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Holztüren mit Schall- und Brandschutz für Büroräume

Neubau eines Unternehmenssitzes in Karlsruhe
Offen für den Dialog

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Der neue Unternehmenssitz nach Plänen des Architekturbüros Lederer Ragnarsdóttir Oei aus Stuttgart setzt auf offene Arbeitswelten, auf Raum für flexibles Arbeiten und kreative Entfaltung. Ahorn als Wandbekleidung und Türoberfläche korrespondiert mit dezenter Farbgestaltung und viel Tageslicht. Die Holztüren sind da, wo erforderlich, mit Lichtausschnitten, Oberlichtern, Feuchte-, Brand- und Schallschutz ausgestattet.

Anforderung:

Firmenzentrale mit dem Anspruch einer „dialogischen Unternehmenskultur“

Lösung:

Organische Grundrissformen: akustisch wirksame Gipskartonwände, Holzlamellenverkleidung und Schallschutz-Holztüren


Irene Hanig, Lindner-Group | be

Der Satz aus Goethes Faust „Hier bin ich Mensch, hier darf ich sein“ hat für das Unternehmen „dm-drogerie markt“ eine wichtige Bedeutung. Dieser wird nicht nur in der Unternehmenskommunikation als „Hier bin ich Mensch, hier kauf ich ein“ interpretiert, sondern findet sich auch in der gesamten Unternehmenskultur wieder. Angefangen von der einladend-kundenfreundlichen Gestaltung der rund 3 765 dm-Märkte in ganz Europa bis hin zum Wertebild des Gründers Prof. Götz W. Werner, das den Menschen und das „Erkennen seines Wesens“ in den Mittelpunkt stellt. Dabei wird auf eine „dialogische Unternehmenskultur“gesetzt, auf „Austausch auf Augenhöhe, Dynamik und flache Hierarchien“ genauso auf den Willen der Mitarbeiter zur Mitgestaltung und Entwicklung.

Diese Haltung spiegelt sich auch in der Architektur des „dialogicums“ im Karlsruher Stadtteil Durlach wider. Unweit davon eröffnete 1973 die erste dm-Drogerie in der Karlsruher Innenstadt. Der neue Unternehmenssitz nach Plänen des Architekturbüros Lederer Ragnarsdóttir Oei aus Stuttgart setzt auf offene Arbeitswelten, auf Raum für flexibles Arbeiten und kreative Entfaltung.

So entstand auf 41 000 m2 ein wabenförmiges, flächiges Gebäudekonstrukt mit maximal vier Geschossen, das mit acht begrünten Innenhöfen viel Platz und Licht für bis zu 1 800 Mitarbeiter bietet. Das gesamte Gebäude wird dabei von einer Magistrale durchzogen, begleitet von skulptural gestalteten Treppenhäusern. Zur Ostseite hin befinden sich außerdem ein großes Mitarbeiterrestaurant und ein autark nutzbarer Veranstaltungssaal für ca. 260 Personen.

Gegenüber entstand ein weiteres Gebäude mit zwei Sondernutzungsflächen mit weiteren Besprechungsräumen als Ausweichfläche sowie ein begrüntes Parkhaus mit vier Ebenen. Dank der intensiven Dachbegrünung und der steil zulaufenden Gebäudeform wirkt das Gebäude fast wie ein Hügel, der sogar mit Obstbäumen bepflanzt wurde und so auch den Grünraum entlang der Durlacher Allee ergänzt. Gleichzeitig wird damit das Verwaltungsgebäude sowohl akustisch als auch optisch von der naheliegenden Autobahn abgegrenzt.

Naturnahe Materialien mit Holztüren

Im dialogicum setzt sich der Bezug zur Natur fort. Natürliche Materialien und Details wie die begrünten Innenhöfe, Ahorn als Wandbekleidungen und als Türoberflächen sowie helle Solnhofer Steinplatten korrespondieren mit einer dezenten Farbgestaltung und viel Tageslicht.

Für den Ausbau der Innenräume war in weiten Teilen die Lindner Group verantwortlich. Der Geschäftsbereich Objektdesign produzierte, lieferte und montierte insgesamt 606 Holzinnentüren, teils mit Ahornfurnier, teils mit weißem HPL-Dekor. Um die einladende, lichtdurchflutete Atmosphäre im Gebäude zu unterstützen, verbaute Lindner vor allem in den Fluren und Büroräumen Türelemente mit Lichtausschnitt bzw. Seiten- und/oder Oberlichter. Genauso war hier der Brandschutz ein wichtiges Thema, die Holztüren entsprechen nicht nur den T30-Vorgaben, sondern sind auch mit der automatischen Brandmeldeanlage rückgekoppelt.

Bei den Sanitärräumen wurden diese mit entsprechender Feuchtraumeignung ausgeführt. Auch die vollflächigen Wandbekleidungen bzw. Designdetails wie die akustisch wirksamen Holzlamellenwände zum und im Veranstaltungssaal stammen von Lindner Objektdesign. Bei den Türen achtete man auf viele kleine Details: Zum Saal hin sorgt eine 100 mm starke Doppelflügeltür für einen Schallschutzwert von 42 dB. Auch die raumhohe Holzverkleidung des Zugangs ist akustisch wirksam, genauso wie die Lamellenwände im Inneren des Veranstaltungsraums.

Trockenbau für besondere Formen

Auch den aufwendigen Trockenbau führte Lindner aus. Fokus lag hier einerseits auf einer detailgenauen Umsetzung bei den teils organisch geformten Grundrissen, andererseits auf den hohen Anforderungen an Schallschutz in allen Bereichen. In den Büroräumen wählte man wellenförmige Randbalken als Abschluss von den tragenden Betonunterzügen zur Wand hin. Die Sonderformteile aus Gipskarton verlaufen komplett entlang der Fassade zu den Innenhöfen hin. Hier sind nicht nur die Kabeltrassen gekonnt versteckt, sondern auch ein indirektes Beleuchtungssystem integriert.

In den Besprechungszonen der verschiedenen Ebenen und im Erdgeschoss versah man die Wände zusätzlich mit maßgefertigten, akustisch wirksamen Vorsatzschalen aus Gipskarton-Lochplatten. Auch die spiralförmigen Treppenhäuser, insgesamt 16 Stück, verkleideten die Lindner Trockenbauteams mit einer runden Akustikverkleidung zum Bürobereich hin. Als optischer Abschluss der skulpturalen Treppenaufgänge wurden runde, frei hängende Decken mit LEDs eingebaut. In der Restaurantküche schaffen Lichtkuppeln zusätzliches Tageslicht. Offene Lufträume sorgen im Eingangsbereich für ein angenehmes, natürliches Licht. Die Mitte des Raums wurde als ovale Gipskartondecke ausgeführt. Darüber befindet sich im 1. OG ein ovaler Konferenzraum, auch von Lindner ausgebaut.

Insgesamt verbaute Lindner 14 000 m² Gipskartonwände, ca. 8 000 m² Vorsatzschalen, ca. 2 500 lfm Randbalken und fertigte in der eigenen Schreinerei 606 Holztüren in verschiedenen Ausführungen sowie Einbaumöbel und Wandbekleidungen aus Ahornfurnier.

Die Architektur erhielt eine Anerkennung beim Balthasar Neumann Preis 2021 und eine Hugo-Häring-Auszeichnung 2020.


Neubau: Firmenzentrale, Karlsruhe

Bauherr: dm-drogerie markt GmbH + Co. KG, Karlsruhe

Architektur: LRO Lederer Ragnarsdóttir Oei, Stuttgart
www.archlro.de

Projektsteuerung: FC-Gruppe Projektsteuerung GmbH, Ettlingen

Objektüberwachung: Ernst2 Architekten AG, Stuttgart

Tragwerksplanung: Ingenieurbüro Dr. Binnewies, Hamburg

Prüfstatik: Ingenieurgruppe Bauen, Karlsruhe

Bauphysik: ITA Ingenieurgesellschaft für technische Akustik mbH, Wiesbaden

Brandschutz: Halfkann + Kirchner PartGmbB, Erkelenz


Jury-Würdigung für Hugo-Häring-Preis 2020: „Den Verfassern gelingt ein kluges Statement zum klimagerechten Bauen: Das Verhältnis Hüllfläche / Volumen wird nicht nur zugunsten von Licht und Luft verändert; das Wohlbefinden der Nutzer ist dem guten Mikroklima zuzuschreiben, dessen Ursprung die bepflanzten Innenhöfe sind. Mit der holistischen Bearbeitung von Konstruktion, Raumrhythmus, Materialität und konsequenter Detaildurchbildung wird eine atmosphärische Dichte erzielt, die ihresgleichen sucht.“


Schnelle raumakustische Berechnungen

Mit dem Raumakustikrechner lassen sich einfach und rasch Lindner Produkte (Decke, Heiz- und Kühldecken, Boden, Wand, Trockenbau) auswählen. Je nach Raumgröße und Raumnutzung werden die Nachhallzeit berechnet sowie einfache raumakustische Berechnungen durchgeführt. Die Regelwerke DIN 18041 sowie ÖNORM B 8115–3 stehen dabei zur Verfügung.


Lesen Sie hier mehr zum:

  • Lüftungskonzept im dm-dialogicum

www.hier.pro/Pfeil_Koch_Ing_dm


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