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Nass- oder Feuchtraum

Innentüren für feuchtigkeitsbelastete Räume
Nass- oder Feuchtraum

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Holztüren in feuchtigkeitsbelasteten Räumen stellen eine Herausforderung dar – sind aber möglich, wenn man sich am RAL-Gütezeichen für Feucht- und Nassraumtüren orientiert. Die Alternative sind Türen aus Aluminium oder Edelstahl, die in öffentlichen Duschen, Großküchen oder ähnlichen Objekten jedoch ebenfalls besondere Aufmerksamkeit verlangen.

Anforderung:

Innentüren für Sanitärräume, Schwimmbäder, Großküchen etc.

Lösung:

Türen aus Holz/Holzwerkstoffen mit Gütekennzeichnung oder aus korrosions-sicherem Aluminium bzw. Edelstahl


Markus Hoeft

Bauteile in Feucht- oder Nassräumen sind besonderen, über das Maß ihrer normalen Beanspruchung hinausgehenden Belastungen ausgesetzt. Für feuchtigkeitsempfindliche Bauelemente oder Materialien gibt es dann entweder spezielle Ausführungen für Nassräume oder alternative Bauweisen mit feuchtigkeitsresistenten Baustoffen bzw. Systemen. Soweit so einfach. Das Problem liegt jedoch weniger darin, Lösungen für Nassräume zu finden, sondern eher in der Aufmerksamkeit und Verantwortung, die Feuchtigkeitsbeanspruchung eines Raums in der Planung zu erkennen und in ihrer Wirkung richtig einzuschätzen. Denn nicht jeder Raum, in dem mit Wasser umgegangen wird, ist deshalb gleich ein Feucht- oder gar Nassraum. Und wodurch unterscheidet sich ein Feucht- von einem Nassraum? Die Beantwortung dieser Fragen entscheidet darüber, wie viel Mehraufwand für feuchtigkeitsbeständige Lösungen in einer konkreten Situation betrieben werden muss, der in vielen Fällen ja auch höhere Kosten sowie eine zusätzliche Aufmerksamkeit bei der Planung, Ausschreibung und Bauüberwachung verlangt.

Es ist also nicht sinnvoll, bei jedem Tropfen Wasser, der in der Nähe eines Bauteils auftreten könnte, gleich zu einem Feuchtraumbauteil zu greifen. Andererseits kann eine Unterschätzung der Feuchtigkeitsbeanspruchung zu Schäden am Bauteil führen, etwa wenn Holzwerkstoffe aufquellen oder Metalle korrodieren. Selbst wenn es nicht zu einem funktionalen Ausfall kommt, verursacht die Wasserbeanspruchung eventuell optisch unschöne Schmutzfahnen oder Ausblutungen.

Zu den Bauteilen, bei denen eine Unterscheidung normaler und feuchtigkeitsbeständige Ausführungen wichtig sein kann, gehören Türen und ihre Zargen. Betroffen sind wegen der Quellneigung des Werkstoffs in erster Linie Holztüren, aber auch bei Türen aus anderen Materialien muss auf die Wasserbelastung geachtet werden, beispielsweise bei der Auswahl der Beschläge, Abdichtungen und eventuellen weiteren Ausstattungen.

Intensität von Spritzwasser und Wasserdampf

Eine Grundlage für die Prüfung und Bewertung von Holztüren bildet das RAL-Gütezeichen RAL-GZ 426 Innentüren aus Holz und Holzwerkstoffen (aktuelle Ausgabe 2020–09). Teil III ist speziell den Feucht- und Nassraumtüren gewidmet und gibt Definitionen dieser Raumkategorien. Danach liegt ein Feuchtraum vor, wenn das Türblatt kurzfristiger Feuchteeinwirkung durch hohe Luftfeuchtigkeit oder direktes Spritzwasser ausgesetzt ist.

Das häusliche Badezimmer im Wohnungsbau muss im Normalfall nicht zu den Feuchträumen gerechnet werden, sofern ein ausreichender Abstand oder Schutz zwischen dem Duschplatz und der Tür besteht sowie eine Fensterlüftung möglich oder alternativ eine leistungsfähige maschinelle Entlüftung vorhanden ist. Hier wird davon ausgegangen, dass die Bewohner eine dauerhaft hohe Luftfeuchtigkeit durch Lüften verhindern. Anders kann die Beurteilung bei fensterlosen oder sehr kleinen Sanitärzellen sein sowie bei Bädern in Hotels oder Wohnheimen aller Art ausfallen. In diesen Fällen muss mit weniger Sorgfalt bei der Benutzung und weniger Disziplin beim Lüften gerechnet werden, sodass je nach konkreter baulicher Situation eine Einstufung als Feuchtraum sinnvoll sein kann.

Ein Nassraum liegt vor, wenn die Tür langanhaltender Nässeeinwirkung und häufigem Spritzwasser ausgesetzt ist. Klassische Beispiele sind öffentliche Duschräume oder Badeanstalten sowie Poolanlagen und Saunen in Hotels. Je nach Bauweise und Nutzungsart können aber auch Großküchen sowie bestimmte Labore oder Produktionsanlagen eine hohe Feuchtigkeitsbelastung mit tropfendem Wasser aufweisen.

Schimmelfrei dank DIN-Prüfungen

Manchmal muss es Holz sein

Es stellt sich natürlich generell die Frage, ob man für die hier beschriebenen Anlagen mit Feuchte- oder Nassbelastung überhaupt Türen aus Holz oder Holzwerkstoffen verwenden sollte. In bestimmten Fällen kann diese Forderung jedoch auftreten, etwa im Hinblick auf die Kosten oder auf das geringe Türgewicht und Benutzungskomfort. Eventuell liegt auch der Bauherr besonderen Wert auf Holz als nachhaltigen Baustoff oder es soll eine bestimmte geschlossene Gestaltungsidee für alle Türen eines Gebäudes verwirklicht werden – sowohl im trockenen als auch im feuchten Bereich.

Für diese Fälle gibt es das Gütezeichen RAL-GZ 426 ein Werkzeug an die Hand, mit dessen Hilfe sich geeignete Türen und die dazugehörigen Zargen ermitteln lassen. Auf sichtbare Holzoberflächen muss man jedoch in vielen Fällen verzichten. Typisch sind Oberflächen aus HPL-Schichtstoffen, PU-Kanten sowie Kunststoff-Einleimer. Die höherbelasteten Nassraumtüren werden teilweise komplett ohne Holz oder Holzwerkstoffe angeboten.

Eine weitere Einschränkung bei der Verwendung von Holz ergibt sich bei den Zargen, die im Nassraum in jedem Fall aus Aluminium oder Edelstahl bestehen sollten. Auch in den weniger beanspruchten Feuchträumen können holzfreie Zargen sinnvoll sein, hier sollten die Vorgaben des jeweiligen Herstellers beachtet werden.

Korrosionssicherheit auch für Beschläge

Die Alternativen zu Holz oder Holzwerkstoffen für Türen unter Feuchtigkeitsbelastung sind Edelstahl und Aluminium. Verzinkter Stahl ist nicht zu empfehlen, weil die kleinteilige Geometrie im Türfalz kaum eine dauerhaft sichere Verzinkung zulässt. Selbst wenn es nur kleine Roststellen geben sollte, die vielleicht nicht die Funktionalität beeinträchtigen, haben sie doch deutliche Einschränkung beim optischen Eindruck zur Folge.

Edelstahl bietet sich vor allem an, wenn neben der Feuchtigkeitsbelastung auch mit einer chemisch aggressiven Atmosphäre gerechnet werden muss (Produktionsanlagen, Labore) oder wenn besondere hygienische Anforderungen bestehen (Großküchen). Aluminium punktet vor allem durch seine gute Beschichtbarkeit, die sehr individuelle und objektbezogene Gestaltungen ermöglicht.

Die Werkstoffe Edelstahl und Aluminium sind von Haus aus feuchtigkeitsresistent, trotzdem müssen im Nassbereich bestimmte Rahmenbedingungen beachtet werden. Etwa an der Fuge zwischen Türzarge und Wand, in die bei ungeschützter Ausführung Wassertropfen hineinfließen können. Eine gängige Lösung ist hier die Silikonfuge, die jedoch anfällig für Verschmutzungen ist und eine regelmäßige Wartung oder sogar Erneuerung benötigt. Besser sind darum integrierte Wandanschlussdichtungen in den Umfassungszargen, wie sie z.B. Küffner anbietet.

Unabhängig vom Material der Tür oder Zarge müssen im feuchtigkeitsbelasteten Bereich außerdem alle Beschläge wie Bänder, Drücker oder Schloss aus korrosionssicherem Material bestehen. Darüber hinaus ist zu beachten, dass die Wasserbelastung nicht nur aus der normalen, bestimmungsgemäßen Benutzung entstehen muss.

Auch in ansonsten nicht besonders beanspruchten Räumen kann es bei der Raumreinigung und hier speziell beim Aufwischen des Fußbodens zu verstärktem Wasseranfall kommen. Betroffen sind naturgemäß die unteren Abschlüsse der Türen und Zargen, wofür Schörghuber z. B. einen etwa 5 cm hohen Sockel aus feuchteunempfindlichem Material entwickelt hat, der als optionale Ergänzung Holzzargen und bei Bedarf auch Türblattunterkanten schützt.

Neben der Feuchtigkeits- bzw. Nässebeständigkeit müssen die Türen in vielen Fällen zusätzliche Funktionen beim Feuer- und Rauchschutz, dem Schallschutz und der Einbruchhemmung erfüllen, was in vielen Sortimenten möglich ist.


Eine Grundlage für die Prüfung und Bewertung von Holztüren bildet das RAL-Gütezeichen RAL-GZ 426 Innentüren aus Holz und Holzwerkstoffen (aktuelle Ausgabe 2020–09). Teil III ist speziell den Feucht- und Nassraumtüren gewidmet und gibt Definitionen dieser Raumkategorien.


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