Architekt Dennis Matthiesen: „Die bebaubare Grundfläche von nur ungefähr fünf mal zehn Meter erschien am Anfang vielen Beteiligten als zu klein.“


Architekt Dennis Matthiesen: „Wir hatten die Idee, dort ein Einfamilienhaus zu errichten, das aber natürlich nicht der gängigen Kubatur dieses Bautyps entsprechen konnte. Stattdessen entstand auf der gewerblich genutzten Hoffläche ein fünfgeschossiges Wohnhaus mit minimaler Grundfläche.“


Architektin Barbara Holzer: „Das Gebäude ist quasi als ‚Rohbau‘ bewohnbar, ohne dass Einbußen bei Komfort oder Erscheinung in Kauf genommen werden.“


Mehr zum Thema

  • bba-online-Dossier „Beton“ mit weiteren spannenden Projekten (kostenloser PDF-Download)

www.hier.pro/bba-dossier-beton-19

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