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Wasserfest eingeplante Außenwand mit bemerkenswerter Optik

Wiederaufbau eines alten Farmhauses in Dumfriesshire (GB)
Wasserfest (ein)geplant

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Die Ruine eines alten schottischen Farmhauses wurde im ungewöhnlichen Schichtenaufbau zum modernen Wohnhaus umgestaltet. Innerhalb der verbliebenen Außenmauern entstand ein expressionistisch anmutendes Gebäude, dessen Wirkung durch schwarze Synthesekautschukplanen und wechselnder geometrischer Formen erzielt wird. Die Gebäudehülle wird durch die Planen wasserfest.

Kirsten Ohlendorf | be

Designerin Lilly Jencks erbte die Ruine eines alten schottischen Farmhauses von ihrer Mutter, die davon geträumt hatte, ihr Designstudio in den alten Mauern einzurichten. Sie wollte sich bei ihrer Arbeit vom Ausblick in die Hügellandschaft der kleinen Grafschaft Dumfriesshire im Südwesten Schottlands inspirieren lassen. Tochter Lilly entschied, den Traum ihrer Mutter weiterzuleben und stellte sich der Herausforderung des Wiederaufbaus.
Selbst international bekannt für außergewöhnliches Design und anspruchsvolle architektonische Lösungen, tat sich Jencks mit einem kleinen Team kreativer Architekten zusammen. Gemeinsam entwickelten sie ein Sanierungskonzept, das die Ruine in ein komfortables Wohnhaus verwandeln sollte, in dem sich traditionelle Handwerkskunst mit modernster Bautechnologie vereint.
Drei Schichten
Das Haus sollte in drei Schichten aufgebaut werden. Als erste Schicht dienten die Reste der früheren Außenmauern, die dem neuen Bauwerk den entsprechenden Rahmen gaben. Ein erfahrener, ortsansässiger Steinmetz besserte die Steinmauern zunächst aus. Dabei legte er auch besonderes Augenmerk darauf, die Übergänge von altem und neuem Mauerwerk nahezu unsichtbar zu gestalten. Innerhalb der Steinmauern errichtete das Bauunternehmen Genesis Construction aus Lancaster die Gebäudehülle mittels einer Holzrahmenkonstruktion. Hierbei wurde das Holzgerüst durch Stahlrahmen verstärkt, um möglichst große, stützenfreie Spannweiten zu erzielen.
Die horizontale Aussteifung erfolgte mit OSB-Platten. Schrägdach und Fassade wurden mit Hertalan EPDM-Planen des Herstellers Carlisle Construction Materials (CM) Europe wasserfest abgedichtet, die vollflächig auf den OSB-Platten verklebt wurden. Bei der Suche nach dem passenden Material für die sichere Abdichtung der Gebäudehülle hatte das Architektenteam im Internet Referenzen für ähnlich spannende Fassadenprojekte entdeckt, die mit den hochwertigen Planen aus dem extrem witterungs- und alterungsbeständigen Synthesekautschuk EPDM ausgeführt wurden. Das Süddeutsche Kunststoff-Zentrum (SKZ) bescheinigt Hertalan EPDM eine Gebrauchsdauer von über 50 Jahren.
Die Architekten überzeugten nicht nur die stofflichen Eigenschaften des Materials, sondern auch seine Ästhetik. Die glatte, tiefschwarze Außenhaut mit der matten, dessinierten Oberflächenstruktur verstärkt die Wirkung des verfallenen Mauerwerks und schafft dabei gleichzeitig kontrastreiche Linien.
Verarbeiter David Hough: „Die Planen für dieses sehr individuelle Bauvorhaben wurden bereits im Produktionswerk vorgefertigt. So mussten wir auf der Baustelle kaum noch manuelle Nahtfügungen ausführen. Diese erfolgt durch sichere Heißluftverschweißung ohne Brandgefahr, das ist bei Holzkonstruktionen natürlich ein enormer Vorteil. Die homogene Oberfläche erzeugt eine besondere Ästhetik, genau richtig für dieses besondere Objekt.“
Zeitreise durch Bauweisen
Von außen nach innen erfolgte praktisch eine Zeitreise durch unterschiedliche Bauweisen mit zunehmend zeitgemäßem Design. Die innere Schicht mutet geradezu futuristisch an und wirkt doch gleichzeitig vertraut: Sie besteht aus einem röhrenartigen Gebilde, das mittels einer CNC gefrästen Gitterschale aus Sperrholz gefertigt und innen weiß verputzt wurde. Die Optik erinnert stark an das Wohnhaus von César Manrique in Tahiche auf Lanzarote, dessen unteres Stockwerk sich über fünf natürliche Vulkanblasen erstreckt, die durch Höhlengänge miteinander verbunden wurden.
Die drei Schichten Ruine, Gebäudehülle und Röhre wurden als miteinander verbundene Einheit geplant. Diese umfasst die eher öffentlichen Bereiche Küche, Arbeiten, Wohnen und Essen. In einigen Bereichen löst sich die Röhre jedoch sozusagen von der Gebäudehülle, bildet eigenwillig geformte Innenwände und schafft auf diese Weise eher private Räume wie Bad und Schlafzimmer. Das vorhandene Mauerwerk sowie die Lage auf dem Gelände gaben die Anordnung der Fenster- und Türöffnungen vor. An diesen Stellen öffnet sich die Röhre trichterförmig zum Licht hin und lässt dabei Nischen entstehen, die Raum für Möbel und Abstellflächen bieten.
Die ungewöhnliche Sanierung hat ein außergewöhnliches Bauwerk hervorgebracht und gezeigt, wie es gelingen kann, Historisches zu bewahren und durch neue Baumaterialien und Technologien perfekt zu ergänzen. Preisverdächtig: Lilly Jencks „Ruins Studio“ ist unter den Finalisten der 2017 Surface Design Awards, in den Kategorien „Housing Interior Surface“ und „Housing Exterior Surface“.
Architekten:
Nathanael Dorent, Nathanael Dorent Architecture, Paris, Frankreich
Michael Leybourne, Savills Dumfries, Dumfries, Großbritannien
Allan Lees, Savills Dumfries, Dumfries, Großbritannien
Entwurf:
Lily Jencks, NDA and Savills Smiths Gore

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