Startseite » Wärmedämmung » Innendämmung »

Wärmedämmfassade für nachträgliche Innendämmung

Umnutzung und energetische Sanierung einer alten Kühlhalle im Denkmalschutz, Coburg
Innen keramisch gedämmt

Infoservice
Sie können folgende Produkt-Informationen der im Beitrag erwähnten Hersteller über den Infoservice kostenfrei anfordern:Wie funktioniert der bba-Infoservice? Zur Hilfeseite »
Die denkmalgeschützte Kühlhalle des ehemaligen Coburger Schlachthofs wurde nach behutsamer Generalsanierung zur neuen Heimat für Gründer, Kreative und Freiberufler. Entwurf und Planung übernahm das Nürnberger Architekturbüro Bär/Kühhorn. Die energetische Ertüchtigung der Fassade erfolgte als Innendämmung mit Wärmedämmfassade, einer robusten und hoch wärmedämmenden Ziegelschale mit Perlitfüllung.

Anforderung:

Authentische Sanierung des denkmalgeschützten Gebäudes von 1928 mit Nachhaltigkeit

Lösung:

Diffusionsoffenes, kapillaraktives Innendämmsystem ‚Wärmedämmfassade‘: klimaneutral, emissionsarm, wohngesund


Sabine Heinrich-Renz | be

Großen Aufschwung erfuhr die Stadt Coburg im 19. Jahrhundert durch den Eisenbahnbau 1858, der die Residenzstadt mit Thüringen und Bayern verband. Mit der darauffolgenden Industrialisierung entstanden zahlreiche Infrastruktureinrichtungen wie der Schlachthof, der 1880 am Stadtrand entlang der Bahngleise errichtet wurde.

Seit seiner Schließung 2013 lag das Schlachthofgelände brach. Lange war nicht klar, was aus den Gebäuden sowie dem gesamten Areal werden sollte. Letztendlich bevorzugte der Stadtrat eine städtische Lösung.

Mit der Entwicklung beauftragt, realisiert die Coburger Wirtschaftsförderung (Wifög) seither auf dem gesamten Areal ein „Leuchtturmprojekt“, in dem sich „Wirtschaft, Wissenschaft, Dienstleistung und Kultur ergänzen und befruchten“ sollen. Gestartet wurde dieses mit der Sanierung der vom Schlachthof übrig gebliebenen Gebäude aus Kühlhalle und Verwaltungsvilla. Fassaden und Gebäudestrukturen sollten erhalten bleiben, Anfang Oktober 2020 erfolgte der offizielle Baubeginn. Bereits frühzeitig standen die neuen Bewohner fest: zum einen die Hochschule Coburg mit ihrem Projekt „Creapolis“ und dem für alle Studierenden und Bürger offenstehenden „Makerspace“ im UG. Zum anderen nutzt das digitale Gründerzentrum „Zukunft.Coburg.Digital“ das OG als Co-Working-Space für Existenzgründer.

Industriecharakter erhalten

Der Schlachthof wurde seit seiner Gründung 1880 bis in die 1970er Jahre mehrmals umgebaut und erweitert, die Kühlhalle selbst 1928 errichtet. Das zu sanierende knapp 73 m lange Hallengebäude ist als konischer Riegel mit zwei Geschossen und Walmdach in Richtung Osten parallel zum geländeprägenden Fluss Itz ausgerichtet. Trotz jahrelangem Leerstand war die vorgefundene Bausubstanz in gutem Zustand. Der Charakter des Gebäudes sollte laut Bauherrn erhalten bleiben, die vorhandene Bausubstanz bzw. vorgefundenen Materialien im Sinne der Nachhaltigkeit, wo möglich, wieder verwendet, neu interpretiert und wieder eingesetzt werden.

Um möglichst große Räume für den Nutzungszweck der beiden Mieter zu erhalten, wurden Zwischenwände entfernt und ein neuer großzügiger Grundriss gesetzt. Die vorhandene Bodenplatte wurde durch einen dünnen Aufbau mit zementgebundener Perlite-Schüttung auf ein einheitliches Niveau gebracht. Verwendet wurden Bestandsdecken als Schalung für die neuen. Die alten Stützen konnten erhalten werden und wurden ertüchtigt, sodass sie die neu eingezogenen Betondecken tragen. Völlig intakt war der Dachstuhl, er wurde nur einheitlich weiß gestrichen. Die Fenster, die zum ursprünglichen Charakter des Gebäudes beitragen, wurden in ihrer Form beibehalten und durch neue Sprossenfenster mit kontrastierenden Rahmen ersetzt. Zum industriellen Charme passen die weißen Wände, anthrazitfarbene Gussbetonböden und Metallgeländer.

Robuste und langlebige Wärmedämmfassade als Innendämmung

Auch die Außenhülle blieb bestehen. Um die Fassade der denkmalgeschützten Halle nicht zu verändern, wurde sie mit einer Innendämmung aus Poroton-WDF-80, einer robusten, keramischen Wärmedämmfassade mit perlitgefüllter Ziegelschale, versehen. Ziegelschale plus Perlitfüllung punkten vor allem unter bauphysikalischen Aspekten mit Diffusionsoffenheit und systemgerechtem Aufbau zur Bestandswand. Der U-Wert der Außenhaut konnte so auf 0,65 W/m²K gesenkt werden.

Im Gegensatz zu anderen Dämmsystemen wird das System nicht an die bestehende Wand geklebt, sondern freistehend davor aufgemauert. Die Verarbeitung der WDF konnte deshalb auf beiden Geschossen schnell und einfach in bewährter Planziegelbauweise erfolgen, die den Verarbeitern von Raab Bau leicht von der Hand geht, weil sie diese von Neubau-Projekten bereits kannten. Dabei konnte auch intakter Bestandsputz bestehen bleiben. Eventuelle Probleme durch lose Putzstellen wurden ebenso vermieden wie Unebenheiten und unterschiedlichen Wanddicken der Bestandswände, die während des Versetzens der WDF-Ziegel ausgeglichen wurden. Weder Gewebeeinlagen noch Folienabdichtungen sind bei diesem Wandaufbau erforderlich.

Ein weiteres Argument, das für Poroton-WDF in dem öffentlich genutzten Gebäude sprach, ist die hohe mechanische Stabilität und Widerstandsfähigkeit. Das beweist die erfolgreiche Prüfung des Systems auf seine „Ballwurfsicherheit“ in Anlehnung an die „DIN 18032–3 Sporthallen – Hallen für Turnen und Spielen und Mehrzwecknutzung.

Nachhaltigkeit hatte Priorität: Keramische Wärmedämmfassade

Poroton-WDF von Schlagmann Poroton ist in den Stärken 180, 120 und 80 mm lieferbar. Sie überzeugt im Vergleich zu herkömmlichen Dämmsystemen durch eine robuste, langlebige Konstruktion sowie sehr niedrige Instandhaltungskosten. Die massive Ziegelwand ist mit dem natürlichen Dämmstoff Perlit gefüllt, einfach und sicher in der Verarbeitung. Außerdem bietet sie einen hohen Brandschutz. Das System erfüllt alle Aspekte einer baubiologisch sinnvollen und ökologischen Wärmedämmung. Es trägt dazu bei, Energiekosten erheblich zu reduzieren und steigert den Wert einer Immobilie. Poroton-WDF ist ein diffusionsoffenes, kapillaraktives Innendämmsystem. Die porige Struktur des mineralischen Baustoffs ermöglicht eine optimale Feuchtepufferung im Innenraum und schafft auf diese Weise ein angenehmes Raumklima.

Weitere Pluspunkte der Poroton-WDF sind Wärmeschutz, Feuchteschutz, ein einheitlicher Putzgrund. Dazu kommen noch Aspekte wie Wohngesundheit und Brandschutz. Das natürliche Material ist frei von Schadstoffen und Ausdünstungen, verhindert Schimmel und Veralgung. Seit 2020 ist das System auch als klimaneutrales Bauprodukt vom TÜV Nord zertifiziert.

Das Poroton-WDF-System trägt neben dem natureplus-Gütezeichen auch das Siegel des „Blauen Engels“ für den nachhaltigen, emissionsarmen und wohngesunden Perlit-Dämmstoff. Das WUFI-Siegel des Fraunhofer-Instituts bestätigt, dass das Produkt dem Feuchteschutznachweis nach DIN 4108 entspricht und alle Daten in der Datenbank des Instituts hinterlegt sind.


Projekt: Umnutzung und energetische Sanierung Kühlhalle Coburg

Standort: Schlachthofstr. 1, 96450 Coburg, Deutschland

Bauherrin: Stadt Coburg

Mieter: Wirtschaftsförderung der Stadt Coburg (Wifög)

Architektur: Bär Kühhorn Architekten GmbH, Nürnberg
www.b-k-architekten.de

Bauunternehmen: RAAB Baugesellschaft mbH & Co. KG, Ebensfeld, Projektleiter: Erich Zenglein
www.raab-bau.de

Energieberatung: Dieter Spaderna, Ebensfeld
www.spaderna.org

Bauzeit: Oktober 2020– Dezember 2021

Inbetriebnahme: Frühjahr 2022

Baukosten: ca. 5,5 Mio Euro


Konstruktion vorher/nachher (Massivbau)

  • vorher: Vollziegel d= 40 cm; U-Wert: 0,8 W/(m²K)
  • nachher: Vollziegel d= 40 cm + Poroton-WDF d=8 cm + Mörtel Hinterfüllung d=2 cm (beidseitig verputzt); U-Wert: 0,65 W/(m²K)
  • Verlegte Fläche mit Wärmedämmfassade WDF: ca. 1.000 m²

 



Hersteller
Weitere bba-Artikel und Produkt-Informationen finden Sie in den Herstellerprofilen:
Infoservice
Wie funktioniert der bba-Infoservice? Zur Hilfeseite »
Unsere Top-3-Projekte des Monats
MeistgelesenNeueste Artikel

Infoservice
Vielen Dank für Ihre Bestellung!
Sie erhalten in Kürze eine Bestätigung per E-Mail.
Von Ihnen ausgesucht:
Weitere Informationen gewünscht?
Einfach neue Dokumente auswählen
und zuletzt Adresse eingeben.
Wie funktioniert der bba-Infoservice? Zur Hilfeseite »
Ihre Adresse:














Die Konradin Medien GmbH erhebt, verarbeitet und nutzt die Daten, die der Nutzer bei der Registrierung zum bba-Infoservice freiwillig zur Verfügung stellt, zum Zwecke der Erfüllung dieses Nutzungsverhältnisses. Der Nutzer erhält damit Zugang zu den Dokumenten des bba-Infoservice.
AGB
datenschutz-online@konradin.de