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Fälschungssicheres Unikat

Plagiarius-Museum in Solingen
Fälschungssicheres Unikat

HS / r.

Plagiatoren sind Mehrfachbetrüger. Sie betrügen den Urheber um den Lohn seiner Kreativität, den Käufer um den Wert seiner Ware und sich selbst um das Recht auf ihren Ertrag. Nur mit dem Unterschied, dass, wer sich als Abkupferer in die Tasche lügt, diese meist prall gefüllt vorfindet, während die anderen mit weniger Geld und wenig Qualität vorlieb nehmen müssen.
Der Designer Prof. Rido Busse, vor 30 Jahren selbst Opfer unverfrorenen Markenklaus, hat seinem Ärger mit einem Negativpreis Luft gemacht, dem Plagiarius, einem schwarzen Zwerg mit goldener Nase, der seither auf der Messe „Ambiente“ jährlich an die dreistesten Produktpiraten verliehen wird.
Im neuen Plagiarius-Museum in Solingen stellt Prof. Busse nun seine Sammlung von rund 250 Fälschungen verschiedener Branchen aus – im direkten Vergleich mit dem Original.
Wulstige Steppdecke
Innen ist vieles gefälscht. Außen ist alles echt – architektonisch nicht nur original, sondern ausgesprochen originell.
Entstanden ist ein unkonventioneller Hingucker, bei dem man prognostizieren kann: Das macht so schnell keiner nach.
In seinem Jahreswettbewerb „Auszeichnung Guter Bauten 2007“ sprach der BDA Bergisch-Land dieser Lösung eine Anerkennung aus.
Ausgangspunkt war die architektonische Wiederaufbereitung einer innerstädtischen Brache, die durch die Aufgabe des alten Solinger Hauptbahnhofs entstanden war.
Die alten Lagerhallen des Güterbahnhofs wurden zu Ateliers und Werkstätten sowie das zweigeschossige Güterabfertigungsgebäude an der Stirnseite zu einem Museum umgenutzt.
Die auffälligste dieser Umbaumaßnahmen ist das neue Foyer, das der Kölner Architekt Dipl.-Ing. Reinhard Angelis unter Beibehaltung der Gebäudesilhouette der biederen Giebelwand des Museums vorsetzte: Ein Kunststoffhaus, dessen Gebäudehülle bis auf die Glasflächen ausschließlich aus hochwertigem PVC besteht.
Die Giebelseite besteht aus unregelmäßig angeordneten verglasten Gefachen zwischen silbrig schimmernden PVC-Profilen, in denen die einen ein Zitat der bergischen Fachwerkbauweise sehen wollen und das die anderen mit einem unregelmäßig geschichteten Bruchsteinmauerwerk assoziieren.
Vollends mit den Sehgewohnheiten bricht das Dach, das sich wie eine wulstige Steppdecke von vier Metern Breite über den ganzen Vorbau legt – von der Spritzwasserkante über den First bis zur Spritzwasserkante auf der Gegenseite über eine Gesamtlänge von 23 Metern.
Erste Erfahrung mit Prototyp
Eine Dach- und Fassadenform, für die es kein Vorbild gibt und damit auch keine Erfahrungen. Bauleiter Heribert R. Paul, Technischer Betriebsleiter des Unternehmens Bedachungstechnik Manfred Schröder GmbH (Köln), sammelte diese Erfahrungen beim Bau eines Prototyps, in dem er einen Teil dieses Dachs als 1:1-Modell in der eigenen Werkhalle aufbaute und dort experimentierte, bis aus der Idee des Architekten eine innovative Technik geworden war.
Bei der Projektierung wurde schnell klar, dass die besondere Dach- und Fassadenform alle Beteiligten forderte. In enger Zusammenarbeit mit Henkel Bautechnik / Wolfin, unter Einbeziehung von Ulrich Löttgen (Fachtechnische Beratungsstelle Dachdeckerverband Nordrhein) und in Abstimmung mit dem vom Auftraggeber eingesetzten Sachverständigen DDM Wolfgang Ostermann (Solingen) konnte diese einzigartige, wulstförmig profilierte Gebäudehülle unter Einhaltung aller Regelwerke des Dachdeckerhandwerks realisiert werden.
Die Anforderungen an die Materialien waren nicht nur hoch, sondern auch neu. Manche Hersteller winkten deshalb ab.
Bauleiter Paul setzte auf die extrudierte Premium-Kunststoff-Dach- und Dichtungsbahn Wolfin M. Ihre hellgraue Farbe nimmt den metallischen Effekt der Fensterfachwerkprofile auf und kontrastiert mit dem kräftigen karminroten Farbton der Putzfassade am Altbau.
Eine Dichtungsbahn für Dach und Fassade
Die eingesetzte Dach- und Dichtungsbahn zeichnet sich über die gesamte Dicke durch eine homogene Qualität aus.
Dank ihrer mittigen Verstärkung mit einem Glasgittergelege ist sie dimensionsstabil, kälteschlagsicher und reißfest. Die Kunststoff-Dachbahn verfügt über ein hervorragendes plastisches Verhalten und lässt sich mit üblichen Schweißtechniken verarbeiten.
Der homogene, armierungsfreie Bahnenrand führt zu einer hohen Sicherheitsreserve hinsichtlich der Kapillarität. Kopfstoßstreifen wie bei vlieskaschierten Bahnen sind nicht notwendig und die Detailausbildung bei Anschlüssen oder Durchdringungen ist deutlich vereinfacht.
In Kombination mit der gewählten Mineralfaserdämmung bieten die Bahnen einen hohen Schutz gegen Feuer und bedürfen daher keiner zusätzlichen Brandschutzausrüstung.
Der Hersteller hat für diesen Dachbahnentyp einen Nachweis hinsichtlich der Anforderungen nach DIN 4102 Teil 7, Widerstandsfähigkeit gegen Flugfeuer und strahlende Wärme in allen Neigungsklassen geführt. Diese Dach- und Dichtungsbahn ist zudem diffusionsoffen und nach Angaben des Herstellers als einzige Kunststoffdachbahn voll bitumenbeständig.
Kissenartigen Aufpolsterung
Die Tragkonstruktion des Foyer-Vorbaus besteht aus einem Stahlrohrrahmensystem mit aufgesetzter Holzrahmenbauweise. Basis des Dach- und Fassadenaufbaus – beides lässt sich hier nicht trennen – ist eine Tragschicht aus Bausperrholz.
Als unterste Lage und zum Schutz der Dämmung vor Durchfeuchtung durch Kondenswasser wurde eine raumseitige Dampfsperre verlegt.
Auf der Dachseite der Holzrahmenkonstruktion wurde eine Unterdeckbahn aus Polymerbitumen mit einer hochreißfesten Einlage aus Kunststoffvlies aufgebracht. Darauf folgte eine 18 cm starke Mineralfaser-Wärmedämmung als konturgebende Unterlage.
Als besondere Schwierigkeit erwies sich die Profilierung der kissenartigen Aufpolsterung, weniger bei den drei mittleren Segmenten von je einem Meter Breite als vielmehr bei den Wülsten am Ortgang und bei den zusätzlichen Bogenschnitten an Traufe und First.
Der ursprüngliche Gedanke, hier eine weiche Dämmschicht zu verlegen, die an den Wulsträndern einfach niedergedrückt wird, wurde bald verworfen. Was im Dachbereich noch geklappt hätte, hätte an der Fassade die pralle Kissenstruktur bald verloren. Am Ende entschied man sich für eine konturierte Hartfaserdämmung, die exakt gemäß dem geplanten Wulstprofil zugeschnitten wurde.
Über diese Kissen wurden die Bahnen gespannt. An den Tiefpunkten zwischen den Segmenten dienten Kanthölzer als Träger des Schienensystems, auf dem die Bahnen nahtverschweißt und mechanisch befestigt wurden.
Weitere Informationen
Dach- und Dichtungsbahn bba 519
Architekt: Dipl.-Ing. Reinhard Angelis Planung-Architektur-Gestaltung, Köln Bauleitung: Martin Janda

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