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Neues Einfamilienhaus auf schmalem Grundriss in Absam in Tirol

„Alltagsschloss“ mit Bergblick

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Räume mit extremen Beschränkungen führen manchmal zu besonderen Lösungen – so auch in der kleinen Gemeinde Absam in Tirol. Für eine verwinkelte, an einem Bachufer gelegene „Restfläche“ ohne Zufahrt hat der Architekt Geri Blasisker ein Einfamilienhaus auf ungewöhnlich schmalem Grundriss entworfen. Dank eines wohldurchdachten Raum- und Materialkonzepts sind dabei Räume von hoher Qualität entstanden, die der Enge erfolgreich trotzen.

Anforderung:

Eine an einem Bachufer gelegene, schmale Restfläche ohne Zufahrt mit einem Einfamilienhaus bebauen

Lösung:

Über Halbgeschosse erschlossenes Gebäude mit sechs Ebenen auf sehr schmalem Grundriss


vs

„Kein Baugrund, keine Flächenwidmung, kein Zugang, keine Zufahrt, verrückte Abmessungen – mit 50 m extrem lang, dafür nur 11 m breit –, auch noch mit einem Gerinne längs durch das Grundstück … Das waren so die ersten Parameter, mit denen die Idee entstand, diese am Bachufer gelegene ‚Restfläche‘ zu bebauen“, erzählt Bauherrin Leonice Knapp. Mit Geri Blasisker fand sie einen Architekten, der sich auf das gemeinsame Abenteuer einlassen wollte. „Bauen ist für mich zwar auch Broterwerb, aber vor allem Nahrung für den Kopf“, so der Architekt. „Besondere Herausforderungen erfordern Hingabe und Leidenschaft – beides Eigenschaften, die meinem Wesen entsprechen.“

Das Umfeld jedoch reagierte mit Kopfschütteln. „Nicht sonderlich förderlich waren ausnahmslos alle Stimmen von außen“, so erzählt es die Bauherrin. „Niemand glaubte daran und alle taten es kund.“ Tatsächlich dauerte es vom Projektstart bis zum Baustart sieben Jahre – erst dann waren sämtliche Genehmigungsverfahren überwunden. Die Errichtung des Rohbaus war nur während der Bauphase eines gemeinnützigen Wohnbaues auf dem östlich angrenzenden Grundstück möglich. In einem Zeitfenster von circa drei Wochen wurde der Rohbau errichtet. Die restlichen Materialien für den weiteren Ausbau mussten Stück für Stück zum Grundstück getragen werden. Nach zwei Jahren Bauzeit war der ungewöhnliche Baukörper schließlich fertiggestellt.

„Skepsis, auch ein wenig Angst, Unbehagen und der stete Gedanke: ‚Was machen wir da eigentlich‘ standen in unseren Köpfen in ständiger Konkurrenz mit Freude, Zuversicht und extremer Lust auf was Besonderes“, beschreibt Leonice Knapp diese Phase.

Sechs Ebenen auf schmalem Grundriss

„Das Grundstück war natürlich indirekter Formgeber der Bauaufgabe“, erklärt Architekt Geri Blasisker. Die schmalste Stelle des Hauses beträgt 1,20 m im Norden und 1,60 m im Süden. Erschlossen wird das Gebäude über eine zentral gelegene, zweiläufige Treppe. Die Erschließung über Halbgeschosse macht es möglich, die beiden Grundrisshälften auf sechs Ebenen zu nutzen – Dachterrasse inklusive.

Ganz unten, auf Ebene E1, befindet sich ein großes Schlafzimmer mit vorgelagertem Bad sowie ein Technikraum mit Lagermöglichkeiten. Über die Treppe gelangt man ins Halbgeschoss E2, wo sich ein geschlossenes Zimmer für Gäste bzw. Kinder befindet. Auf Ebene E3 wiederum befinden sich der Eingangsbereich, ein weiterer Sanitärraum sowie ebenfalls ein Zimmer für Gäste bzw. Kinder. Ein Halbgeschoss höher, auf Ebene E4, ist der Arbeitsbereich untergebracht. Von hier aus gelangt man über die Treppe in den Koch-, Ess- und Wohnbereich auf Ebene E5 und von dort schließlich auf die Dachterrasse (E6).

„Atmende“ Gebäudehülle

Trotz schmalem Grundriss wirkt das Innere des Einfamilienhauses nicht eng oder gar bedrückend, sondern luftig und weit. „Die Qualität eines Raumes hängt nicht zwingend von dessen Größe ab“, erklärt Geri Blasisker.

Um der ungewöhnlichen Gebäudeform das beste Raumklima zu verleihen, wurde die Gebäudehülle aus 50 cm dicken, mit Sand, Kalk und Zement verputzten Ziegeln errichtet. Zum Einsatz kamen dabei Planziegel „Porotherm 50 Plan“ von Wienerberger. „Die Schmalheit des Hauses erforderte aus meiner Sicht – dem Wohnklima geschuldet – eine offenporige, atmende und speichernde Außenhülle“, so der Architekt. „All diese Eigenschaften erfüllt dieser Ziegel. Darüber hinaus gibt der massive Ziegelstein dem schmalen Haus eine ‚gefühlte Stabilität‘ – und ist somit auch gestalterisches Mittel.“

Tatsächlich hat der Mauerziegel Porotherm 50 Plan durch seine kapillare Ziegelstruktur eine sehr gute klimaregulierende Wirkung und eignet sich aufgrund seiner Eigenschaften insbesondere für die monolithische Bauweise im Einfamilienhausbau. Zugelassen ist der Ziegel allerdings nur für den österreichischen Markt, die für den deutschen Markt zugelassene Entsprechung ist der „Poroton Planziegel T12“ mit einer Dicke von 49 cm sowie einer Wärmeleitfähigkeit von λ = 0,12 W/mK. Mit Mineralwolle oder Perlit gefüllt, erbringt der porosierte Hochlochziegel sogar mit geringeren Wanddicken eine sehr gute Wärmedämmung.

Der Außenputz ist eine Eigenkompositon aus Zement, Sand und Kalk. Die spezielle, eigentlich aber traditionelle Putztechnik erlaubt es, dass die Fassade im Laufe der Zeit eine Patina entwickelt und sich verändert.

Räume mit eigener Atmosphäre

Im Inneren kam ein weißer Kalkzementputz zum Einsatz. Insgesamt tragen die reduzierten Materialien und Farben dazu bei, dass der Innenbereich größer wirkt, als er tatsächlich ist. Boden- und Treppenbelag sowie Fenster wurden aus heimischer Lärche gefertigt – der Rest des Innenlebens inklusive Möbel ist in Weiß gehalten.

Die bewusst gesetzten Fenster sind teils raumhoch bzw. bodentief, teils nur als kleiner „Ausguck“ auf die umliegenden Berge ausgebildet. Insbesondere die raumhohen Fenster an den Schmalseiten des Gebäudes sorgen dafür, dass hier Licht und Luft in die Räume dringt und kein Gefühl der Enge entsteht. Im Inneren wird der Blick durch keine unnötigen Flächen aufgehalten. So wurde beispielsweise auf ein Treppengeländer verzichtet, was den ungestörten „Durchblick“ von einer Ebene zur anderen sowie weiter durch die Fenster nach draußen erlaubt.

Die in Weiß gehaltenen Möbel sind ebenfalls perfekt an den schmalen Gebäude-Grundriss angepasst und tragen zu einer hohen Raumqualität bei. Sie wurden vom Architekten entworfen und von einem Schreiner vor Ort gebaut. So wurde beispielsweise für den Arbeitsbereich ein langgezogenes Möbelstück mit einem Maximum an Arbeitsfläche sowie Stauraum entwickelt. Damit befindet sich im Koch- und Essbereich eine „Insel“, an der gekocht, gespült und gegessen wird, und ein langgezogenes Möbelstück an der Wand dient gleichzeitig als Sitzfläche sowie als Stauraum.

Ein maximales Gefühl der Weite lässt sich schließlich auf der Dachterrasse erleben. Hier öffnet sich der Blick auf die umliegende Tiroler Bergwelt – oder aber auf die üppige Vegetation rund ums Haus, beispielsweise die Apfelbäume, die auf dem Grundstück weitgehend erhalten wurden.

Würdevolles „Alltagsschlösschen“

Heute ist das schmale Haus nur zu Fuß über eine eigens dafür gefertigte Holzbrücke über den Amtsbach erreichbar. „Ich liebe dieses Projekt“, erzählt Geri Blasisker, „und beobachte mit großer Freude und Neugier das Verändern und würdevolle Altern des Objektes. Die verwendeten Materialien spielen dabei eine große Rolle.“ Und das Fazit der Bauherrin? „Es hat sich gelohnt“, sagt Leonice Knapp. „Getragen von Leidenschaft und bedingungslosem Vertrauen steht nun Jahre später das ‚Alltagsschlösschen‘ selbstbewusst auf der Fläche, als wäre es immer schon dagewesen.“


Bauherrin: Leonice Knapp

Architekt: Geri Blasisker, Innsbruck, Österreich
www.blasisker.com

Standort: Absam in Tirol, Österreich


Architekt Geri Blasisker: „Die Qualität eines Raumes hängt nicht zwingend von dessen Größe ab.“


Architekt Geri Blasisker: „Die Schmalheit des Hauses erforderte aus meiner Sicht – dem Wohnklima geschuldet – eine offenporige, atmende und speichernde Außenhülle.“


Architekt Geri Blasisker: „Der massive Ziegelstein gibt dem schmalen Haus eine ‚gefühlte Stabilität‘ – und ist somit auch gestalterisches Mittel.“


Architekt Geri Blasisker: „Ich liebe dieses Projekt und beobachte mit großer Freude und Neugier das Verändern und würdevolle Altern des Objektes.“


Bauherrin Leonice Knapp: „Es hat sich gelohnt. Getragen von Leidenschaft und bedingungslosem Vertrauen steht nun Jahre später das ‚Alltagsschlösschen‘ selbstbewusst auf der Fläche, als wäre es immer schon dagewesen.“


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