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Grün akzentuiert

Sanierung eines Lagerhaus-Ensembles der Speicherstadt in Hamburg
Grün akzentuiert

Aktuell wurde der Block X des Lagerhaus-Ensembles inmitten neugotischer Backsteinarchitektur saniert. Hierbei galt es dem Denkmalschutz ebenso gerecht zu werden wie einer modernen Bautechnik. Maßgeblichen Anteil an der Sanierung hatte neben der Haustechnik die Dachabdichtung mit angepasster Farbgebung in speziellem Grün.

Sven-Erik Tornow | jo

Ausgangssituation beim Dach des Block X war folgende: Aufgrund der baulich vorgegebenen Brandabschnitte unterteilt sich die rund 1 000 m2 große Dachfläche in drei Teilflächen.
Die mit 11 Grad Dachneigung ausgebildeten Satteldachflächen werden durch 150 cm hohe Brandwände voneinander getrennt. Diese wurden bereits zu einem früheren Zeitpunkt mit einer Doppelstehfalzdeckung in Kupfer bekleidet. Hier galt es, die Brandwände fachtechnisch einwandfrei in die neue Flächenabdichtung der Satteldächer einzubinden. Die Entwässerung der Dachflächen erfolgt über traufseitige Kastenrinnen. Beide Traufseiten werden durch unterschiedlich dimensionierte Dachaufbauten unterbrochen. Dazwischen sind Gitter zur Absturzsicherung angeordnet.
Weitgehend wartungsfrei
Ziel der Sanierung war neben der Erstellung eines weitgehend wartungsfreien Daches auch die deutliche Verbesserung des Wärmeschutzes. Um die Ansicht des Dachstuhls von unten zu erhalten, entschied man sich im Bereich der Satteldachflächen für einen Warmdachaufbau. Alle übrigen Flächen, die sich aus den zahlreichen Aufbauten ergeben, wurden oberhalb der obersten Geschossdecke gedämmt. Aufgrund des Anhebens der Abdichtungsebene ergaben sich an allen aufgehenden Bauteilen neue Anschlusshöhen. Auch die traufseitigen Kastenrinnen mussten komplett neu angelegt und zusätzlich fleetseitig in das Backsteinmauerwerk der Fluchttürme eingearbeitet werden.
Abdichtung
Im Zuge der Sanierungsplanung galt es zu entscheiden, welches Material zur Abdichtung der Satteldachflächen zum Einsatz kommen sollte. Dabei waren neben den denkmalpflegerischen Aspekten auch Fragen der Verarbeitung sowie der funktionalen Eigenschaften von Bedeutung. Aufgrund durchweg positiver Erfahrungen mit dem Werkstoff bei früheren Sanierungen brachte Alexander Haffki die Dach- und Dichtungsbahn Evalon von alwitra in die Diskussion. Neben der reinen Materialfrage spielte auch die Farbgebung eine wesentliche Rolle.
„Zunächst haben wir überlegt, die Bahnen in Schiefergrau zu verlegen, um eine optische Anpassung an die restlichen Dachflächen zu erreichen“, so Haffki. „Am Ende haben wir uns dann bewusst für einen speziellen Grünton entschieden, um einen deutlichen Akzent zu setzen. Außerdem harmoniert das Grün der Dachbahn besser mit der Kupferpatina der Doppelstehfalzdeckung.“
Für die Satteldachflächen wurde folgender neuer Aufbau ab Holzschalung oberhalb der Sparren gewählt:
  • Dampfsperre, fachgerecht an alle aufgehenden Bauteile angeschlossen
  • Wärmedämmung aus Polyurethan, 115 mm
  • kaltselbstklebende Elastomerbitumenbahn als Notabdichtung
  • Dach- und Dichtungsbahn Evalon V 1,5, vollflächig aufgeklebt mit alwitra-Systemklebstoff und im Bereich der Überlappungen materialhomogen heißluftverschweißt.
Damit die Dachdecker die Flächenabdichtung fachgerecht an den vorhandenen Brandwänden anschließen konnten, musste hier zunächst die Doppelstehfalzbekleidung bis zur erforderlichen Arbeitshöhe entfernt werden. Sowohl die Dampfsperre wie auch die Elastomerbitumenbahn wurden dann im Zuge der Sanierung entsprechend an der Brandwand hochgeführt. Die Fixierung erfolgte anschließend mit einem Verbundblech. Es bildet die Grundlage für die Evalon-Anschlussbahn. Diese konnte dank der werkseitigen Kaschierung vollflächig auf dem Verbundblech mittels Heißluft verschweißt werden. Nach Anschluss der Flächenbahn an die Anschlussbahn stellte man die Brandschutzmauerbekleidung aus Kupfer wieder her. Das glatte Kupferblech mit Tropfkante wurde an der vorhandenen Doppelstehfalzbekleidung fest genietet.
Um die Kastenrinnen an die neuen Anschlusshöhen der Dachfläche anzupassen, waren fleetseitig auch Eingriffe in das Backsteinmauerwerk der Fluchttürme und Aufbauten notwendig. Den Anschluss der Flächenabdichtung an die Kastenrinnen erfolgte ebenfalls mittels Evalon-Verbundblechen.
Planung: Alexander Haffki, Bauplanung und Realisierung bei der Hamburger Hafen und Logistik AG

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